Von Nord an Stadtsee

2000 Umzugskisten für Bibliothek in Staßfurt sind gepackt

17000 Medieneinheiten haben die Mitarbeiter der Stadt- und Regionalbibliothek Staßfurt in 2000 Kisten verstaut. Der Umzug von Nord an den Stadtsee erfolgt ab 5. Juli 2021. Ein erstes Lesen, Spielen und Erleben im neuen Haus soll ab 20. September möglich sein.

Von Falk Rockmann 05.07.2021, 08:53
2000 Kisten haben die Bibliothekarinnen der Stadt- und Regionalbibliothek in Staßfurt-Nord für den Umzug ins neue Haus am See gepackt. Hier Corinna Schmoldt (von links) und ihre Chefin Susanne Sulek. Bei einem Besuch informierten Stadtarchivarin Josefine Mank und Christian Schüler, welcher seit kurzem auch für den Bereich der Bibliothek zuständig ist, unter anderem, dass die Eröffnung der Einrichtung am 20. September geplant ist.
2000 Kisten haben die Bibliothekarinnen der Stadt- und Regionalbibliothek in Staßfurt-Nord für den Umzug ins neue Haus am See gepackt. Hier Corinna Schmoldt (von links) und ihre Chefin Susanne Sulek. Bei einem Besuch informierten Stadtarchivarin Josefine Mank und Christian Schüler, welcher seit kurzem auch für den Bereich der Bibliothek zuständig ist, unter anderem, dass die Eröffnung der Einrichtung am 20. September geplant ist. Foto: Falk Rockmann

Staßfurt - Endlich ist das neue Domizil in Sicht! Und nach einer besonders gründlichen Bestandssäuberung in diesem Jahr und dem beschwerlichen Packen von 2000 Umzugskisten steigt die Vorfreude bei den drei Mitarbeiterinnen der Bibliothek von Tag zu Tag.

„Im neuen Haus wird nicht so viel Platz für die Bibliothek sein wie hier oben, aber dafür gibt’s Anleseplätze, ein Lese-Café, Rechercheplätze...“ Susanne Sulek, Leiterin der Einrichtung, weiß gar nicht, was sie zuerst aufzählen soll an Neuerungen, „Über breitere Gänge sind die Bücherregale einfacher und vor allem barrierefrei zu erreichen. Wir werden mehr präsentieren können, was es Neues gibt. Eine Gaming-Wall zum Ausprobieren von Spielen werden wir haben.“

Wirtschaftsförderer Christian Schüler, in dessen Verantwortung seit 1. Juni der Bereich Bibliothek liegt, schwärmt: „Es wird wahnsinnig modern und sehr schön.“ Die Bibliothek werde mehr zum Verweilen einladen. Auch wer eigentlich nur zum Shoppen in die Steinstraße kommt, werde gern gesehen sein in der Bibliothek, ergänzt Stadtarchivarin Josefine Mank. Selbst ohne Nutzerkarte seien Besucher willkommen.

Vor allem auch junge Einwohner und Gäste soll die Einrichtung ansprechen. Mit modernen Medien, mit rund 20 frei zugänglichen WLAN-Hotspots, die auf alle Etagen des Hauses – welches baulich übrigens fertig da steht – verteilt sind. Schüler und Studenten werden Rechercheplätze zu schätzen wissen. Und dann noch der herrliche Blick auf den See dabei...

Für die Bibliothek ist die oberste Etage reserviert. Darunter befinden sich die Räumlichkeiten des städtischen Archivs mit fünf Mitarbeiterinnen, das Erdgeschoss füllen Foyer, WC und der große Veranstaltungsraum. Der wird ebenfalls von der Bibliothek betrieben.

Autorenlesungen, digital geführte Veranstaltungsreihen mit Vorschulkindern, auch „MINT-Spaß“ (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) für die jüngere Generation hat Suleks Team bereits im Kopf. Das sucht für eine gewisse Übergangszeit übrigens noch eine Verstärkung, die mit Kindern gut umzugehen weiß und bei Spiel und Spaß die Freude am Lesen vermitteln kann.

Bei aller Vorfreude – haben Bücher eigentlich eine Zukunft? „Bücher wird es immer geben“, ist die Susanne Sulek überzeugt, „Alles andere sind Formen, wie man Kinder heranführen kann ans Lesen. Selbst Switch-Spiele führen ans Buch heran.“

Mit dem Umzug der Stadt- und Regionalbibliothek namens Gotthold Ephraim Lessing in die Stadtmitte ist vor allem die Hoffnung verbunden, dass sie dann besser erreichbar sein wird und sich das auch in den Besucher- und Nutzerzahlen widerspiegelt.

Übrigens kehrt sie in die Nähe der einstigen Staßfurter Lesehalle zurück, die sich am Holzmarkt befand. Die kleine Geschichtssammlung der Einrichtung erinnert auch an die Zeiten, als sich das Mekka der Leseratten hinterm Kaiserhof befand und vor allem die Kinderbuchabteilung beim Hochwasser 1994 jämmerlich absoff.

Die Gedanken der Stadtarchivarin sind derweil auch bei ihrem neuen Reich. Hier werden endlich auch die verschiedenen Standorte des Bau- und des historischen Archivs zusammengeführt. Noch sei man dabei, zu sichten, zu listen und zu werten. Auf jeden Fall sei man sehr dankbar für den Neubau. Die Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein Staßfurt sei im übrigen sehr gut, der das historische Archiv sehr rege nutzt.

Nochmal kurz zur Bibo. Wenn die kräftigen Mitarbeiter einer Umzugsfirma die 20 Kilogramm schweren Kisten an Ort und Stelle gebracht haben, beginnt über die Sommerferien die Zeit des Auspackens, Einräumens und Beschriftens des Leitsystems und der Regale. Die alten werden übrigens – soweit noch verwendbar – Kitas und Schulen angeboten.