Schönebeck/Staßfurt (am/vs) l Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Süden von Belgien, nur 60 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze, ist ein Warnsignal. Die Gefahr, die von der Tierseuche ausgeht, ist nach wie vor nicht gebannt. Der verstärkte Abschuss von Schwarzwild wird auch im Jagdjahr 2019/2020 fortgesetzt.

Kreis übernimmt Untersuchung

Die Kreisverwaltung wird wie im Vorjahr auf die Trichinenuntersuchungsgebühr bei den in Salzländer Jagdbezirken erlegten Wildschweinen verzichten. Das hat Landrat Markus Bauer (SPD) nach einer Mitteilung aus seiner Behörde entschieden. Außerdem sollen auch die Entsorgungskosten für unbrauchbare Stücke erneut übernommen werden, wenn der Duncker’sche Muskelegel nachgewiesen wurde.

„Unsere Jäger tragen eine hohe Verantwortung bei der Hege und Pflege des Wildbestandes“, betonte Bauer. „Das frühe Erkennen und Verhindern der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest sind wichtige Eckpunkte unserer gemeinsamen Arbeit, auch für den Schutz der Hausschweinebestände“.

Der Kreis legte jetzt eine erste Bilanz vor. Im vergangenen Jagdjahr wurden demnach 1530 Wildschweinproben aus dem Salzlandkreis auf Trichinen untersucht. Das sind 365 Proben und damit über 30 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum davor. Dafür wurden insgesamt 13 000 Euro an Gebühren fällig. Diese Summe übernimmt der Kreis.

Gefahr ist weiterhin hoch

Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Löffler-Institut, schätzt die Gefahr des Einschleppens gefährlicher Seuche nach Deutschland weiterhin als hoch ein. Sie stelle eine starke Bedrohung für Haus- und Wildschweinbestände dar und hätte gravierende wirtschaftliche Konsequenzen.

Die Tierseuche ist anzeigepflichtig. Sie gehört zu den wirtschaftlich bedeutsamsten Viruserkrankungen der Haus- und Wildschweine. Die Seuche wurde in den 1970er Jahren sporadisch in Mittel- und Südeuropa festgestellt. Seit 2007 hat sie sich von Russland inzwischen bis in die baltischen Staaten und das östliche Polen ausgeweitet. Und nun Belgien.

Um das Ausbreitungsrisiko durch Wildschweine zu senken, hilft ein zeitnahes Erkennen der Tierseuche. Zudem müssen die Bestände drastisch reduziert werden - etwa durch Abschuss. Sachsen-Anhalt hat eine Prämie für Jäger für das Auffinden und Beproben von Fall- und Unfallwild ausgelobt. Pro Stück sind das 50 Euro.

Während die erwerbsmäßig Schweine haltenden Betriebe ihre Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Tierbestände erhöht hätten, sieht der Kreis bei den privaten Schweinehaltungen zum Teil Nachholbedarf.