Calbe l Der Sommer ist zurück. Das treibt die Calbenser in das nagelneue Freibad am Heger. Sechs Jahre mussten die Einwohner auf den Komfort eines Freibades in der Stadt verzichten, als 2013 die Saale in einem Jahrhunderthochwasser so massiv über die Ufer trat und das damalige Freibad zerstörte. Es dauerte knapp sechs Jahre, bis das Bad neu errichtet und eröffnet wurde.

Der Bauplan war ehrgeizig und kaum zu schaffen. Das ist der Einrichtung auf dem großzügigen Außengelände noch anzusehen. Noch ist die Außenfläche nicht komplett fertig. Im Herbst, wenn die Badesaison abgeschlossen ist, sollen die Restarbeiten durchgeführt werden. Die Besucher stört das weniger. Sie genießen den blauen Himmel, den Sonnenschein und das Freibad in vollen Zügen.

Mit Navi nicht gefunden

In der Volksstimme hatte Melanie Höfs aus Biere von der Freibaderöffnung Anfang August gelesen. Ihre Tochter Hannah-Sophie gab nicht locker. Als jetzt der Sommer wiederkehrte, machte sie die Mutter auf das neue Freibad in Calbe aufmerksam. Mit dem Navi im Auto sei das Freibad aber kaum zu finden gewesen, schilderte sie ihre Anfahrt aus der Nachbargemeinde. Der elektronische Pfadfinder habe ihr einen ganz anderen Weg gewiesen. Damit hätte sie das Freibad nie gefunden.

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Den beiden gefällt es im Schwimmbad. „Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt“, sagt die Mutter. Hannah-Sophie findet das Bad auch cool. „Morgen kommen wir wieder, hat meine Tochter bereits festgelegt“, schmunzelt sie. In der Region war sie schon in einigen Gewässern baden. Aber das neue Freibad biete einfach mehr. Nicht nur gebe es einen tollen Sozialtrakt. Auch für die Kinder gibt es Möglichkeiten, sich zu beschäftigen. „Das einzige was noch fehlt, ist ein Kinderspielplatz. Das würde die Sache noch einmal abrunden und den Kindern mehr Möglichkeiten geben“, sagt sie.

Toll findet auch Yvonne Spengler das neue Freibad. Noch besser würde sie die Einrichtung finden, wenn es auch Tageskarten geben würde schildert sie ihre Erfahrungen. „Manchmal komme ich vormittags und gehe dann zum Mittagessen nach Hause. Wenn ich dann danach noch einmal schwimmen gehen will, muss ich nochmal den vollen Eintritt bezahlen“, erklärt sie ihren Wunsch. Sie habe schon aus Gespräch mit dem Personal gehört, dass es ihr nicht allein so gehe. Immer wieder habe es schon Diskussionen am Eingang gegeben. Öfter, erklärt sie, habe sie bereits einen doppelten Eintritt bezahlt. Das gleiche gelte auch für Kinder, die beispielsweise für eine Mahlzeit nach Hause fahren und anschließend zurück ins Bad wollen. Auch sie müssten den Eintrittspreis doppelt bezahlen.

Eintritt anderswo billiger

Hanne Schustek, mit der sie das Bad besucht, kann die Kritik nachvollziehen. „Ich fahre mit dem Rad auch öfter nach Nienburg“, erzählt sie. Dort müsse sie für den Einritt nur die Hälfte bezahlen. Dafür nehme sie die Fahrt gern auf sich.

Das Bad sei wunderschön geworden, loben beide. Nur das Schwimmerbecken verdiene den Namen eigentlich kaum, meinen sie. Richtig schwimmen sei an den Wochenenden so gut wie nicht möglich. Dafür seien zu viele Menschen im Wasser. Früher gab es einen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich. Da konnten die Besucher auch mal richtig schwimmen, erinnern sie sich noch gut.

Richtig gut findet Stephanie Steller das Freibad. Die junge Frau ist zusammen mit ihrem Sohn Jamie zu Besuch und kühlt sich mit dem Jungen im Kinderplanschbecken ab. „Am Anfang war es ganz schön frisch. Aber so soll es ja sein“, sagt sie. In Calbe ist sie einst groß geworden. Nach der Schule verschlug es sie nach Norddeutschland, dich hinter der Küste. Zu Besuch in Calbe genießt sie das Freibad an dem heißen Sonnabend.

Voll des Lobes

Die Stadt habe hier ein sehr gutes Bad gebaut, ist sie voll des Lobes. Das alte Freibad am Heger kenne sie noch aus der Erinnerung. Der Neubau sei zwar nicht mehr so groß, dennoch sehr schön, findet sie. Angenehm sei zudem die Versorgung im Bad. Wenn sie wieder einmal zu Besuch in Calbe sei, werde sie gern wieder mit ihren Sohn das Freibad besuchen, schätzt sie ein. Für die Saalestadt sei dies eine sehr schöne Einrichtung.

Spätestens im kommenden Jahr soll das Freibad auch an das Internet angeschlossen sein und über entsprechende Hotspots für die Besucher verfügen. Vor wenigen Wochen erhielt die Stadt für den Aufbau öffentlicher Zugangspunkte zum Internet Fördermittel von der Landesregierung. Eigentlich sollte das Netz am Freibad schon aufgebaut sein, wenn die ersten Badegäste kommen. So schnell ging es dann aber doch nicht. Aber spätestens im kommenden Jahr soll das Netz unter freiem Himmel nicht nur im Freibad, sondern auch in den angrenzenden Sportstätten sowie in der Innenstadt für die Bürger und Besucher kostenfrei zur Verfügung stehen, plant die Stadt bereits länger an den Zugangspunkten.