Schönebeck (ok) l Über die Neuauflage einer typischen Betrügermasche warnt die Polizei des Salzlandkreises. Eine Leserin der Volksstimme wurde vor wenigen Tagen angerufen – angeblich von der Polizei. „Am Telefon wurde mir berichtet, dass ein festgenommener Täter in der Hosentasche einen Zettel hatte, auf dem meine Adresse stand“, berichtete die Leserin aufgeregt am Telefon.

Der falsche Polizist wollte daraufhin wissen, ob mit der älteren Dame alles in Ordnung ist, ob ihr Sparkonto sicher sei und Wertsachen fest verstaut sind. „Wir wurde ganz komisch, und ich hatte irgendwie Angst, einfach aufzulegen“, berichtete die Frau am Lesertelefon.

Genau diese Ängste ausnutzend sei das Prinzip der Betrüger, berichtete gestern auf Anfrage Marco Kopitz vom Polizeirevier Salzlandkreis in Bernburg. „Die Polizei führt in der Regel keine ausführlichen, telefonischen Befragungen durch und will auch nicht wissen, ob mit dem Sparbuch alles sicher ist und wo die Wertsachen lagerten. Das geht uns nichts an“, so Kopitz. Sollte die Polizei in einem Fall ermitteln, werden die Bürger zu Gesprächen ins Revier eingeladen oder Polizisten melden sich persönlich vor Ort.

Was also tun? „Es ist immer richtig, das Gespräch mit den falschen Polizisten sofort zu beenden“, macht der richtige Polizist aufmerksam. Über das Telefonbuch sollte dann die Telefonnummer der Polizei herausgesucht und nachgefragt werden. „Dann wird sich schnell herausstellen, dass ein Betrüger am Werk war. Oder Betroffene sollten Familienangehörige nach der weiteren Vorgehensweise befragen, rät der Polizist.

Aktuell lägen nach Auskunft von Marco Kopitz in Bernburg keine Anzeigen zu dieser Betrügermasche vor. Bekannt seien aber Fälle aus dem Bördekreis und der Stadt Magdeburg.