Geflügel

Hühner legen "Schoko-Eier"

Bei einer Ausstellung in Groß Börnecke ziehen Rassegeflügelzüchter Bilanz und begutachten die Zuchttiere.

Groß Börnecke l Uwe Roskoden aus Löderburg war am Sonnabendvormittag einer von insgesamt drei Preisrichtern, die im Groß Börnecker Saal ein Tier nach dem anderen aus dem Käfig hoben. Zu erkennen an ihren weißen Kitteln nahmen die Männer der Jury in der Ausstellung des örtlichen Rassegeflügelzuchtvereins 2018 alles in allem 168 Tiere unter die Lupe.

Geprüft wurde, wie immer und auf jeder Schau, inwieweit die jeweilige Geflügelrasse ihren vorgeschriebenen Merkmalen entspricht. „Wir gucken beispielsweise nach Form und Farbe des Gefieders, Schnabel, Kamm, wie was gewachsen ist“, erklärt Roskoden. Und wo sind diese Kennzeichnungen verankert? Dazu erklärt Roskoden, der seit über 20 Jahren als Preisrichter zu Gange ist, dass es eine bestimmte Literatur gibt, also Nachschlagewerke. Und das sind nicht wenige. „Zu jeder Rasse haben wir ein Buch, in dem das alles steht“, berichtet der Zuchtfreund.

Für Preisrichter wie ihn, so scheint, ist die Bewertung Routine. Der Griff, das Geflügel so zu halten, dass die Tiere sich von der Seite zeigen, die gerade betrachtet werden soll, wirkt gekonnt. Dabei ist das Wissen und Können über Jahre gewachsen.

Immer vor der Eröffnung einer Ausstellung für die interessierte Öffentlichkeit, sind die Geflügel-Juroren im Einsatz. Das dauerte in Groß Börnecke am Sonnabend bis in die späten Mittagsstunden. „Wir haben in diesem Jahr nicht unbedingt mehr Tiere, die gezeigt werden.“ Die Größe der Ausstellung halte sich seit Jahren die Waage, berichtet der Vorsitzende des Vereins Udo Nesemann. Elf Aussteller haben dafür am Wochenende gesorgt und ihre schönsten Tiere aus dem heimischen Stall präsentiert. Acht Enten, zehn Hühner und 37 Zwerghühner sowie 113 Tauben: So fiel die Bilanz der Herbstschau aus.

Der Verein zeigte sich jedenfalls zufrieden. Auch die Besucher seien am Sonnabendnachmittag interessiert gewesen. Einige Leute hätten vorbei geschaut, berichtet Nesemann. Am Sonntag seien es dann leider nicht mehr so viele gewesen. Trotzdem ist Nesemann zuversichtlich und mit Freude dabei. Denn das Hobby ist für ihn und die anderen 13 Mitglieder im Verein nicht weg zu denken. Das wird deutlich, verwickelt man den ein oder anderen Züchter in ein Gespräch. Viele sind seit ihre Jugend oder Kindheit aktiv.

Roskoden etwa hat 1968 angefangen. Seine Lieblingstiere sind Laufenten und Zwerg Rodeländer. Dagegen züchtet Georg Brandt vom Groß Börnecker Verein beispielsweise Hochbrut Flugenten. Und Brandt hat noch eine andere Spezial-Rasse im heimischen Stall.

Die Hühner sind ziemlich groß gewachsen und ihr Gefieder ist sehr dunkel, fast schwarz. Das ist aber nicht das Kuriose. Was gemeint ist, sind ihre Eier.

„Sie sind kastanienbraun und sehen aus wie lackiert“, erklärt Roskoden. Und dass es sich um eine Rasse handelt, die ihren Ursprung in Frankreich hat und auf den Namen Marans hört. Schokoladenfarbig sollen die Eier aussehen und genau das sei der Grund, warum die Entscheidung der Züchter dieser Tiere auf sie gefallen sei.

Alles in allem war Roskoden aber mit der Schau in Groß Börnecke sehr zufrieden. „Eine sehr gute Qualität“, zog er Bilanz.

Die Gewinner sind in diesem Jahr: Helmut Höhne (Leistungspreis Zwerghühner), Otto Mühlenberg (Tauben), Georg Brandt (Zuchtpreis Hühner), Kurt Glockmann (Zwerghühner) und Horst Hammerschmidt (Tauben).