Bördeland l Der Zusammenschluss der Ortswehren Kleinmühlingen und Zens sei notwendig gewesen, sagt Hans-Georg Fabian. Bördelands Gemeindewehrleiter erklärt, dass sich die Situation zugespitzt habe: Der Zenser Wehrleiter sei 2015 aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten, ein Jahr später der stellvertretende Wehrleiter aus beruflichen Gründen. Die Ortswehr ist führungslos gewesen.

Lange Ausbildung zur Führungskraft

Die Frage stand im Raum, wie es weitergehen sollte. Wenn nichts passiert wäre, hätte sich die Wehr auflösen müssen. Doch das haben die Zenser nicht gewollt. Es habe einen guten Zulauf gegeben, weiß Hans-Georg Fabian. Neun neue Feuerwehrleute an der Zahl. „Doch eine Ausbildung zur Führungskraft dauert laut Laufbahnverordnung für Feuerwehren etwa sechs Jahre“, weist er auf einen Knackpunkt hin. Also einfach so als Ortswehr weitermachen, bis jemand mit dem Ausbildungsmarathon fertig ist, sei nicht möglich gewesen.

Kleinmühlingen und Zens haben schon seit 2015 Dienstabende und Ausbildung gemeinsam absolviert. „Erst ist alles schleppend angelaufen. Beide Seiten waren nicht so positiv aufeinander gestimmt“, gibt Fabian zu, der auch Wehrleiter in Kleinmühlingen ist. „Aber das hat sich gegeben. Es läuft bestens. Die Kameraden aus Kleinmühlingen sagen selbst, dass sie den Hut vor den Zensern ziehen, die zu uns zur Ausbildung kommen, und dass sie sehr glücklich darüber sind.“

Aufgrund der fehlenden Leitung kam es 2018 zum Zusammenschluss. Beide Standorte bleiben erhalten. Die Zenser Kameraden – in die Ortsfeuerwehr Kleinmühlingen integriert – gehören zur Ortsfeuerwehr Kleinmühlingen-Zens. „Das ist ein Pilotprojekt im Land: Die Wehr in Zens bleibt als unselbständiger Standort erhalten, sprich Gerätehaus, Fahrzeug, Kleidung und die Kameraden bleiben in Zens – aber sie können nicht führen“, erklärt der Gemeindewehrleiter.

Aus Gesprächen und anhand der allgemeinen Stimmung könne er sagen, dass die Zenser und Kleinmühlinger Feuwehrleute „glücklich mit der Situation“ seien. Nach der anfänglichen Skepsis habe er nichts Negatives mehr gehört.

Gemeinsam bei Dienst und Veranstaltungen

Dienste und Veranstaltungen laufen gemeinsam. So im vergangenen Jahr die Weihnachtsfeier. „Nur die Osterfeuer laufen noch getrennt. Das soll auch so sein, das hat Tradition“, so Hans-Georg Fabian. Und die Kleinmühlinger haben im vergangenen Jahr erstmals beim Maibaumsetzen und beim musikalischen Pfingstsonnabend „Dixieland non stop“ in Zens unterstützt, die Zenser beim Weihnachtsbaumsetzen in Kleinmühlingen. „Die Arbeit läuft Hand in Hand. Es ist eine Einheit“, sagt er als Gemeindewehrleiter und Ortswehrleiter zufrieden. Die Dienstabende der 30 Aktiven seien sehr gut besucht, manchmal seien sie bis zu 26 Kameraden, die geringste Beteiligung lag bei 19 Kräften.

In Sachen Dienstabende gehen die Ortswehren Biere und Eickendorf seit zwei Jahren einen gemeinsamen Weg. Anfangs nur im Sommer, seit diesem Jahr generell. „Für das erste Halbjahr gibt es erstmals einen gemeinsamen Dienstplan“, weiß Hans-Georg Fabian. und will betont wissen: „Das hat nicht zur Folge, dass eine Fusion angestrebt wird.“ Dafür gebe es keinerlei Gründe, denn es gibt funktioniere Wehrleitungen. Nur die Kinder- und Jugendwehr sei nun zusammengelegt worden und nach Biere gewechselt.

Eine Zusammenarbeit streben nun auch die Feuerwehrleute aus Eggersdorf und Großmühlingen an. Der Jahresplan sei aufgestellt, darin zwei Dienste, die sie gemeinsam stemmen wollen. Hans-Georg Fabian befürwortet das und freut sich über die „schrittweise Annäherung“.

„Eine gemeinsame Ausbildung ist immer gut, denn die Kameraden sind dann auch zusammen bei Einsätzen vor Ort. So wissen sie, wer von ihnen was kann und wo welche Geräte auf den Fahrzeugen liegen“, weiß der Gemeindewehrleiter aus Erfahrung. „Wenn ich Kleinmühlinger und Zenser an ein Gerät stelle, wissen beide das gleiche – weil sie den gleichen Ausbildungsstand haben.“

Wichtig sei ihm, dass sich dieses Kooperationen sich selbst finden und nicht von außen angeordnet werden. Der Zusammenarbeit von Ortswehren sei somit willkommen, ein Zusammenlegen jedoch immer nur die letzte Option, wenn nichts anderes mehr möglich sei. Derzeit bräuchte darüber jedoch keiner nachdenken, denn Fusionen würden nicht anstehen. „Wir wollen keine Feuerwehren platt machen, aber über sinnvolle konstruktive Zusammenarbeiten nachdenken.“ So gebe es auch immer wieder große Übungen der Löschzüge. Zum Löschzug Ost gehören die Ortswehren Zens, Kleinmühlingen, Großmühlingen und Eggersdorf, zum Löschzug West Welsleben, Biere und Eickendorf.