Silvesterlauf

Vor der Feier kommt der Sport

Den Silvestertag sportlich beginnen - das machten sich rund 300 Bewohner und Besucher von Schönebeck zum Motto.

Von Emily Engels

Schönebeck l Kurz vor der Ziellinie gibt jeder Läufer noch einmal alles. Denn neben dem Spaß, die die Tradition des Silvesterlaufes mit sich bringt, schwingt der Wettkampfgedanke auch ein bisschen mit. Zumindest, wenn es nach Ronny Barthel aus Eickendorf geht. Bereits zum zwölften Mal ist er mit dabei. „2007 bis 2009 habe ich jedes Mal den ersten Platz belegt“, verkündet der Bördeland-Bewohner stolz. Dieses Mal hat er es immerhin auf den zweiten Platz geschafft.

Von dem Sportgeist konnte ihn als waschechten Läufer auch der Regen nicht abschrecken. „Wir haben hier schon alles gehabt: von Schnee bis Eis“, sagt er. Lediglich einige Stellen seien auf der großen Strecke, die von der Kurparkbühne aus auf den Bierer Berg, durch das Tannenwäldchen und zurück ging, matschig gewesen.

Den ersten Platz belegte Matthias Klinger aus Möser. Dass er die 5,5 Kilometer mit einer Leichtigkeit und als erster schaffte, mag vielleicht daran liegen, dass er dieses Jahr bereits an zwei Marathons teilgenommen hat. „Ich trainiere drei- bis viermal pro Woche“, sagt der ambitionierte Hobby-Läufer.

Unter den Frauen ist Carola Schmidt die Erstplatzierte. Auch sie läuft regelmäßig – etwa dreimal pro Woche, um sich „auch im Alltag fit zu halten“, erzählt sie. Strahlend fügt sie hinzu: „Das ist einfach ein gutes Gefühl.“

Bei den Kindern räumte die Schweizerin Maja Schmiedlkofer ab – und zwar sowohl beim Bambinilauf, als auch beim kleinen Lauf, der vom Gradierwerk über den Spielplatz zurück zum Gradierwerk führte. „Wir besuchen jedes Jahr über Silvester die Großeltern in Schönebeck, da nehme ich immer teil“, sagt Maja, die in ihrer Freizeit neben der Leichtathletik auch schwimmt, Ski fährt, Theater und Gitarre spielt.

Dass nicht nur aus dem Salzlandkreis, sondern auch aus dem Ausland Sportbegeisterte teilnehmen, hat Organisator Frank Wedekind, Präsident von Union 1861 Schönebeck, bereits seit längerer Zeit beobachtet. „Der Lauf soll nicht nur für alle Generationen sein, er soll sich auch an Menschen jeden Alters und jeder Herkunft richten“, sagt er. Nicht ohne Grund werde die Veranstaltung unter anderem von dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ unterstützt.

„Bei dem Lauf ist für jeden etwas dabei“, wirbt Frank Wedekind weiter für die Veranstaltung. Das sei übrigens auch in dem Sportverein Union 1861 so. „Natürlich wollen wir durch solche Veranstaltungen auch aktiv Mitglieder bewerben, wir suchen stets Nachwuchs“, spricht Frank Wedekind ein weiteres Ziel des Laufs an.

Für die Veranstaltung hieß es konkret: Neben der großen Strecke (zirka 5,5 Kilometer) gab es auch eine kleine, die etwa einen Kilometer lang war. Und auch die Nordic Walker und die Kinder kamen auf ihre Kosten.

Die Organisation des Silvesterlaufes ist für Wedekind längst Routine. Meistens beginne er etwa 2,5 Monate vor der Veranstaltung, sich zu kümmern, meint er. „Für einen reibungslosen Ablauf helfen mir dann etwa 25 Freiwillige aus den 18 verschiedenen Abteilungen von Union 1861 Schönebeck“, erzählt Wedekind weiter. Für ihn ist dieses Engagement, die Zeit, die er in die Organisation steckt, selbstverständlich. Er sagt: „Schließlich müssen wir hier etwas anbieten in Schönebeck – und als größter Sportverein stehen wir in der Pflicht, mit gutem Beispiel voranzugehen.“