Schönebeck l Das Rekordjahr der Wetterextreme 2018 hat auch den 94 Freiwilligen Feuerwehren im Salzlandkreis einen starken Anstieg der Einsätze beschert. „Schon der Januar begann für viele Feuerwehren mit einer Härteprüfung“, sagte der Kreisbrandmeister Hans-Ulrich Robitzsch bei der jüngsten Dienstberatung des Brand-, Katastrophenschutz und Rettungsdienstes in Könnern. So mussten die Feuerwehrleute allein wegen des Sturmtiefs Friederike im Januar 535 Mal zu Einsätzen im Salzlandkreis ausrücken. Insgesamt stieg die Zahl der Einsätze 2018 in der Region auf 2682, im Vergleich zu 2396 im Vorjahr. Das sind 286 Einsätze mehr oder ein Anstieg um mehr als zehn Prozent.

Trockener Sommer führt zu vielen Waldbränden

Zwar ging die Zahl der Technischen Hilfeleistungen im Vergleich zum Vorjahr von 1613 auf 1591 leicht zurück. Gleichzeitig stieg vor allem die Zahl der Brandeinsatze 2018 auf 1074, im Vergleich zu 764 im Vorjahr. Das erklärte Kreisbrandmeister Hans-Ulrich Robitzsch nicht zuletzt mit dem heißen und trockenen Sommer, in dem die Einsatzkräfte immer wieder zu Feldbränden gerufen wurden. „Auch in unserem Landkreis wurden die Feuerwehren verstärkt zu Vegetationsbränden und Bränden in der Landwirtschaft alarmiert. Hinzu kamen einige Großbrände im Großraum Staßfurt“, berichtete der Kreisbrandmeister.

Mehrere Ortswehren schließen sich zusammen

Der aus wasserführenden Fahrzeugen bestehende Fachdienst 1 unterstützte zudem die Bekämpfung eines Waldbrandes bei Serno im Landkreis Wittenberg. „Dort brannte eine Fläche von 100 Fußballfeldern, es war seit 18 Jahren der größte Waldbrand in Sachsen–Anhalt“, sagte Kreisbrandmeister Hans-Ulrich Robitzsch.

In Staßfurt hatten die Einsatzkräfte der Feuerwehr zudem mit mehreren Fällen von Brandstiftung zu kämpfen. So waren eine Lagerhalle und mehrere Felder angezündet worden. Mehrere Verdächtige konnten festgenommen werden. Zu einer Verurteilung war es allerdings nicht gekommen.

Nach dem starken Rückgang der Mitglieder zwischen 2015 auf 2016 von 2495 auf 2278 stabilisiert sich die Zahl inzwischen wieder bei 2348 Einsatzkräften. Darunter sind 394 Frauen, so viele wie schon seit mehreren Jahren nicht mehr.

Zu Beginn des vergangenen Jahres wurden zudem die Zusammenschlüsse von mehreren Feuerwehren vollzogen. So wurden die Ortswehren Förderstedt, Glöthe und Üllnitz zur Feuerwehr Südliche Börde vereinigt. Zudem kam es zur Zusammenlegung von Kleinmühlingen und Zens mit Bildung eines unselbstständigen Standortes Zens.

Zu wenig Training für Atemschutzträger

Hans-Ulrich Robitzsch erinnerte daran, dass alle Atemschutzgeräteträger am jährlichen Training in der Übungsstrecke teilnehmen sollten. „Im zurück liegenden Jahr wurde die Atemschutzübungsstrecke nur von 763 Feuerwehrangehörigen genutzt. „Es sind insgesamt 925 Atemschutzgeräteträger gemeldet worden“, sagte der oberste Feuerwehrmann im Salzlandkreis. Es sei für jeden ersichtlich, dass das nicht alle Kameraden seien.

Der Kreisbrandmeister bat zudem darum, dass die Einsatzkräfte möglichst früh Bescheid sagten sollten, wenn sie an angemeldeten Lehrgängen doch nicht teilnehmen können. Dies sei wichtig, damit die Plätze an andere Kameraden übertragen werden können, die eine Weiterbildung brauchen.

Mehr Ausbildung als geplant

Insgesamt zeigte sich der Kreisbrandmeister mit dem Fortschritt bei der Ausbildung allerdings zufrieden. „Da wir im Landkreis eine gute Lehrgangsorganisation und flexible Kameradinnen und Kameraden haben, konnten wir zu einigen quotierten Lehrgängen mehr Teilnehmer entsenden, wie uns Plätze zugewiesen waren“, sagte Hans-Ulrich Robitzsch. So konnten etwa mehr Gruppenführer, Drehleitermaschinisten und Gerätewarte ausgebildet werden, als ursprünglich geplant. Insgesamt besuchten im vergangenen Jahr 376 Feuerwehrleute einen Lehrgang. Das sind sechs mehr als noch im Vorjahr.

„Ich denke, dass wir in diesem Jahr wieder ein gutes Ergebnis erreichen werden“, sagte der Kreisbrandmeister, der daran erinnerte, dass der Ausbildungsbedarf für kommendes Jahr noch bis Ende Februar angemeldet werden kann.