Hecklingen l Die Hecklingerin Christine Kern kann sagen, dass sie schöne Erinnerungen an den „ersten Busch“ hat, wenn sie darauf angesprochen wird. Früher sei sie dort immer zur Arbeit lang gegangen. Sie kann über einen kleinen Weg allerhand berichten. Vom Buswendeplatz sei man über ihn zur Schunkelstraße gelangt und von dort könne man nach wie vor weiter laufen zum „zweiten Busch“, einem weiteren kleinen Wäldchen, und zum „dritten Busch“ sowie der Pflaumenwiese. „Dort sind wir schon als Kinder immer viel Schlitten gefahren“, sagt sie. Selbst ist sie schon seit langer Zeit nicht mehr dort gewesen. Kern meint aber, dass der Weg nach wie vor von vielen Einwohner für einen Spaziergang genutzt wird.

Auch der Hecklinger Volker Müller ist viel mit seinem Hund unterwegs. Wie es im Moment am „ersten Busch“ aussieht, weiß er nicht so genau. Er meint auch, dass das vielleicht auch gar nicht so viele Leute interessiert.

Ärger mit Unrat

Fest steht: Im ersten Busch hat der Wald an dem besagten Teich in den vergangenen Jahren die Oberhand gewonnen. Der Hecklinger Jürgen Priese ärgert sich darüber. Er berichtet, dass man an das kleine Gewässer in der Nähe der früheren Jägerklause – wo heute die Biker ihr Domizil haben – schon seit einiger Zeit nicht mehr ran kommt. Seit dem letzten Sturm liege dort ein Baum um. Nur verschiedene Leute hätten sich privat in letzter Zeit bemüht, Unrat von der Oberfläche zu fischen. Im Moment verschmutze der Teich immer weiter. Priese sagt, dass er deshalb schon dreimal bei der Verwaltung im Rathaus nachgefragt hat.

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Er ist auch deshalb sauer, weil er sagt, den Teich vor Jahren einst selbst mit angelegt zu haben. Damals habe er einem Privatmann aus Staßfurt gehört, der darin eine Fischzucht mit Forellen hatte, danach sei er in das Eigentum der Stadt übergegangen.

Priese zeigt sich empört: „Man kann den Teich doch nicht anlegen und sich dann nicht mehr kümmern“. Der Baum liege seit Wochen um. Es sei doch keine große Arbeit, ihn mal wegzunehmen, meint er. Da brauche die Stadt auch keine Bienen, die darüber hinwegfliegen, meinte er in Anspielung darauf, dass der Bürgermeister die Idee der Stadt Braunschweig gut findet, Wildkräuterwiesen für Insekten auf städtischen Flächen anzulegen (Die Volksstimme berichtete).

Kaum noch etwas zu erkennen

Zurück zum Teich. Er befindet sich neben einem Gebäude. Das ist die frühere Jägerklause, die heute von den Motorradfreunden, das ist ein Zusammenschluss von Bikern im Ort, als Domizil genutzt wird. Ganz früher soll sich hier ein Ausflugslokal mit Terrasse befunden haben, danach ein Jugendclub, außerdem soll das Haus Monteuren als Übernachtungsquartier gedient haben, die Heizungsanlagen von der früheren Zuckerfabrik mit aufbauten. Doch davon ist heute kaum noch etwas zu erkennen.

Der Teich gleich nebenan ist eingezäunt, ein kleiner Zugang steht offen, rot-weißes Absperrband weht daran. Das Gewässer ist zugewachsen, Laub fällt rein. Der umgestürzte Baum liegt quer. Ein Schild wurde aufgestellt. Darauf die Aufschrift „keine Müllhalde“.

Der Unterhaltungsverband „Untere Bode“ ist für die Pflege des Teiches nicht in der Verantwortung, teilt Geschäftsführererin Martina Ritterhaus auf Nachfrage mit, weil es sich um kein fließendes Gewässer handelt. Seitens der Stadt wird informiert, dass die Beräumung des umgekippten Stammes schon beim zuständigen Stadtbaubetrieb in Auftrag gegeben wurde. Dieser könnte selbst festlegen, wann es passt und die Maßnahme eingetaktet wird.

Biotop verdreckt

Bürgemeister Uwe Epperlein (WGH) bestätigte auf Anfrage, dass der Teich der Stadt gehört, aber nicht mehr regelmäßig gepflegt werden kann, da der Bereich, in dem er sich befinde, eine Art Wald sei. Dieser Umstand sei nicht schön, aber er sei nun einmal so, musste Epperlein mit Bedauern anmerken. Der Stadtbaubetrieb reagierte Dienstagmorgen sofort und schickte Mitarbeiter raus. Die Beräumung des umgestürzten Baumes sei allerdings nicht ganz einfach, weil es Probleme gebe mit der entsprechenden Technik anzurücken, auch weil alles sehr „sumpfig“ sei. Man sei aber bemüht, eine Lösung zu finden, hieß es. Zum Glück gehe von dem Baum keine Gefahr aus, denn er rage nicht auf den Gehweg oder könnte jemanden verletzen. Priese bleibt skeptisch. „Wenn der Biotop immer weiter verdreckt, ist das eine Sauerei.“

Niemand kümmere sich um die Pflege. Priese kennt den Mann aus Staßfurt, der den Teich in den 1980er Jahren anlegte. „Da war alles pikobello sauber, er hat darin Forellen gezüchtet mit seinen Enkeln.“ Es sei schade, dass er den Teich damals nicht weiter bewirtschaften konnte.