Erholung

Badbetreiber rüsten sich für Saison 2021

Löderburger See Strom-Selbstversorger / Stadt plant 100000 Euro für Strandsolbad und Albertinesee ein

Von Falk Rockmann

Staßfurt/Löderburg. Die einzigen Badegäste momentan im Strandsolbad sind Nilgänse. Die Stadt arbeitet allerdings daran, dass sich natürlich die Staßfurter und ihre Gäste in der anstehenden Saison wieder noch wohler fühlen in diesem einzigartigen Bad.

Dass die hiesigen Freibäder auch in diesem Sommer wieder für die nahezu einzigen Erholungs- und Entspannungsmöglichkeiten in Corona-Zeiten sorgen können, daran hat Oberbürgermeister Sven Wagner (SPD) keine Zweifel. Bereits 2020 kam die Stadt mit der Situation und einem funktionierenden Hygienekonzept zurecht. Selbst die Beschränkung auf 800 Badegäste gleichzeitig erwies sich als ausreichend.

Wir brauchen eine Planung.

Sven Wagner, OB StaßfurtZwar ist die Stadt mit ihrem Fördermittelantrag zur Umgestaltung des Strandsolbads in diesem Jahr abgeblitzt. „Wir bleiben aber dran an unserem Konzept“, so Wagner. Dafür sind im Haushaltsplan-Entwurf 2021 Gelder unter anderem für die Feinplanung der 1.?Maßnahme eingestellt.

„Wir können nicht warten, bis eventuell Fördermittel bereitgestellt werden. Wir brauchen eine Planung, auch wenn wir mit der Umsetzung vielleicht erst 2022 beginnen können“, sagt Wagner und beschreibt, was die nächsten größeren Schritte sein sollen: Umgestaltung des Westufers, eventuell ein Ersatzneubau für den Gastronomie- und Rettungsschwimmerbereich.

Was auf jeden Fall kurzfris-tig kommen soll, ist eine Pumpe zur Erhöhung des Salzgehalts. Diese soll den laufenden Betrieb nicht beeinflussen.

Erfreulich schon mal, dass der Pegel über die Wintermonate um etwa 30 Zentimeter angestiegen ist.

Abgesehen davon, erwarten die Schwimmmeister heute einen Bagger, der den Sand im Nichtschwimmerbereich so umlagert, dass die Kinder wieder mehr Platz haben. Das Gleiche soll im Albertinesee erfolgen.

Sven Wagner unterstreicht: „Uns sind beide Bäder wichtig.“ Das heißt, dass auch der Albertinesee mit Sonnenschirmen, Stühlen und Schwimmbrettern ausgestattet werden soll. Letztere könnten allerdings aussetzen, wenn es eventuelle Corona-Auflagen verlangen. Und alles in allem vorausgesetzt, der Stadtrat stimmt den Vorhaben heute Abend zu, wenn es um den Haushalt 2021 geht.

Einen Schritt weiter mit neuen Investitionen ist derweil die private Betreiberfamilie am Löderburger See. Für Michael und Ines Schnock ist die energetische Sanierung kein abstrakter Begriff mehr, seitdem das Energieprogramm Sachsen-Anhalt 2019 bei einer Veranstaltung der Salzlandsparkasse vorgestellt wurde. Das heißt, nach der Erstellung eines Energie-Audits war die Investition in eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Gaststätte klar. Die Heizung und Warmwasseraufbereitung wird von Flüssiggas auf eine Wärmepumpe umgestellt.

Ziel ist, uns weitgehend selbst zu versorgen.

Michael Schnock, Unternehmer

„Ziel ist, dass wir uns weitgehend selbst mit Energie versorgen und sie speichern können“, erklärt Michael Schnock. 2020 war der Verbrauch wegen des verspäteten Saisonstarts und der Schließzeit im November/Dezember geringer. Aber im Vergleich zu normalen Jahren soll künftig ein Drittel an Energie eingespart werden.

Ein ebenfalls nicht zu unterschätzender „Nebeneffekt“ ist, dass die neuartigen Photovoltaik-Module gleichzeitig die Funktion einer neuen Dacheindeckung erfüllen.

Bei der energetischen Betrachtung wurden zudem alle „Energiefresser“ unter die Lupe genommen, von der Lichtquelle bis zum Küchengerät. Mit dem Energieprogramm verbindet sich eine 50-prozentige Förderung der Investitionen. Bis Ende Oktober dieses Jahres müssen sie umgesetzt sein.

Und auch im Strandbereich tut sich etwas. So werden zurzeit ein Abschnitt der Uferböschung neu angelegt und der Sandstreifen erneuert.

Noch etwas wird die Badegäste und Urlauber ins Schwärmen bringen: In Arbeit ist ein Piraten- oder Wikingerschiff für den Spielplatz, das die Schnocks aus Schweden organisiert haben. Und wer es lieber ruhiger mag, wird sicher die Idee von Ines Schnock zu schätzen wissen und etwas Geeignetes zum Schmökern im neuen Bücherboot finden.

Bei aller Betriebsamkeit und allem Optimismus auf eine wieder erfolgreiche Badesaison mit den neuen Attraktionen: Was Michael Schnock unruhige Nächte beschert, sind die Sorgen um die Corona-Situation. Stichwort Personal und Wirtschaftlichkeit. Dass es trotz aller Umstände geht, zeigte die Saison 2020.

Gewappnet ist man auf jeden Fall. Unter anderem haben die Schnocks und ihr Team eine Online-Schulung für die Luca-App hinter sich. Wie er privat über das System denkt, ist eine andere Geschichte. Als Geschäftsmann betrachtet der Chef es als sinnvoll und nennt einen Vorteil: „Damit würde die ganze nervige Zettelei in der Gaststätte flachfallen.“

Derweil bereitet man sich am Löderburger See auf eine weitere Schulung vor, um gewappnet zu sein, sollte es notwendig werden: Nämlich Corona-Schnelltests durchführen zu können – für das eigene Personal und auch für die Urlauber.

Wann die Saison 2021 an den Badegewässern in und um Staßfurt beginnt? Für ihre Freibäder rechnet die Stadt mit dem 15. Mai. Für Michael Schnock könnte es am liebsten morgen losgehen.