Schönebeck l Dafür konnten aber weder Veranstalter, noch die Standbetreiber etwas. Vor allem am Samstag machte das Regenwetter den hungrigen Besuchern einen Strich durch die Rechnung.

Exotische Insekten

Und doch: Der Hunger nach Veranstaltungen bei den Menschen war an diesem Wochenende groß. Im wahrsten Sinne des Wortes. Dafür, dass zumindest der körperliche Hunger gestillt wurde, sorgten über 40 Stände mit allerlei Leckereien. Einen von ihnen betrieb Nahar Al Ahmed. Nicht nur irgendeinen, sondern wohl den, mit dem spektakulärsten und exotischsten Angebot des ganzen Festivals. Al Ahmed verkaufte Insekten. „Die Schönebecker sind noch ein bisschen zurückhaltend“, berichtete er am Freitagabend. „Dabei sind Insekten sehr gesund und vor allem eiweißreich.“ Einige taten es aber doch. So wie Christian Naul. Der Berliner besuchte Freunde in Schönebeck. Auch für den Hauptstädter war es eine der ersten größeren Veranstaltungen nach dem Corona-Lockdown. „Die Mehlwürmer schmecken so, wie es ihr Name verrät – mehlig“, sagte der Berliner. „Die Heuschrecken kann ich aber nur empfehlen.“

Naul war am Wochenende bei Andreas Beizer und seiner Familie in der Elbe-Stadt zu Gast. „Die Veranstaltung ist wirklich schön und vor allem sehr abwechslungsreich“, kommentierte der Schönebecker.

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Speisen speziell für Streetfood

Vor allem das idyllische Ambiente des Kurparks hatte es Standbetreibern und Organisatoren angetan. „Die Kulisse ist einfach sensationell“, kommentierte Hauptorganisator Thomas Franzky. Er kennt den Kurpark bereits von der Kulinarischen Nacht und kommt immer wieder gerne nach Bad Salzelmen. Bei seinen Festivals trifft er immer wieder auf Besucher, die sich über die Vielfalt der angebotenen Gerichte freuen. „Oft erleben die Gäste das Festival ganz anders, als sie es erwartet hätten“, so Franzky. „Die Speisen sind nicht klassisch für Restaurants zubereitet, sondern speziell auf Streetfood zugeschnitten.“

Das bestätigten Christian Kohl und Ira Wegmann. Die beiden Unterfranken betreiben einen Stand mit klassischen Fleischgerichten. Sie haben Hot dogs, Angus Rind und Kangoroo-Burger im Angebot. „Wir wollen uns damit von der Masse abheben“, erklärt Christian Kohl. Vor allem das Fleisch aus dem australischen Beuteltier kommt gut an. Dabei werden die Erzeugnisse wie bei einem „normalen“ Hacksteak in einem Fleischwolf zerkleinert. Angereichert mit allerlei Gewürzen werden sie dann zu einem schmackhaften Gericht.

Süßes Dessert

Ob es nach herzhaften Gerichten etwas Süßes sein darf? Klar, dachte sich Sina Bellgardt. Nach einem Cocktail aus der Tüte, zog es die junge Frau mit ihrem Partner Markus Hillmer an die Waffel. Eine Bubble-Waffle, gefüllt mit Eis, Sahne, Schokolade und vier verschiedenen Soßen sollte es sein – ein mächtiges Dessert zum Abschluss. Ob es für hungrige Schönebecker im nächsten Jahr einen Streetfood-Nachschlag gibt?