Ausbildung

Schönebecker Schüler lernen hochmodernes Thyssen-Krupp-Werk kennen

Teils vollautomatische Produktionsabläufe und der Einsatz von Robotertechnik: Davon konnten sich Schüler der Gorki-Schule im Thyssen-Krupp-Werk in Schönebeck aus nächster Nähe ein Bild machen. Zwei Ausbilder zeigten ihnen die Produktion.

Schüler der Maxim-Gorki-Schule besichtigen das Werk von Thyssen-Krupp in Schönebeck.
Schüler der Maxim-Gorki-Schule besichtigen das Werk von Thyssen-Krupp in Schönebeck. Foto: Paul Schulz

Damit ein Auto auch dahin fährt, wo es der Fahrer haben will, braucht es natürlich eine Lenkung. Und die entsteht für rund zwei Millionen Fahrzeuge pro Jahr in Schönebeck bei Thyssen-Krupp Presta. In den Produktionshallen an der Barbarastraße werden nämlich Zahnstangen, Sensorwellen und Co. – also zusammengefasst: Lenksysteme – hergestellt.

Wie genau das abläuft, das durften vor einigen Tagen auch vier Schüler der Maxim-Gorki-Schule der Elbestadt erfahren. Die Thyssen-Krupp-Ausbildungsleiter Andreas Schneider und Benjamin Reimann führten die Neunt-klässler durch das Werk. Den Schülern wurden Schmiedeprozesse erklärt, hochmoderne Dreh- und Fräsmaschinen gezeigt und die nötigen Arbeitsabläufe erläutert.

Dabei wurde auch deutlich, was für einen hohen Stellenwert die Technik hat. Denn viele Arbeiten in dem Werk laufen vollautomatisch und mit Hilfe von Robotertechnik ab. Zum Beispiel an einer Station, wo Metallteile entgratet werden. Die Maschine arbeite so schnell wie etwa 30 Arbeiter, erklärte Andreas Schneider den Schülern. Und machte ihnen auch klar, dass in der Industrie eine Verschiebung stattfindet. Es würden immer weniger Hilfsarbeiter gebraucht, so Schneider. „Die Entwicklung geht dahin, dass qualifizierte Fachkräfte gebraucht werden, um solche Anlagen zu bedienen und zu warten.“

Schulen und Unternehmen zusammenführen

Initiiert wurde die Werksführung übrigens von der Wirtschaftsförderung der Stadt Schönebeck. So sollen Schulen und Unternehmen zusammengeführt werden, unter anderem, um bei den Jugendlichen Neugier und Interesse für verschiedene Ausbildungsberufe zu wecken.

Und Thyssen-Krupp bildet natürlich auch aus. Beispielsweise Industriemechaniker für Produktionstechnik und Zerspanungsmechaniker. Für das nächste Ausbildungsjahr sucht das Unternehmen für diese Berufe insgesamt zwölf Azubis.

Zudem gaben Andreas Schneider und Benjamin Reimann den Schülern noch wichtige Tipps für ihre Bewerbungen. So sollten diese – sofern möglich – immer online eingereicht werden, riet Reimann den Jugendlichen. „So spart ihr euch einerseits den Kauf von Bewerbungsmappen und das Porto. Und für die Betriebe geht es viel einfacher und schneller, die Bewerbungen durchzugehen und zu vergleichen.“

Außerdem verrieten die beiden Ausbilder, worauf sie als Erstes bei Bewerbern achten. Nämlich auf die Benotung von Sozial- und Lernverhalten. Nur wer dort Noten zwischen eins und drei hat, kommt überhaupt in die engere Auswahl. „Wir erwarten Zuverlässigkeit und Engagement von unseren Azubis“, sagte Andreas Schneider.

Mathematik- und Physik-Kenntnisse

Darüber hinaus sind natürlich für diese technischen Ausbildungsberufe gute Mathematik- und Physik-Kenntnisse erforderlich, so die Ausbildungsleiter.

Wer aber denkt, dass er als Industriemechaniker bei Thyssen-Krupp in Schönebeck viel schrauben und „basteln“ könne, der liegt falsch, machte Schneider klar. „Wir sind sehr spezialisiert, sehr automatisiert. Schrauber werden bei uns nicht immer glücklich.“

Für die vier Gorki-Schüler war die Tour eine spannende Erfahrung. Die Funktionsweise der Maschinen sei toll erklärt worden, waren sie sich einig. Ob sie sich in naher Zukunft bei dem Unternehmen bewerben werden, ließen sie aber noch offen.