Schönebeck l Nächste Woche geht die Schule wieder los. Zumindest für die rund 70 Abi-turienten am Schönebecker Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium, die nach Wochen der Ausgangsbeschränkung als erste wieder an ihre Schule zurückkehren dürfen. Und das, obwohl das Kontaktverbot eigentlich gerade erst von der Bundesregierung bis zum 3. Mai verlängert worden ist.

Aber: Nach dem Willen der Landesregierung von Sachsen-Anhalt dürfen zumindest die Vorbereitungen für die Abschlussprüfungen wie das Abi-tur in Absprache mit den anderen Ländern bereits ab dem 20. April wieder in den Räumen der Schule stattfinden. „Wir sind zwar noch nicht offiziell schriftlich über die Öffnung ab Montag informiert worden. Aber Ministerpräsident Reiner Haseloff hat das ja bereits öffentlich verkündet“, sagte Ulrich Plaga, Schulleiter am Schönebecker Dr.-Carl-Hermann Gymnasium, am Donnerstagmorgen. „Wir sind auf die Rückkehr der Jahrgangsstufe zwölf gut vorbereitet.“ Denn es sei schließlich klar gewesen, dass das irgendwann so weit sein würde.

Vorbereitung auf Prüfung

Die Rückkehr der Zwölftklässler ans Gymnasium zwei Wochen vor dem eigentlichen Termin für das schrittweise Hochfahren des Unterrichtes hält Schulleiter Plaga für „machbar“ und „sinnvoll“, wie er sagt. „Die Schüler haben dann noch die Möglichkeit, im Unterricht letzte Fragen vor den Abschlussprüfungen mit den Lehrern zu besprechen.“ Zumal die Zwölftklässler jeweils nur noch in den vier Fächern unterrichtet werden, in denen sie im Abitur geprüft werden. „Dadurch haben wir ausreichend Lehrer und auch genügend Räume, um den Abstand zwischen den Schülern zu gewährleisten“, so Plaga.

Pünktlich zum 4. Mai, dem derzeitig geplanten Ende der Ausgangsbeschränkungen, beginnen auch die Abiturprüfungen in Sachsen-Anhalt. Dieser Termin war bereits vor einigen Wochen festgelegt worden und liegt eine Woche hinter dem ursprünglichen Datum.

Abituraufgaben geändert

„Die Abituraufgaben für Sachsen-Anhalt werden jetzt noch einmal nachträglich geändert“, sagte Plaga. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass in den Prüfungen auch wirklich nur Themen abgefragt werden, die wirklich alle Schüler im Unterricht behandelten, selbst wenn das letzte Schuljahr verkürzt war. Sprich: Die Fragen werden in diesem Jahr möglicherweise eher klassisch ausfallen und sich weniger um Spezialthemen drehen. Die schriftlichen Prüfungen werden am Gymnasium wie in anderen Jahren in der Turnhalle geschrieben. Dort ist genügend Platz für einen angemessenen Sicherheitsabstand. „Beim Abitur sitzen die Schüler sowieso immer voneinander getrennt, wenn auch sonst aus anderen Gründen“, sagte Schulleiter Plaga.

Und wann können die anderen Jahrgänge wieder das Gymnasium besuchen? Einen konkreten Plan dafür gibt es bisher noch nicht. Der Schulleiter ist bei dem Thema auch eher zurückhaltend. Klar ist: Je mehr Schüler wieder zur Schule kommen, desto schwieriger wird es, alle geforderten Richtlinien einzuhalten.

Einige Schüler machen sich aber offenbar Gedanken darüber, dass das Abitur in Corona-Zeiten besonders schwer werden könnte. „Manche von uns sind beunruhigt, dass eine Frage drankommen könnte, die sie aufs Kreuz legt“, sagte Eric Grube, Zwölftklässler und Mitglied der Schülervertretung am Gymnasium. „Wir wolle aber erst einmal die Prüfungen abwarten.“ Bis dahin heißt es lernen, auch wenn es auf Dauer schwierig sei, sich allein zu Hause zu motivieren. Wobei die Jugendlichen zuletzt je nach Fach durchaus eine Menge Hausaufgaben über das Internet lösen mussten.

Sorgen wegen Corona-Abitur

Viele Schüler würden sich auch tatsächlich auf die Schule freuen, allein schon wegen der sozialen Kontakte, so Eric Grube. Denn die Kommunikation hat auch unter den Jugendlichen in den vergangenen Wochen vor allem über das Internet oder Telefon stattgefunden.

Wegen der Corona-Pandemie kann der Jahrgang 2020 seinen Abschluss auch kaum feiern. Letzter Schultag, feierliche Zeugnisvergabe mit den Familien oder Abiball; alles musste abgesagt werden. Auch einige Pläne für die Zeit nach dem Abi werden zum Teil durcheinander gewirbelt. Eric Grube wollte etwa erst einmal drei Monate durch Europa reisen. Da das nicht mehr möglich ist, macht er nun erst einmal ein freiwilliges soziales Jahr beim Landtag in Magdeburg.