Urlaub

Reisen mit Risiko - Schönebecker zieht es nicht ins Ausland

Urlaub im Ausland ist in diesem Sommer möglich – je nach Coronalage mit strikten Einreisebestimmungen. Reisebüros informieren über die aktuelle Situation.

Von Jan Dahms
Im Gegensatz zum letzten Sommer ist das Reisen ins europäische Ausland wieder möglich. Durch die Coronasituation und der Ausbreitung von Virusvarianten gelten aber viele Einreiseregeln, die sich schnell ändern können.
Im Gegensatz zum letzten Sommer ist das Reisen ins europäische Ausland wieder möglich. Durch die Coronasituation und der Ausbreitung von Virusvarianten gelten aber viele Einreiseregeln, die sich schnell ändern können. Foto: Stefan Sauer/dpa

Schönebeck/Staßfurt - Nächste Woche beginnen in Sachsen-Anhalt die Sommerferien. Für viele Familien ist das auch der Startschuss in den Urlaub. Doch trotz der aktuell guten Corona-Lage hierzulande, ist das Verreisen ins Ausland immer noch um einiges komplizierter als vor der Corona-Pandemie.

Jedes Land hat seine eigenen Einreiseregeln

Das Problem für die Urlaubswilligen: Jedes Land in Europa hat momentan seine eigenen Einreisebestimmungen. Viele Staaten verlangen von den Reisenden beim Grenzübertritt Infos über den Impfstatus und bei Ungeimpften einen aktuellen PCR- oder Antigentest. Zusätzlich muss vorher meist ein Einreiseformular ausgefüllt werden. Bei der Durchreise gelten in vielen Ländern Europas weniger strikte Regeln.

Hoher Informationsbedarf bei Kunden im Reisebüro

„Ich rate zum ständigen informieren auf den Seiten des Auswärtigen Amts“, empfiehlt Jens Pflugmacher. Er ist Inhaber eines Reisebüros in Staßfurt. Da beispielsweise die Regeln für Reisende, je nach Infektionslage im jeweiligen Land, schnell verschärft oder gelockert werden können, haben seine Kunden einen hohen Informationsbedarf, erklärt er. „Etwa eine halbe Stunde brauche ich länger für eine Beratung“. Wenn es dann für den Urlaub ins Ausland geht, sind die Länder Bulgarien Griechenland, Türkei und Spanien angesagt. Das seien bei seinen Kunden bis jetzt die Top-Reiseziele in diesem Sommer, meint Pflugmacher. Die Nachfrage nach Urlaubsreisen sei aber stark schwankend, betont der Staßfurter Reisebüroleiter. „Vor ein paar Wochen war der Laden noch voll. Jetzt sieht es wieder sehr dünn aus“

Quarantäne bei Einreisen aus Hochinzidenzgebieten

Eine der Gründe könnte sein, dass Spanien wegen seiner erhöhten Infektionszahlen von Deutschland seit dem 11. Juli als Risikogebiet eingestuft wird. Das Auswärtige Amt rät „von nicht notwendigen, touristischen Reisen“ im Land ab. Wenn aus dem Risikogebiet ein Hochinzidenzgebiet wird, führt das zu verschärften Bedingungen für Reiserückkehrer. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums stuft die Behörde zusammen mit dem Auswärtigen Amt und dem Innenministerium in der Regel bei einer 7-Tagesinzidenz von mehr als 200 ein Gebiet als Hochinzidenzgebiet ein. Wer sich in einer solchen Region aufgehalten hat, muss demnach bei der Ankunft in Deutschland für zehn Tage in Quarantäne. Bei einem negativen Test verkürzt sich die Zeit auf fünf Tage. Die Quarantäne entfällt allerdings für Reisende mit dem Nachweis einer vollständigen Impfung.

Keine Reisen in diesem Jahr  hat das Ehepaar  Dirk und Ina Lehe aus Schönebeck geplant.
Keine Reisen in diesem Jahr hat das Ehepaar Dirk und Ina Lehe aus Schönebeck geplant.
Foto: Jan Dahms

Schönebecker urlauben in Deutschland

Um dem Durcheinander der verschiedenen Ein- und Ausreiseregeln zu entgehen, sind die Schönebecker bei Auslandsreisen anscheinend zurückhaltend. Für das Ehepaar Lehe etwa, ist die letzte große Reise schon zwei Jahre her. „2019 ging es für neun Tage in die Dominikanische Republik“, erzählt Dirk Lehe. Im letzten und in diesem Jahr ging es dagegen für die Beiden nicht mehr in den Urlaub. Falls sich aber doch das Fernweh meldet, werde das Reiseziel spontan entschieden, meint Ina Lehe. Familie Wagner aus Magdeburg wird ihre Reisen in diesem Sommer auf Tagesausflüge beschränken, sagen sie bei einem Spaziergang am Schönebecker Elbufer. Inlandsreisen sind auch Thema bei Gabriele und Detlef Schmidt. „Wir waren vor wenigen Wochen mit einem geliehenen Wohnmobil am Bodensee und Garmisch-Partenkirchen unterwegs“, geben die Schönebecker an. Weil aus der gebuchten Kreuzfahrt nach Norwegen im Herbst wahrscheinlich nichts wird, werden die zwei dann für ein paar Tage an die Ostsee fahren.

Kurzfistige Reisebuchungen

„Die Ostsee ist angesagt“, bestätigt auch Sabrina Fuchs vom Reisebüro Pegasus in Schönebeck. In ihrem Geschäft werden vor allem gerade viele Busreisen an die Ostseebäder gebucht. Für Reisen ins Ausland werden die Länder Griechenland und Spanien favorisiert, teilt Fuchs mit. „Bisher gab es allerdings noch keine Anfragen zu Fernreisen“, gibt Fuchs an. Sie stellt außerdem fest, dass sich das Reiseverhalten durch die Corona-Pandemie verändert hat. „Es wird jetzt vor allem kurzfristig gebucht.“ Sie und ihre Mitarbeiter haben deshalb im Reisebüro gut zu tun. „Die Reisebedingungen ändern sich teilweise stündlich.“ Außerdem seien die Preise für Reisen gerade stark schwankend, erzählt Fuchs. Sie ist der Meinung, dass die neuen Stornierungsoption der Reiseveranstalter, bei der man 14 Tage vor Beginn der Reise den Urlaub absagen könne, eine gute Möglichkeit sei, die Angst der Kunden vor dem Urlaub zu nehmen. Diese Option sei allerdings mit Extrakosten verbunden, erklärt Sabrina Fuchs. Trotz den erschwerten Bedingungen, die für das Reisen in diesem Sommer gelten, die Leute hätten die Lust am Reisen nicht verloren.