Brunnen

Wasser von der Schwengelpumpe

Im Stadtgebiet von Barby gibt es noch einige historische Brunnen, die man auf den ersten Blick nicht lokalisiert.

Von Thomas Linßner

Barby l Wenn Günter Schiffel Wasser zum Gießen der Blumen braucht, benutzt er wie früher eine Schwengelpumpe. Die steht in der Magdeburger Straße, Ecke Krumme Gasse und war 2009 eingeweiht worden. Das Planungsbüro, das federführend bei der vor sieben Jahren abgeschlossenen Sanierung des Straßenzuges war, spendierte die 1100 Euro teure Pumpe aus Grauguss.

Die Schwengelpumpe ist also kein historisierender Kitsch, denn sie hat eine Funktion. Sie steht auf einem über hundert Jahre alten Brunnen, den die Feuerwehr bis heute als Löschwasserreserve nutzt. Ältere Barbyer erinnern sich daran, dass die Leute hier wirklich mal hingingen, um Wasser zu holen. Die Stadt wurde in den 1920er und 1930er Jahren an das zentrale Trinkwassernetz angeschlossen.

Bis heute gibt es knapp ein dutzend Brunnen im Stadtgebiet, die nicht zuletzt für Löschzwecke vorgehalten werden. Sie liegen versteckt unter dem Pflaster, werden von unscheinbaren Metallplatten abgedeckt.

Die Pumpe im Magdeburger Tor steht auf einem gemauerten Schacht aus Klinkersteinen, der einen Durchmesser von einem Meter hat. „Als wir für das Saugrohr gemessen haben, stellten wir fest, dass der tiefer als sechs Meter ist“, sagte Bernhard Thieme, der die Installation vornahm. Der durchschnittliche Wasserpegel liegt etwa vier Meter unter der Fußwegoberfläche.

Bürgermeister Jens Strube verweist darauf, dass das gepumpte Nass „reines Grundwasser“ sei und „nicht getrunken werden sollte“. „Aber zum Bäume gießen oder für den Garten ist es gut“, so der Bürgermeister.

Die Graugusspumpe wird alle Jahre wieder im Winter abgebaut. Des Frostschutzes wegen.

Gegenwärtig ist unser Grundwasser mal wieder in der öffentlichen Kritik. Laut Umweltbundesamt sei es „häufig zu stark mit Nitrat belastet“. 15 Prozent des Grundwassers würden den Trinkwasser-Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschreiten. Wo liegen die Ursachen? Laut Umweltamt „bringen die Bauern zu viel stickstoffhaltigen Dünger auf die Äcker“. Auch Gülle aus Mastställen oder Biogasanlagen lande immer öfter auf den Feldern – und was die Pflanzen nicht verbrauchen können, ende als Nitrat im Grundwasser.

Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz ist in Sachsen-Anhalt für die staatliche Abwassereinleiterüberwachung verantwortlich. Hier wird er im Auftrag der zuständigen Wasserbehörden tätig. Weiterhin ist der LHW zuständig für die Gewässeruntersuchungen in Fließ- und Oberflächengewässern. Es werden im Land 1200 Grundwassermessstellen beprobt.