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Schönebeck: Nach monatelanger Pause kann Circus „Karl Altoff Köllner“ endlich wieder auftreten

Solange haben Liane Weisheit-Köllner und ihre Familie noch nie mit ihrer Circus-Show pausieren müssen. Die Zeit des Corona-Lockdown war für den traditionsreichen Circus hart. Nun steht endlich wieder ihr erster Auftritt bevor: in Schönebeck.

Von Paul Schulz 10.08.2021, 16:45
Ab Donnerstag präsentiert der Circus "Karl Altoff Köllner" sein Programm in Schönebeck. Damit geht die anderthalbjährige Corona-Pause für die Circus-Leute endlich vorbei.
Ab Donnerstag präsentiert der Circus "Karl Altoff Köllner" sein Programm in Schönebeck. Damit geht die anderthalbjährige Corona-Pause für die Circus-Leute endlich vorbei. Foto: Paul Schulz

Schönebeck - Das große Circuszelt ist an der Welsleber Straße aufgebaut, die letzten Handgriffe und Vorbereitungen werden erledigt. Am Donnerstag heißt es dann für den Circus „Karl Altoff Köllner“ endlich wieder „Manege frei!“ Denn mit dem Auftritt in Schönebeck geht eine monatelange Durststrecke für den traditionsreichen Familien-Circus zu Ende. Es ist eine Art Neuanfang.

Mit Blick auf die vergangenen Monate und die coronabedingte Zwangspause sagt Direktorin Liane Weisheit-Köllner: „Es ist wirklich hart gewesen. Wir durften fast anderthalb Jahre nicht auftreten. Unser letzter Auftritt war im März 2020.“

Doch das zwölfköpfige Familienunternehmen hält zusammen. In Micheln bei Köthen halten sie sich mit einem kleinen Erlebnispark finanziell knapp über Wasser. Spenden und staatliche Hilfsgelder tragen auch dazu bei. Dennoch: „Wir mussten jeden Pfennig zehn Mal umdrehen. Schließlich mussten unsere 30 Tiere trotzdem jeden Tag gefüttert werden. Von denen wollten wir uns auf keinen Fall trennen“, sagt Liane Weisheit-Köllner.

Wenn Giuliano Köllner mit Möhren in der Hand nach den Dromedaren und Kamelen ruft, lassen diese nicht lange auf sich warten. Die Tiere liegen der Circus-Familie sehr am Herzen.
Wenn Giuliano Köllner mit Möhren in der Hand nach den Dromedaren und Kamelen ruft, lassen diese nicht lange auf sich warten. Die Tiere liegen der Circus-Familie sehr am Herzen.
Foto: Paul Schulz

Um Geld dazuzuverdienen jobbt sie in einem Supermarkt. Für sie selbst ist es das erste Mal, dass sie eine andere Arbeit aufnimmt. „Das war mal eine ganz neue Erfahrung, aber dauerhaft könnte ich das einfach nicht.“ Es ist auch das erste Mal, dass sie nicht ihr Leben so leben kann, wie sie es gewohnt ist. Die ungewohnte Devise lautet: Stillstand statt Reise. „Wenn man ins Circus-Leben hineingeboren wird, dann will man auch nichts anderes mehr machen. Man will unterwegs sein. Das ist das wahre Leben“, so die Circus-Direktorin. Sesshaft werden? Das will die Familie nicht.

Dass Glück darüber, endlich wieder unterwegs zu sein, eine Show vorzubereiten, Menschen unterhalten zu können, ist der Circus-Chefin deutlich anzumerken. „Das ist unsere Leidenschaft.“

Und am Donnerstag, 12. August, geht es dann auch los. Um 16 Uhr startet das Spektakel in der Manege auf dem großen Platz an der Welsleber Straße. Ein besonderer Höhepunkt dürfte die Show auf dem Todesrad sein. Während das große Gestell sich dreht, vollführen die Akrobaten darin und darauf Kunststücke und Jonglagen.

Auch die Vorführung auf dem „Rola Bola“ verspricht beeindruckend zu sein. Das Balancegerät, das es bereits im Mittelalter gab, besteht aus einem kleinen Brett und einem zylinderförmigen Stück Rohr. Jeweils mehrere davon stapelt der Artist unter seinen Füßen aufeinander und schlägt dabei noch einen Salto in der Luft. Das sieht man nicht alle Tage. Zudem versichert Liane Weisheit-Köllner, dass es noch viel mehr zu erleben und zu bestaunen gibt.

Weitere Vorstellungen finden Freitag und Sonnabend, ebenfalls um 16 Uhr, sowie am Sonntag um 11 Uhr statt. „Ich hoffe, dass wir viele Gäste begrüßen können. Wir haben jedenfalls richtig Lust“, sagt die Circus-Leiterin.