Planung des Abfanggrabens an B246a: Bördeland sieht im Vertrag zur Kostenbeteiligung keine "Augenhöhe"

Räte zerreißen Schönebecker Entwurf in der Luft

Von Andreas Pinkert

Bördelands Gemeinderäte lehnen eine Beteiligung an den Planungskosten für eine Grundwasserabsenkung im Bereich Schönebeck weiter kategorisch ab. Ein entsprechender Vertragsentwurf der Nachbarstadt sorgte jetzt für Kopfschütteln.

Biere l Als zur Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend im Bierer Gemeindesaal der letzte Punkt der Tagesordnung aufgerufen wurde, setzte plötzlich kurzzeitige Stille ein. Es sollte um die "Beratung zum Vertrag der Stadt Schönebeck über die Finanzierung der im Jahr 2013 anfallenden Planungskosten für einen Abfanggraben entlang der B 246a" gehen. So manche Stirn von Mandatsträgern legte sich schon beim Blick auf das vorliegende Vertragswerk und vor der Diskussion in Falten.

Die Einheitsgemeinde, die wie ihre Nachbargemeinden Schönebeck, Calbe und Barby von einem hohen Grundwasserstand betoffen ist, soll sich am rund 20 000 Euro teuren Projekt - an der Planung eines sogenannten Abfanggraben am Rande der Stadt Schönebeck - beteiligen.

An der "Schicksalsgemeinschaft", wie die vier Kommunen beim Kampf gegen die hohen Grundwasserstände oft genannt werden, ließ Bördelands Bürgermeister Bernd Nimmich erneut keinen Zweifel. "Wir wollen mithelfen, Lösungen für die ganze Region zu erarbeiten und uns daran zu beteiligen. Nur muss aus Gemeindesicht immer auch nach der Sinnhaftigkeit gefragt werden." Das Gemeindeoberhaupt verwies auf die parallel laufenden Untersuchungen in Bördeland, die das Ingenieur-, Planungs- und Beratungsunternehmen Grontmij zusammen mit dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) durchführt.

Parallel laufende Untersuchungen für Bördeland

Vor allem in den Ortsteilen Kleinmühlingen und Zens gehe es um die kontrollierte Zurückhaltung von Oberflächenwasser durch Errichtung sogenannter Grünbecken, zusätzlicher Gehölzanpflanzung, Ertüchtigung von Durchlässen und weitere Maßnahmen speziell für die betroffenen Orte, führte Nimmich aus. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen würden in rund vier Wochen erwartet und müssen seinen Worten nach zusammen mit den Ergebnissen von Prof. Frido Reinstorf diskutiert werden.

Großmühlingens Ortsbürgermeisterin Ute Möbius verwies erneut auf den Vortrag des Hydrologen vor wenigen Wochen in Biere. Darin habe er Bördeland allein durch den Bau eines Abfanggrabens keine Grundwasserabsenkung bescheinigt. Die Landwirte Ekkehard Horrmann und Erich Klapper von der Welslebener Teilnehmergemeinschaft des Bodenordnungsverfahrens bezogen sich auf eine separate Informationsveranstaltung mit Prof. Frido Reinstorf und kritisierten beispielsweise, dass die Finanzierung für die Realisierung des Abfanggrabens ohne die Kosten für den Grunderwerb kalkuliert worden sei.