Schönebeck l Dienstagabend, 2. Februar 2021, 18.47 Uhr, auf dem Parkplatz des Norma-Marktes an der Moskauer Straße in Schönebeck. Man habe sich treffen wollen, um etwas zu klären, doch dann kam alles ganz anders.

Denn an diesem Dienstagabend kam es zu einer schweren Raubstraftat, in deren Verlauf zwei Personen zum Teil erheblich verletzt wurden. Das teilte die Polizei nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft und der Verkündung von Haftbefehlen am Donnerstagabend mit.

Opfer auf Parkplatz gelockt

Doch was war passiert? In der Mitteilung der Beamten heißt es: „Nach bisher vorliegenden Erkenntnissen wurden die beiden Opfer (m/33 und w/26) unter dem Vorwand, ‚etwas klären zu wollen‘, auf den Parkplatz gelockt.“ Dort angekommen, sollen die Frau und der Mann aus Schönebeck sofort attackiert, getreten und geschlagen worden sein – mehrfach trotz Gegenwehr, wie Polizeisprecher Marco Kopitz auf Volksstimme-Anfrage erklärt.

Im weiteren Verlauf der Tat seien auch ein Messer und eine „Waffe“ als Drohmittel zum Einsatz gekommen – vermutlich eine Schreckschusswaffe. Einer der Täter entnahm dabei 300 Euro Bargeld aus der Bauchtasche der 26-Jährigen. Das 33-jährige männliche Opfer konnte noch während der Tat die Polizei alarmieren. Die beiden männlichen Täter aus Schönebeck und Magdeburg flüchteten noch vor dem Eintreffen der Polizei.

Verdächtige in Magdeburg gestellt

Im Verlauf der Ermittlungen konnten die beiden Tatverdächtigen (29 und 38 Jahre) dann aber nach Befragungen der Opfer und Zeugen am frühen Mittwochmorgen in Magdeburg gestellt und vorläufig festgenommen werden.

Bereits in der Nacht zu Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft nämlich die Durchsuchung der Wohnung des Magdeburgers und die Festnahme der Täter mit dem Hintergrund des Haftantrages angeordnet.

Bei der Durchsuchung der Wohnung, in der sich die beiden mutmaßlichen Täter auch aufgehalten haben, wurden schließlich zwei Schreckschusswaffen gefunden und sichergestellt. Einen kleinen Waffenschein konnte keiner der beiden Männer vorweisen. Doch der ist zum Führen einer Schreckschusswaffe erforderlich. Die Registrierung solcher Waffen nicht.

Vernehmungen in Schönebeck

Am Mittwochnachmittag und Donnerstagmorgen wurden die Tatverdächtigen dann in Schönebeck vernommen und weitere Maßnahmen zur Beweissicherung getroffen. Der Haftantrag der Staatsanwaltschaft wurde dann am späten Donnerstagnachmittag durch den zuständigen Amtsrichter in Schönebeck geprüft und die Haftbefehle verkündet. Die beiden Beschuldigten wurden im Anschluss in die Justizvollzugsanstalt Burg gebracht.

Grund dafür: Bei einem schweren Raub handelt es sich um ein Verbrechen, das laut Strafgesetzbuch mit nicht unter fünf Jahren Freiheitsentzug geahndet wird. „In minder schweren Fällen nicht unter einem Jahr“, erklärt Marco Kopitz. Um einen schweren Raub handelt es sich immer dann, wenn etwas unter Drohung mit Waffen erbeutet wird. Und genau das war am Dienstagabend in Schönebeck der Fall.

Die genauen Umstände und Tatzusammenhänge sollen jetzt im Ermittlungsverfahren aufgearbeitet werden.