Schönebeck/Barby/Calbe (slz/ji/ee/tli) l „Ventilatoren? Null – wir sind restlos ausverkauft“, heißt es im Kaufland in der Calbeschen Straße in Schönebeck. Das sei bereits seit etwa zwei Wochen so. Und das, obwohl es vorher richtig viele Exemplare im Markt gegeben hätte.

Ähnlich sieht es im Toom-Baumarkt in der Schönebecker Stadionstraße aus. Wer sich hierhin auf den Weg macht, um einen Ventilator anzuschaffen, wird ebenfalls leer ausgehen. „Wir haben bereits versucht, welche nachzubestellen, aber selbst das ist derzeit schwer“, sagt Filialleiter Andreas Hohler. Auch hier sei das bereits seit zirka zwei Wochen so. Er hat jedoch einen kreativen Vorschlag für Menschen, die sich danach sehnen, dass ihnen ein wenig kühle Luft zugeblasen wird. „Wir haben noch Heizlüfter da. Wenn man die auf die kalte Stufe stellt, funktionieren die ähnlich wie ein Ventilator“, sagt er augenzwinkernd.

Nach einem Tag ausverkauft

Im Elektrohaus Neubauer in Schönebeck gab es am Donnerstag eine neue Lieferung an Ventilatoren. „Die waren aber nach einem Tag wieder ausverkauft“, sagt Inhaberin Bettina Neubauer.

Ähnlich sieht es im E-Center Schönebeck aus. „Wir hatten acht verschiedene Modelle. Doch die sind alle weg, auch die Lieferung der vergangenen Woche“, sagt der stellvertretende Marktleiter Ralf Riedel. Grundsätzlich sei die Nachfrage im Sommer jedes Jahr hoch. „Aber in diesem Jahr ist es besonders schlimm“, so Ralf Riedel.

Erst seit ein paar Tagen sind in der Barbyer Filiale von Wreesmann Sonderpostenmärkte die Ventilatoren ausverkauft. Bezirksleiterin Jana Hartmann sagt auf Anfrage: „Das ist jetzt zeitweise bei uns so durch die Hitze. Aber das ist doch besser als Regen.“

Sein Glück versuchen

Wer zumindest noch ein kleineres Modell erwerben möchte, kann sein Glück im Profi-Baumarkt in Calbe versuchen. Hier sind zwar die großen Ventilatoren alle ausverkauft. Ein paar kleine Geräte seien noch erhältlich, informierte die Marktleitung.

Und so müssen viele Menschen in der Region nach Alternativen suchen, um sich abzukühlen. „Ich habe auch keinen Ventilator mehr abgekriegt“, sagt etwa Monique Radke, die auf dem Schönebecker Marktplatz ein Wassereis isst. Ihr Rezept gegen die Hitze: „Da hilft nur noch viel Eis essen und im See baden gehen“, so die 19-Jährige.

Auf einer schattigen Bank auf dem Markt kühlen sich auch Gertrud und Klaus Jansen ab, die auf ihrer Radtour von Dresden nach Hamburg gerade Station in Schönebeck machen.

Fahrtwind kühlt wunderbar

„Der Fahrtwind beim Fahrradfahren kühlt wunderbar“, sagt der 60-Jährige aus Köln. „Trotzdem muss man unbedingt einen Hut tragen, damit man sich nicht verbrennt.“

Außerdem sollte nicht nur Radfahrer bei den Temperaturen besonders viel trinken.

Eine ungewöhnliche Empfehlung hat Michael Gremmes parat. „Am besten macht man sich bei der Hitze ein paar kühle Gedanken und denkt an Eisbären“, sagt der 50-jährige Leiter des Stadtplanungs- und Stadtentwicklungsamtes der Stadt und lacht.

Um nachzuhelfen, könne man sich auch Bilder von Eisbären als Bildschirmschoner am Computer hochladen.

Und auch die Wasserspiele auf dem Markt seien ideal, um sich die Füße abzukühlen, auch wenn sich Michael Gremmes selbst da ein bisschen zurückhält. „Ich trage lange Hosen und bin nicht so mutig“, sagt er.

Zu heiß, um Eis zu essen?

Ausgerechnet im Eisladen am Markt-Café ist es ebenfalls richtig heiß. „Unsere Kühltruhen sind von außen richtig warm. Da hilft es auch nicht, kurz die Finger reinzuhalten“, sagt Betreiberin Petra Wolff, die sicher erstaunlicherweise gar nicht über die Hitze freut. „Bei den Temperaturen verkaufen wir sogar weniger Eis, weil die Leute gar nicht mehr auf den Markt kommen.“ Ventilatoren hat Petra Wolff in den Märkten der Region auch nicht mehr gekriegt.

Trotzdem summen vier der Geräte in ihrem Eiscafé. „Die habe ich im Internet bestellt“, sagt die 62-Jährige. Sie sagt dazu: „Das mache ich eigentlich sonst nicht so gern, aber was soll man machen, wenn alle Geschäfte ausverkauft sind?“