Schönebeck l Abends nochmal schnell zum Supermarkt oder mit dem Hund Gassi gehen – für die Anwohner Am Malzmühlenfeld und in der Otto-Kohle-Straße hieß das bis vor kurzem, dass sie eine Taschenlampe mitnehmen müssen. Dort war nämlich für drei Wochen die Straßenbeleuchtung defekt. Es war stockfinster. Seit Freitag funktionieren die Laternen wieder.

Als der Schaden noch nicht behoben war, sagte die Anwohnerin Eveline Scherf: „Es ist wirklich sehr dunkel. Ohne Taschenlampe sieht man nicht, wo man hintritt. Da kann man schnell stolpern.“

Problem erstmals aufgetreten

Die Arbeiten, um wieder Licht in die betroffenen Straßen zu bekommen, liefen seit dem 7. Januar. Anfangs hatte sich Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz noch optimistisch gezeigt, dass die Beleuchtung zügig wieder instand gesetzt werden könne. Dann hat es aber doch noch mal vier Tage gedauert, bis die Straßen wieder beleuchtet wurden. Auf Nachfrage der Volksstimme teilte Wannewitz mit: „Unser Fachbereich Elektro spricht von einer extremen Ausnahmesituation als Havarie, die so noch nie gewesen ist.“

Laut dem Stadtsprecher war ein Kurzschluss in einem Kabel aus DDR-Zeiten, der sich bis in weitere Bereiche fortsetzt und möglicherweise noch weiter fortsetzen kann, der Ursprung des Problems. „Der Kurzschluss hat eine Spannungsschwankung ergeben und eine Fortsetzung in Muffen und Klemmstellen bewirkt.“ Dieses Problem sei sehr aufwändig mess-, prüf- und behebbar gewesen, so Wannewitz. Dafür musste jede einzelne Fehlstelle „technisch eingemessen“ werden, wofür die Stadt extra Spezialtechnik geordert hatte.

Kommentare auf Facebook

Auf der Internetplattform Facebook schreibt ein Nutzer: „Wird es irgendwann mal geschafft, dass Am Malzmühlenfeld die Straßenlampen wieder funktionieren? Das ist ja gruselig im Dunkeln, da sieht man gar nichts.“

Und auch auf der Website der Stadt finden sich unter der Rubrik „Sag‘s uns einfach“ mehrere Hinweise auf die fehlende Beleuchtung und auf das Gefahrenpotenzial. Ein Schönebecker schrieb dort am 24. Dezember: „Seit sechs Nächten ist alles komplett dunkel. Hier wohnen übrigens viele ältere Bürger und auch Kinder. Was ist mit der Sicherheit?“

Gegenseitige Rücksicht

Ja, was ist denn mit der Sicherheit? Hans-Peter Wannewitz sagt: „In Not- und Ausnahmesituationen – also währenddessen eine Reparatur läuft – sind die Anwohner zu erhöhter Aufmerksamkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme angehalten, wobei Kraftfahrzeuge Eigenbeleuchtung besitzen, Fußgänger aber größere Vorsicht walten lassen und notfalls eine Taschenlampe benutzen sollten.“ Diese kurzfristigen Ausnahmesituationen seien zumutbar, so der Stadtsprecher.

Übrigens ist die Straßenbeleuchtung laut Kommunalverfassungsgesetz des Landes eine freiwillige Aufgabe. „Pflichtig sei sie nur, soweit sie zur Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht erforderlich ist. Dies sei wiederum nur in besonderen Gefahrenbereichen der Fall“, zitiert Wannewitz aus einer kleinen Anfrage an die Landesregierung. Dennoch sorge die Stadt im Interesse der Bürger und ihrer Lebensqualität für angemessene Beleuchtungen.