Schönebeck l Die bauliche Umgestaltung der Salzer Straße in Schönebeck steht kurz bevor. Am Montag beginnen die Vorbereitungen für die Bauarbeiten, die bis Ende September abgeschlossen sein sollen, informiert Schönebecks Baudezernent Guido Schmidt.

Die linke Fahrbahn der zweispurigen Einbahnstraße wird dann zum Radweg. Ziel des Ganzen ist es, dass alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere Fußgänger und Radfahrer, die Straße gefahrlos nutzen können. Außerdem soll so auch die touristische Fahrradroute zwischen Elbe und Bad Salzelmen an Attraktivität gewinnen. Bisher galt nämlich für Radfahrer: Absteigen, wenn sie die Salzer Straße in Richtung Bahnbrückental nutzen wollen. Das wird sich mit der Umgestaltung ändern. Auf einem rund 2,1 Meter breiten Radweg können sie dann nach Herzenslust in die Pedale treten. Hinzu kommt noch ein 45 Zentimeter breiter Sicherheitsstreifen, damit es zu keinen gefährlichen Kollisionen mit den Türen der geparkten Autos kommt.

Pkw-Fahrbahn wird verbreitert

Und auch wenn die Autofahrer somit nur noch einen Fahrstreifen befahren können, so wird dieser mit 3,75 Metern zumindest etwas breiter. Die Befürchtung, dass massiv Parkpätze wegfallen könnten, zerstreut Guido Schmidt. „Die Menge der Parkplätze wird sich nur um einen verringern“, sagte er.

Bei den Maßnahmen selbst handelt sich überwiegend um Markierungsarbeiten, das Anbringen von zusätzlichen Schildern und um die Installation und Anpassung von Ampeln und Signalgebern. Für die Markierungen werden voraussichtlich nur ein bis zwei Tage benötigt, sagt Ines Donig, Mitarbeiterin im Sachgebiet Tiefbau bei der Stadt. Komplett gesperrt werden muss die Salzer Straße für diese Arbeiten nicht, jedoch halbseitig.

Verkehrsinsel in Straße umgewandelt

„Richtig gebaut“ wird nur im Bereich der Verkehrsinsel, also am Knotenpunkt wo Salzer Straße, Salztor, Böttcherstraße und Tischlerstraße aufeinander treffen. Die Insel wird nämlich abgetragen und asphaltiert. Donig spricht von einer Deckensanierung. „Über den Zeitraum der Vollsperrung wird gesondert informiert“, so Guido Schmidt. Die Deckensanierung ist auch der zeitaufwendigste Aspekt der Straßenumgestaltung. Zudem wird in diesem Bereich auch eine gesonderte Fläche für die Radfahrer hergestellt, die aus Richtung Salztor kommen und den neuen Radweg nutzen wollen.

Überdies wirken sich die Änderungen an der Salzer Straße auch auf die Verkehrsführung der Friedrichstraße aus. Dann soll der rechte Fahrstreifen in Richtung Bahnbrückental nur noch für Rechtsabbieger (Zufahrt in Söker Straße) zur Verfügung stehen. Der linke Fahrstreifen der Friedrichstraße bleibt unverändert: Es geht also geradeaus in die Salzer Straße und nach links in die Sökerstraße und weiter zur Tischlerstraße.

Baukosten gestiegen

Das Projekt ist bereits seit Jahren in der Diskussion, doch bisher fehlte das Geld für die Umsetzung. Immerhin betragen die Gesamtkosten für die Maßnahme, inklusive der Planungsleistungen, 170.000 Euro. Vergangenes Jahr wurde noch mit rund 125.000 Euro kalkuliert. Doch die Baupreise sind nach oben geklettert.

Finanziert werden kann das Projekt nun mit Hilfe von Fördermitteln, welche im Frühjahr 2019 beantragt worden sind. So werden 90 Prozent der Kosten mit Geldern aus dem europäischen Fond für regionale Entwicklung (Efre) gedeckt. Das sind 153.000 Euro. „Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass die Förderung trotz gestiegener Kosten genehmigt wurde“, so Schmidt. Für den Restbetrag – immerhin 17.000 Euro – kommt die Stadt Schönebeck auf.

Beeinträchtigungen für Anlieger

Während der Baumaßnahme könnten Beeinträchtigungen für Anlieger und Wegenutzer leider nicht vermieden werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Zusammen mit der örtlichen Bauaufsicht und den zwei bauausführenden Firmen wolle man aber alles daran setzen, einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Für eventuelle Unannehmlichkeiten im Zusammenhang mit den Bauarbeiten wird um Verständnis gebeten.

Für Fußgänger wird die Salzer Straße übrigens auch während der Bau- und Markierungsarbeiten zugänglich sein. Und auch die Republikstraße wird weiterhin erreichbar sein, sagt Ines Donig. Bei Fragen zu Bauausführung oder -ablauf steht die Stadtverwaltung unter (03928) 71 04 25 oder -420 zur Verfügung.