Schönebeck l Es steht fest: 2020 wird es in Schönebeck keine Weihnachtsmärkte geben. Sowohl der Weihnachtsmarkt vor dem Schönebecker Rathaus, organisiert von Jens Kurth von der Eventagentur modus vivendi, als auch der vom Förderverein des Salzlandmuseums veranstaltete Markt vor dem Museum in Bad Salzelmen fallen aus. Das haben Jens Kurth und der Vorsitzende des Fördervereins, Olaf Busch, auf Volksstimme-Anfrage jetzt mitgeteilt.

Der Fördervereinsvorsitzende erklärt: „Wir haben schon im Juni entschieden, mit der Beantragung des Marktes so lange wie möglich zu warten. Mit dem Blick auf die Entwicklung der Corona-Situation hatten wir aber immer noch die Hoffnung, dass zum Jahresende vielleicht doch schon die Möglichkeit besteht, eine Veranstaltung dieser Art durchzuführen.“ Eine Hoffnung, die Anfang Oktober mit der Entscheidung, den Markt nicht durchzuführen, versiegt ist.

Entscheidung getroffen

Alles Hoffen, den Weihnachtsmarkt vor dem Schönebecker Rathaus durchführen zu können, hat auch Jens Kurth von der Eventagentur modus vivendi nichts genutzt. Ebenfalls Anfang Oktober habe Jens Kurth die Entscheidung getroffen, den Markt nicht durchzuführen. Er sagt: „Es gibt verschiedene Gründe für die Entscheidung. Zum einen wären die jetzigen, durch Corona bedingten Auflagen finanziell nicht stemmbar. Zum anderen nehmen die Fallzahlen gerade wieder zu und es ist nicht abzusehen, welche Maßnahmen auf uns noch zukommen werden.“

Und: Den für ihn und sein Unternehmen unwirtschaftlichen Markt habe er in der Vergangenheit allein deshalb veranstaltet, „damit Schönebeck einen Weihnachtsmarkt hat“. Zurzeit könne er es sich mit Blick auf die wirtschaftliche Lage der Branche auch einfach nicht leisten, drei bis vier Wochen Arbeit in ein Projekt zu stecken, das ihm beim Überlebenskampf seiner Eventagentur nicht hilft. Bedingt durch Corona geht es der Branche nämlich schlecht. „Die Lage ist ernst“, sagt Jens Kurth.

Durchführung nicht sinnvoll

Im Rahmen seiner Mitgliedschaft im Förderverein des Salzlandmuseums, das den Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz vor dem Museum ausrichtet, organisiert Jens Kurth diesen unter anderem mit dem Vereinsvorsitzenden Olaf Busch zusammen. Der erklärt, dass die Auflagen die Durchführung des eigentlich 18. Weihnachtsmarktes des Fördervereins einfach nicht sinnvoll erscheinen lassen. Eine mündliche Besprechung der Veranstaltungsverantwortlichen des Vereins mit dem Ordnungsamt ergab, dass der Marktbereich eingezäunt werden müsste und der Zugang über zwei Einlässe zu erfolgen hätte. Die Personenzahl wäre beschränkt und müsste durch entsprechende Zählungen während der gesamten Marktzeit, unter der Berücksichtigung von Ein- und Ausgang, kontrolliert werden. Auflagen, die ebenso vor dem Schöne-becker Rathaus hätten eingehalten werden müssen. „Auch die Umsetzung von Abstandsregelungen erschien uns nicht durchsetzbar. Der Einsatz zusätzlicher Sicherheitskräfte könnte förderlich sein, ist aber finanziell nicht zu stemmen.Zumal die Erlöse aufgrund der geringeren, regulierten Besucherzahl geringer ausfallen würden“, sagt Olaf Busch. Finanziell wird dem Verein durch den Wegfall des Marktes – der die größte Veranstaltung des Vereins ist – ein Teil der Finanzplanung fehlen.

„Bei allem Verständnis für die Maßnahmen bleibt neben dem finanziellen Aspekt immer noch der moralische. Wir als Veranstalter haben die Verantwortung für den Markt und die Geschehnisse während der Marktzeit. Somit haben wir eine Fürsorgepflicht gegenüber unseren Besuchern und Mitgliedern. Der Verantwortung, dass es durch Vorfälle, welche wir nicht beeinflussen können, zu einer erhöhten Infektion kommt, können wir mit unserer personellen Aufstellung nicht gerecht werden“, sagt Olaf Busch. Eine Verantwortung, die beide Veranstalter - sowohl Eventagentur als auch Museumsförderverein - nicht tragen wollen. Vielleicht sogar gar nicht tragen dürften, je nachdem wie die am Freitag vorgestellte Allgemeinverfügung des Salzlandkreises im Moment der Durchführung der Märkte greifen würde.