Biere l Der Fuchs ist los. In der Gemeinde Bördeland, genauer in Biere, treibt er rund um die Kleine Straße sein Unwesen. Einige Anwohner haben bereits Verluste von Enten und Hühnern zu verzeichnen.

Darf der Fuchs geschossen werden? Und gibt es Entschädigungen für die Anwohner? Das zuständige Ordnungsamt gibt sich bemüht und versucht aufzuklären. „Uns ist das Fuchs-Problem bekannt und wir suchen im Moment nach Lösungen“, erläutert Andreas Pluntke vom Ordnungsamt der Gemeinde Bördeland. Jens Dedow, Vorsitzender der Jägerschaft Schönebeck erklärt: „Innerhalb geschlossener Ortschaften dürfen Jäger nur mit Ausnahmegenehmigungen schießen. Sonst droht der Entzug der Jagderlaubnis. Im Moment genießt der Fuchs zudem eine Schonzeit, da viele Fehen Junge großziehen.“

Fallen ohne Erfolg

In Biere gab es schon vor knapp einem Jahr ein Fuchsproblem. Damals wurden in der Feldstraße Fallen aufgestellt, nachdem einige Hühner dort gerissen worden waren. Der Erfolg blieb aus.

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Anwohner wie Joachim Hoffmann, Peter Lentze und Werner Knopf haben allesamt mit Viehverlusten zu kämpfen. Einige haben den Fuchs bereits gesehen. Räudig und beinahe groß wie ein Hund soll er gewesen sein, so die Anwohner. „Ich habe Angst um die Kinder und Enkelkinder hier“, fasst Joachim Hoffmann zusammen.

Wie geht es nun weiter? Michael Pluntke erklärt: „Das Ordnungsamt hat die Möglichkeit Fallen aufzustellen um den Fuchs „lebendig“ zu fangen. Auch der Jäger wird hierzu nochmals kontaktiert.

Jäger berät

Zudem kann immer wieder an die Einwohner appelliert werden, Futterstellen für Hühner, Hunde und Katzen an Stellen anzubieten, die vom Fuchs und anderen Wildtieren nicht erreicht werden können.“

Der zuständige Jäger Frank Freitag „hilft gerne dem Ordnungsamt und steht beratend zur Stelle“. Das Ordnungsamt der Gemeinde hatte im vergangenen Jahr extra Fuchsfallen angeschafft, um in Situationen wie dieser schnell eingreifen zu können.

Einige Anwohner vermuten, dass diese Fallen eventuell zu klein für den großen Fuchs sind. Auch könne er sich im verlassenen Gebäude ganz in der Nähe der Gemeindeverwaltung befinden.

Keine Räude

„Die Fallen sind speziell für Füchse vorgesehen. Größere sind im Handel nicht erhältlich“, kommentiert Andreas Pluntke. „Ob diese Fallen tatsächlich zu klein sind, kann nicht beurteilt werden. Hier verlassen wir uns auf die Fachleute. Die Aussage, dass der Fuchs in einem leerstehenden Haus haust, ist neu. Auch den Kollegen ist das nicht bekannt. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass auf unbewohnten Grundstücken der Fuchs heimisch ist.“

Der Pressesprecher des Salzlandkreises Marko Jeschor ergänzt: „Der Salzlandkreis wird aufgrund des Waffengesetzes keine Erlaubnis erteilen, den Fuchs innerorts schießen zu lassen. Aus unserer Sicht liegen keine besonderen Umstände vor, die eine solche Erlaubnis rechtfertigen würde. Eine Entschädigungszahlung ist nicht vorgesehen. Vielmehr ist der Tierhalter in der Pflicht, seine Tiere zu schützen. Zu Räudefällen können aktuell keine Auskünfte erteilt werden.“

Jens Dedow von der Schönebecker Jägerschaft erklärt zudem: „Während der Fütterungszeiten für die Nachkommen kann es passieren, dass die Fehen räudig aussehen, da diese unter enormen Druck stehen, genügend Futter zu finden.“ Selbstjustiz wurde von allen Seiten abgelehnt. Im Falle eines Angriffs des Tieres ist nach § 228 des Bürgerlichen Gesetzbuches das eigene Leib und Leben natürlich zu schützen. Tödliche Fallen sind allerdings nicht legal. Der Fuchs darf zwar privat durch Fallen eingefangen werden, muss aber zwingend dem zuständigen Jäger lebendig überreicht werden. Durch die vielen Katzen in der Gegend wird es sicherlich zu Katzenfängen kommen. Es bleibt abzuwarten, ob eines Tages der Fuchs auch in die Falle tappen wird.