Schönebeck l Lerchenfeldschule? Genau: Rüdiger Gröber. Viele Schönebecker werden bei der Nennung dieser Bildungseinrichtung sicherlich zuerst an dessen Direktor denken. Rüdiger Gröber, Jahrgang 1954, ist, das darf getrost so gesagt werden, im hiesigen Schulwesen eine Institution. Gestern ist der 63-Jährige offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Dazu gab es ein großes Zusammentreffen aller Schüler und Lehrer auf dem Schulhof der Lerchenfeldschule in der Berliner Straße.

Die 6b kommt mit Blumen, die 7a mit einem Gedicht („Jetzt ist Schluss mit dem Kinder quälen - trotzdem werden Sie uns fehlen.“). Die 7b überreicht ein Apfelbäumchen mit 15 Blüten. „14 Mal Entschuldigung und ein Mal Danke, weil sie ein so toller Lehrer waren“, sagt ein Schüler. Die 7c lässt wissen: „Wir waren oft chaotisch. Sie haben das jedes Mal mit uns gerockt.“ Die Klasse 8a wünscht Glück, Gesundheit und schenkt Wein und Kuchen. Die Klasse 8b überreicht eine Stiege Äpfel, weil Gröber diese Frucht so gerne isst. Die Klasse 9a vergibt das vielleicht größte Lob für einen Lehrer: „Sie haben immer hinter uns gestanden. Sie haben alles für uns gegeben.“ Und die 9b lässt für den scheidenden Direktor Smiley-Luftballons in den blauen Himmel steigen. Die Schulbands „Moodmakers“ und „Crazy Kids“ spielen auf und zeigen, welche Talente in die Lerchenfeldschule gehen.

Präsente für Gröber

Auch das Team vom benachbarten Jugendclub „Future“ kommt mit einem Präsent. Christiane Richter sagt: „Danke für die Zusammenarbeit und die tollen Projekte. Du wirst uns fehlen.“ Von Christiane Richter wird Rüdiger Gröber als Ehrenmitglied aufgenommen in den Verein „Schicksalskinder“. Ein weiteres Dankeschön gibt es vom Verein Rückenwind durch Jana Dosdall: „Sie haben uns Rückenwind gegeben.“

Schließlich singt das Lehrerkollegium ein vom musikalischen Schulsozialarbeiter Jan Ott selbst geschriebenes Lied, den Gröber-Song. Da hat der so Geehrte dann aber doch die Sonnenbrille aufgesetzt - nicht nur, weil es so hell ist.

Rüdiger Gröber kam 1983 von Calbe an die Schönebecker Schule, 1987 ist ihm die Leitung übertragen worden. Er erlebte also auch die Wendezzeit hier mit. „Eine lebendige Zeit ist das gewesen, wir konnten vieles beeinflussen, auch für die Schulen“, sagt der 63-Jährige im Gespräch mit der Volksstimme. Was ihm besonders wichtig ist: „Ein ganz großes Dankeschön geht an meine Kollegen, wir haben ein super Kollegium.“

Ein Jahr Musikredakteur

Rüdiger Gröber, der in Halle/Saale studiert hat, unterrichtete an der Lerchenfeldschule Musik und Deutsch. Er ist Vater von zwei erwachsenen Kindern. Ein Jahr lang hat er sogar einmal für den Rundfunk gearbeitet, als Musikredakteur. Schließlich entschied er sich aber doch und konsequent für den Schuldienst.