Fällaktion

Bizarre Baum-Baustelle

Der Park Hohenerxleben ist Baustelle und gesperrt. Bis zur Sanierung des Europaradwegs, die nach Plan im Jahr 2022 abgeschlossen sein muss.

Hohenerxleben l Es sieht martialisch aus. Baumstämme liegen kreuz und quer, auch über den Weg. Einzelne riesige Baumstämme ragen bizarr und völlig kahl in den Himmel. Der Hohenerxlebener Schlosspark ist einfach eine Baustelle und demzufolge für den Durchgangsverkehr gesperrt.

„Die Holzarbeiten sind für diese Saison weitgehend abgeschlossen“, sagt Günther Roddewig vom Fachdienst Planung, Umwelt und Liegenschaften der Stadt Staßfurt zum aktuellen Stand der Neugestaltung, „Bis Monatsende hat die Firma diesbezüglich noch eine Ausnahmegenehmigung.“

Dann geht‘s an die Beräumung. Die weiteren Schritte seien der Wegebau am Teich, die Grabensanierung. Das gehe auch während der Vegetationsperiode.

Noch nötige Restarbeiten an den Gehölzen würden dann im Herbst fortgeführt. Eine zweite Wintersaison ist für die Parkneugestaltung noch vorgesehen. Ganz zum Schluss erfolgt dann die grundhafte Sanierung des Europa-Radweges – eine Maßnahme zur Beseitigung des Hochwasserschadens von 2013 – für den momentan eine Umleitung durch das Dorf eingerichtet ist.

Das Ende der zu 100 Prozent geförderten Maßnahme Parkgestaltung, für die insgesamt immerhin eine Million Euro eingeplant sind, ist für 2022 abgesteckt.

An manchen hohlen Baumstämmen am Wegesrand wird deutlich, dass eine Fällung höchste Eisenbahn war.

Die Wünsche zur Zukunft des Parks seien im Vorfeld auseinander gegangen, ist sich Roddewig bewusst. Einem Biotop stand ein angelegter Park gegenüber. Und nicht zuletzt aber auch die Verkehrssicherungspflicht, der die Stadt nachzukommen hat.

Manch (vorübergehender) Zustand von Baumstämmen macht gerade deutlich, dass die Firma sehr sensibel mit dem Artenschutz umgegangen ist. Einer ökologischen Baubegleitung ist zum Beispiel geschuldet, dass mächtige Eichenstämme ohne Äste gen Himmel ragen. Da wird nichts mehr grün. Aber da wohnen möglicherweise seltene, geschützte Tiere drin.

„Die Ökologen sind in solchen Fällen bei jedem Ast dabei, der abgesägt wird, bei jeder Höhle, die genau untersucht wird, ob vielleicht Fledermäuse drin hausen“, erklärt Günther Roddewig. Waschbären seien auch gefunden worden, die möglicherweise schon vorher ihrem Namen als Eierdiebe alle Ehre gemacht haben. Denn so viele geschützten Arten seien doch nicht entdeckt worden.

Eine Auswertung dazu dürfte spätestens zum Ende der Parkgestaltung zu erwarten sein.

Unterdessen ist die anfängliche Aufregung der Hohenerxleber um die Park-Maßnahme abgeebbt. „Man muss den Leuten für ihre Arbeit sicher auch ein bisschen Zeit geben“, meint Ex-Ortsbürgermeisterin Marianne Nebel hinsichtlich des angekündigten Ergebnisses, welches man wohl erst beurteilen könne, wenn der Park sich wieder begrünt hat.

Ihr Nachfolger Siegfried Klein hat bei einer jüngsten Begehung festgestellt, „dass nun doch etwas mehr Licht in den Park kommt“. Man sehe im Moment natürlich noch nicht, was hier am Ende rauskommen soll, nennt er als Beispiel „die Baumstämme, die wie Marterpfähle da stehen“.

Die Absichten, seltene Tiere zu schützen, seien dagegen unter anderem daran zu erkennen, dass bei den Holzungsarbeiten ein weiträumiger Bogen um einen Baum mit einem Horst von Wildgänsen gemacht wurde.