Ruinen

Güsten: Nur noch mit anwaltlicher Hilfe gegen Bretterwände und Leerstand

Von Landkreis und Verbandsgemeinde sei keine Hilfe zu erwarten, beklagt der Güstener Bürgermeister, als das Thema Baulücken und Bretterwände im jüngsten Stadtrat zur Sprache kam.

Von Falk Rockmann 02.08.2021, 16:01
Bürgermeister Helmut Zander fühlt sich in Stich gelassen und will nun Geld in die Hand nehmen, um mit Rechtsbeistand etwas gegen scheinbar herrenlose verwahrloste Grundstücke unternehmen zu können - und damit auch gegen Bretterwände..
Bürgermeister Helmut Zander fühlt sich in Stich gelassen und will nun Geld in die Hand nehmen, um mit Rechtsbeistand etwas gegen scheinbar herrenlose verwahrloste Grundstücke unternehmen zu können - und damit auch gegen Bretterwände.. Foto: Falk Rockmann

Güsten - Eine kleine Anregung von Gerhard Malkowski (CDU), doch mal Baulücken aufzulisten, brachte Bürgermeister Helmut Zander (SPD) dazu, die anhaltende Ohnmacht der Stadt zum Problem scheinbar herrenloser Grundstücke zu offenbaren.

„Ich kurbele schon ein Jahr, um genau dieses Problem anzugreifen“, erklärte Zander im jüngsten Stadtrat. Inklusive ehemaliger Dorfkrug in Amesdorf – sein Blick ging zum Abgeordneten Ernst-Hermann Brink (Linke).

Metallzaun folgt auf Bretterwand

Der Amesdorfer warf daraufhin ein: „Da steht jetzt ein Metallzaun. Die Bretterwand ist umgefallen.“

Tatsächlich stehen solche „Sicherungs- und Schutzbauwerke“ teilweise bereits länger als drei Jahre.

Er habe den Landkreis gefragt, wie der mit den Besitzern solcher Grundstücke umgeht, so Zander. Über sieben Millionen Euro hätte der Landkreis bereits in solche Grundstückssicherungen investiert.

„Magdeburg hat ein Rechtsamt für solche Sachen“, ließ der Bürgermeister noch etwas Neid durchblicken.

Hier in Güsten komme man als Stadt jedenfalls nicht an die Besitzer ran. „Beim Engländer kommt kein Brief an. Mustafa ist auch nicht erreichbar“, erklärte Zander, ohne dazugehörige Grundstücke zu benennen.

Die wohl längste Bretterwand der Stadt

„Ich will Rechtsanwaltshilfe und die Besitzer zwingen, ihre Grundstücke zu verkaufen.“ Immerhin gebe es Interessenten. Beispielsweise für die Flächen zwischen der August-Bebel-Straße und der Bahnhofstraße. An der Hauptstraße befindet sich eine der wohl längsten Bretterwände der Stadt.

Eigentlich sollte hier der Landkreis aktiv werden, habe aber abgewunken, so der Bürgermeister. „Ich finde auch in der Verbandsgemeinde niemanden, der den Rechtsweg beschreitet.“

Deshalb sieht Helmut Zander nur noch eine Möglichkeit, das Problem zu lösen: „Wir müssen Geld in die Hand nehmen und es mit einem Rechtsanwalt versuchen.“