Gnadau l Am 18. Oktober wurde der Heimatverein Gnadau/Döben gegründet. Er hat sich zum Ziel gesetzt, durch eine Kombination aus Überliefertem und Neuem die Heimatpflege zu fördern. Um dies zu erreichen, haben sich die Gründungsmitglieder Veranstaltungen nach dem Vorbild des Jubiläumsjahres auf die Agenda geschrieben. Allen ist noch das kulinarische Fest vom 3. Oktober in lebendiger Erinnerung, bei dem wie bei einem Street-Food-Festival am Zinzendorfplatz Spezialitäten aus den Heimatregionen der Gnadauer probiert werden konnten, schreibt Christian Bartels der Redaktion.

Daneben steht auch die Einrichtung einer Heimatstube mit wechselnden Ausstellungen auf dem Plan, Ideen für eine erste Ausstellung gibt es bereits. Das Dorfgemeinschaftshaus am Zinzendorfplatz 11 soll gemäß Satzung zur Verwirklichung der Vereinsziele genutzt werden und den Gnadauern und Döbenern wie bisher zur Verfügung stehen.

Eintragung wird vorbereitet

Dass die Vereinsgründung in das Jubiläumsjahr fällt, ist kein Zufall, wurde doch die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Gruppen bei den vielen Aktivitäten zur 250-Jahrfeier immer als Bereicherung empfunden. Derzeit wird die Eintragung des Heimatvereins in das Vereinsregister vorbereitet. Interessenten können die Vereinssatzung hier einsehen. Vorsitzende des Heimatvereins ist Doreen Horn, ihr Stellvertreter ist Hartwig Neetz.

Mit einem großen Volksfest und einem großen Festumzug feierten die Gnadauer erst im Sommer den runden Geburtstag ihrer Ortschaft.

Wegen ihre Glaubens mussten sie vor einem Vierteljahrtausend ihre Heimat verlassen. Sie siedelten sich schließlich in Gnadau an und leben hier ihre Tradition im Glauben fort. Die Brüdergemeine ist dabei einzigartig. Ebenso einzigartig ist die Gründung des Ortes. Auf dem Reißbrett entstand der Ort, was ihm heute auch noch anzusehen ist.

Verbund der Familien

In der Brüdergemeine spielt die Gemeinschaft eine große Rolle. Anders als in den anderen Ortschaften sind die hier lebenden Familien lange Zeit miteinander verbunden. Mitunter waren die Vorfahren der heute dort lebenden Familien vor zweieinhalb Jahrhunderten gemeinsam auf der Flucht.

Beim großen Gemeindegeburtstag war dies erlebbar. In den Familien, so sagten einige Einwohner, sei das Thema nach wie vor präsent. Auch so manches Erinnerungsstück aus der ehemaligen Heimat findet sich noch in den privaten Haushalten.

Mit dem neuen Heimatverein haben die Gnadauer die Möglichkeit, die eigene Ortsgeschichte zu bewahren und auch für Besucher erlebbar zu machen. In einer Zeit, in der jedes Jahr Millionen Menschen auf der Flucht sind, bekommt das Schicksal der Gnadauer eine andere Perspektive.

Geschichte erhalten

Für die Nachwelt wollen sie ihre Geschichte und die Entwicklung ihres Ortes nun für die Nachwelt erhalten und dokumentieren. Natürlich sucht der junge Verein auch Unterstützer und Mitglieder.

Neben der Dokumentation der Geschichte haben die Gnadauer das Zusammenleben im Ort im Programm. Hier will der junge Verein in Zukunft tatkräftig mitwirken und mit gestalten.