Bad Salzelmen l Was lange währt ... Seit mehreren Jahren ist auf dem Markt in Bad Salzelmen zu beobachten, dass Einzelteile des Natursteinpflasters nach und nach abplatzen. Seit 2014 hat die Verwaltung eine umfangreiche Sanierung geplant. Schrittweise sollte das Pflaster ausgetauscht werden. Um die Gefahr zu bannen, dass Fußgänger über die Löcher im Boden stolpern und sich verletzen. Aus der Reparatur in Abschnitten ist doch das Komplettpaket Markt geworden. Dann kommt es zu Lieferproblemen des Sandstein-Exporteurs in Indien aufgrund von ungewöhnlichen Wetterunbilden ... Am 5. März dieses Jahres konnte die Baumaßnahme endlich starten.

Nun zeigt sich der Marktplatz von seiner sanierten Seite. Die Bauabnahme ist am Donnerstag erfolgt. Bis auf kleinere Restarbeiten ist alles in Ordnung, versichern Baudezernent Guido Schmidt und Christiane Schreiber vom städtischen Sachgebiet Tiefbau.

Steine naturgebrochen

Die Marktfläche von 3500 Quadratmeter ist mit Quarzit-Sandstein versehen worden, der naturgebrochen ist. Das erklärt die ungeraden Kanten und leichte Unebenheiten. Der Unterbau ist geblieben, nur der Oberbau ist erneuert. Christiane Schreiber betont, dass es sich bei den Pflasterarbeiten um eine reine Reparatur handele, um die Verkehrssicherheit wieder herzustellen. Augenmerk lag dabei auch auf die Barrierefreiheit. Deshalb sei der Allgemeine Behindertenverband in Sachsen-Anhalt (Abisa) in die Planungen mit einbezogen worden und Vertreter seien auch vor vier Wochen nochmal mit vor Ort gewesen. „Sie haben den Platz für gut befunden“, so Guido Schmidt. Für viele Salzelmener wichtig: Sind die Arbeiten auf dem Markt beendet, kann auch wieder ein Wochenmarkt stattfinden. Der erste wird am 10. August sein. Drei Wochen sollte das Pflaster noch ruhen, bevor es von den Händlern mit ihren Mobilen befahren wird, weiß Christiane Schreiber.

Auch wenn der Marktplatz fertiggestellt ist, gibt es drumherum noch einiges zu tun. Der Parkplatz vor dem Museumshof muss noch gepflastert werden. Bis Mitte September sollen diese Arbeiten erledigt sein. Im kommenden Jahr wird der Vorplatz zwischen Salzlandmuseum und Sparkasse gepflastert, im Jahr darauf der Platz vor dem ehemaligen Ratskeller. Die bisherigen Kosten für Planung und Bau belaufen sich auf rund 600.000 Euro. In 2016 waren 410.000 Euro eingeplant, die aufgrund der Verzögerungen erst in diesem Jahr gebraucht wurden; dazu die geplanten Mittel in Höhe von 200.000 Euro für dieses Jahr. Im kommenden Jahren werden für die Arbeiten an den ausstehenden Plätzen noch einmal 260.000 Euro (2018) und 200.000 Euro (2019) fließen.

Markt wirkt freundlicher

Oberbürgermeister Bert Knoblauch, der beim Vor-Ort-Termin am Freitag auch zugegen ist, zeigt sich zufrieden. „Ich finde, der Platz wirkt heller und freundlicher.“ Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen gesteht das Stadtoberhaupt schmunzelnd: „Ich freue mich schon auf den Weihnachtsmarkt hier.“

Und eines ist allen bewusst: Die Steine sollen bestmöglich gehegt und gepflegt werden, damit sie möglichst lange halten. Die alten Steine, die 1997 verbaut worden waren, zeigten eine sogenannte Gefügeschwäche. Sie waren anfällig auf Feuchtigkeit sowie das Streusalz im Winter. Die Gewährleistung war 1999 abgelaufen. Die neuen Steine haben eine höhere Druckfestigkeit, sind aus sehr festem Sandstein. Dennoch gelte als oberstes Gebot: „Kein Salzen in Salze“, so Baudezernent Schmidt. Bert Knoblauch nickt: „Das Streusalz hat die Zerstörung der alten Steine mit gefördert.“ Darum weiß auch Janine Zug vom Ordnungsamt. Sie versichert beim Treffen auf dem Marktplatz, dass das Schneeschieben händisch passieren und Splitt statt Salz gestreut werden würde. Zudem übernimmt die zuständige Baufirma eine zweijährige sogenannte Pflasterpflege – da sich die Steine noch setzen, die Fugen regelmäßig nachgesplittet werden müssen. Die Gewährleistung geht über vier Jahre.