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KommunalwahlenEgelner Mulde: Manfred Püchel macht weiter in der Kommunalpolitik

Der ehemalige Innenminister Püchel (SPD) tritt bei der Kommunalwahl noch einmal an.

Von René Kiel Aktualisiert: 10.02.2024, 12:07
Manfred Püchel will sich weiter politisch einbringen.
Manfred Püchel will sich weiter politisch einbringen. Foto: René Kiel

Etgersleben - Am 9. Juni finden in Sachsen-Anhalt parallel zu den Europawahlen Kommunalwahlen statt. Die Parteien und Wählervereinigungen im Land haben damit begonnen, ihre Kandidaten dafür aufzustellen. Dazu führte René Kiel ein Gespräch mit dem ehemaligen Innenminister Manfred Püchel (SPD).

Volksstimme: Werden Sie selbst noch einmal antreten oder wollen Sie sich nach 35 Jahren aus der aktiven Politik zurückziehen?

Manfred Püchel: Bereits im vorigen Herbst habe ich mich entschieden, noch einmal zu kandidieren. Ich würde mich gern weiter aktiv in die Kommunalpolitik einbringen und meine langjährigen Erfahrungen auf allen politischen Ebenen auch an Jüngere weitergeben wollen.

Für welche kommunalen Vertretungen wollen Sie konkret antreten?

Ich bin aktuell Mitglied des Kreistages, des Verbandsgemeinderates und des Gemeinderates. In allen drei Vertretungen möchte ich mich wieder engagieren. Der Kreistag hat im Herbst die Zahl der Wahlbereiche von sieben auf vier verringert. Zum Wahlbereich, in dem ich antreten werde, gehören Staßfurt, Hecklingen und die Egelner Mulde. In der Verbandsgemeinde werden wir zukünftig nur noch einen Wahlbereich haben, was dazu führt, dass ich dieses Mal in der gesamten Egelner Mulde für den Verbandsgemeinderat kandidieren kann. Und ich trete natürlich auch wieder für den Gemeinderat meiner Gemeinde Börde-Hakel an.

Was hat Sie motiviert, noch einmal ins Rennen gehen zu wollen?

Mir macht es Freude, politisch aktiv zu sein. Ich konnte in den verschiedensten Ämtern Erfahrungen sammeln, die ich gerne weitergeben möchte. So habe ich damals als Mitglied des Landtagsinnenausschusses und später als Innenminister die Gesetzgebung im kommunalen Bereich maßgeblich beeinflusst. Mein Hauptbeweggrund ist jedoch noch ein anderer: Ich hatte das große Glück, nach der Wende unser Land in den verschiedensten Funktionen mit aufbauen zu können. Angefangen als Bürgermeister von Etgersleben, als Landtagsabgeordneter, als Innen- und Justizminister, als Mitglied der unterschiedlichen kommunalen Gremien. Dafür bin ich heute noch dankbar und möchte durch meine Arbeit in den kommunalen Vertretungen etwas davon zurückgeben.

Während es nach der Wende kein Problem war, Kandidaten für die Kommunalwahlen zu finden, ist dies im Laufe der Jahre immer schwieriger geworden. Warum?

Dieser negative Trend ist nicht nur bei uns zu beobachten. Außer den Landräten und hauptamtlichen Bürgermeistern sind alle anderen Kommunalpolitiker ehrenamtlich tätig. Kommunalpolitik macht Arbeit, man opfert viel Zeit dafür und muss nicht selten auch unliebsame Entscheidungen treffen, die bei den Bürgern nicht immer auf Begeisterung stoßen. Im Wort Ehrenamt steckt aber auch das Wort Ehre. Und es ist eine Ehre, sich für seine Mitbürgerinnen und Mitbürger zu engagieren, zum Beispiel in der Feuerwehr, im Sportverein und eben auch im Gemeinderat oder im Kreistag. Ich kann nur dafür werben.

Wie sieht es denn bei der SPD mit Kandidaten für den 9. Juni aus?

Wir sind gerade dabei, unsere Listen aufzustellen. Hoffnungsvoll stimmt mich, dass auch wieder junge Leute bereit sind, zu den Wahlen für die SPD anzutreten. Neben erfahrenen Kommunalpolitikern, wie Rosemarie Schmidt, Bernd Hoyer, Sven Wagner und Roger Stöcker sind dies unter anderen Cedric Harms aus Egeln und Jannis Gallinat aus Wolmirsleben. Auch parteilose Bürger haben signalisiert, sich auf unseren Listen aufstellen zu lassen.

Die Umfragen sehen für Ihre Partei derzeit eher schlecht aus. Kann man da überhaupt noch optimistisch auf die Kommunalwahlen blicken?

Tatsache ist, dass sich die SPD in den Umfragen auf einem Tiefpunkt befindet. Ich hoffe natürlich, dass sich dies bald wieder ändern wird. Andererseits ist eine Kommunalwahl in erster Linie eine Personenwahl. Die Wähler gucken schon genau hin, wer antritt und um ihre Stimmen wirbt.

Seit fast 35 Jahren bin ich nun politisch aktiv. Viele Bürger kennen mich und wissen, was sie von mir erwarten können. Deshalb gehe ich optimistisch in die Kommunalwahlen.