Bildung

Sommerschule in Großmühlingen

Etwa 30 Kinder drücken zwei zusätzliche Wochen in der Grundschule Großmühlingen die Schulbank. Die durch Corona bedingten Defizite sollen so aufgeholt werden.

Von Jan Dahms
Eine der insgesamt sieben Lerngruppen in der Großmühlinger Sommerschule bilden Charlotte (7 Jahre), Lia (7 Jahre)  Luna (7 Jahre) und Philipp (10 Jahre) (v.l.n.r.). Betreut werden sie dabei von einer externen Hilfskraft. Auf dem Programm stand am Freitag Mathe.
Eine der insgesamt sieben Lerngruppen in der Großmühlinger Sommerschule bilden Charlotte (7 Jahre), Lia (7 Jahre) Luna (7 Jahre) und Philipp (10 Jahre) (v.l.n.r.). Betreut werden sie dabei von einer externen Hilfskraft. Auf dem Programm stand am Freitag Mathe. Fotos: Jan Dahms

Großmühlingen - Die erste Woche der Sommerferien ist schon fast vorbei. Trotzdem sind in den vergangenen Tagen etwa 30 Schüler der Grundschule Großmühlingen früh aufgestanden und haben sich auf den Weg in die Schule gemacht. Denn hier findet zum ersten Mal eine Art Sommerschule statt.

Defizite aufholen

Helga Frenzel, die Schulleiterin der Grundschule ist überrascht. „Wir haben gar nicht mit so viel Zulauf gerechnet“, meint sie. Denn die Teilnahme am Unterricht sei für die Kinder freiwillig, betont sie. Laut der Schulleiterin wird die Sommerschule vom Bildungsministerium des Landes gefördert. „Das Ziel dieser Schule in der Ferienzeit ist es, Corona bedingte Defizite aufzuholen“, erklärt Frenzel. Neben einigen Grundschulen bieten in diesem auch weiterführende Schulen ähnliche Projekte an.

Lernen in kleinen Gruppen

Die Sommerschule in Großmühlingen findet insgesamt in zwei Wochen der großen Ferien statt. Einmal in der ersten Ferienwoche und dann noch einmal Ende August, in der letzten Urlaubswoche. Das Lernen in den Ferien unterscheidet sich dabei stark vom normalen Unterricht in der Schulzeit. Das fängt schon bei der Uhrzeit an. Zwischen 9.30 Uhr und 11.30 Uhr heißt es für die Schüler Lehrstoff nachholen. Aufgeteilt in sieben jahrgangsübergreifenden Lerngruppen, werden jeweils etwa vier Kinder betreut.

Externe Experten helfen den Kindern

Angeleitet werden sie dabei nicht von ihren Lehrern, sondern von „Externen“, erzählt Helga Frenzel. So führen beispielsweise die Lehrerin einer Musikschule, eine Legasthenietrainerin aus Schönebeck, aber auch Studenten und ältere Schüler die Übungen mit den Kindern durch. „Das hat den Vorteil, dass sie den Kindern gegenüber unvoreingenommen sind“, so Frenzel. Bei so wenig Kindern in einer Lerngruppe werde auch schnell ein Vertrauensverhältnis aufgebaut.

Sommerschule mit Sport

Nach Angaben der Großmühlingener Grundschulleiterin Helga Frenzel gibt es für die Sommerschule keine inhaltlichen Vorgaben oder einen Lehrplan vom Bildungsministerium. Demnach kommen die Übungen meist aus Aufgabenheften, die speziell für Ferienkurse entwickelt wurden. Für die Grundschüler stehen neben Mathe und Deutsch auch Musik und Sport auf dem Programm. Gerade der Sport sei für Kinder wichtig, meint die Schulleiterin. „Das soziale Miteinander im Sportunterricht kam einfach zu kurz in Zeiten von Corona“, betont Frenzel. Der Bedarf an diesem Angebot ist groß. Über ein Drittel der Kinder an der Grundschule Großmühlingen macht mit. In sogenannten Leistungsentwicklungsgesprächen sei einigen Eltern das Projekt empfohlen worden, gibt sie an. „Alle 30 verfügbaren Plätze sind ausgebucht“, erklärt die Schulleiterin.

Überzeugungsarbeit

Auch die Kinder von Vivian Pomares sind dabei. „Sie haben in den letzten Monaten viel verpasst. Jetzt können sie zusammen mit ihren Freunden lernen“, meint Pomares. Große Überzeugungsarbeit musste sie deshalb bei ihrem Sohn und ihrer Tochter nicht leisten. Ihre Kinder seien auch nur eine Woche in der Sommerschule, denn Ende August ist die Familie im Urlaub, erklärt Vivian Pomares. Die Oma von dem achtjährigen Jeremy musste dagegen die Sommerschule erst schmackhaft machen. „Meine Schwiegertochter war zuerst dagegen“, erzählt Gudrun Ramonat. Die Kinder würden so ihrer Freizeit beschnitten werden, sei ein Argument gewesen. Ramonat konnte sich letztendlich durchsetzen. „Das ist doch eine gute Möglichkeit für die Kinder das nachzuholen, was sie verpasst haben“, meint sie.