"Preußen Kurier" ist nicht für immer eingestellt, sondern liegt auf Eis: Materialsuche läuft derzeit

Kleine Zeitungsente als nett gemeinte Provokation im Börnecker Heimatblatt

Von Nora Stuhr

In Groß Börnecke sammeln Heimatgeschichtsschreiber derzeit Material, damit die Produktion ihrer historischen Dorfzeitung - diese liegt derzeit auf Eis - in die nächste Runde gehen kann.

Groß Börnecke l "Nein, der Preußen Kurier ist doch noch nicht gestorben." Wolfgang Hoffmann räumt gern mit einem Gerücht auf, das er selbst in die Welt gesetzt hat, quasi als Zeitungsente. "Der letzte Preußen Kurier" unter diesem Titel lief die Ausgabe/ Dezember 2011. Das sei aber nicht ernst gemeint gewesen, stellt der Mann vom Kultur- und Heimatverein jetzt klar. Er spricht von einer kleinen nett gemeinten Provokation, damit die Börnecker nochmals in ihren "Schatzkisten" nachsehen, ob sie weiteres Material haben, das Stoff zum Schreiben bietet. Mit Beginn dieses Jahres ist noch kein neues Heftchen erschienen. "Weil uns im Moment noch das Material fehlt", nennt der Groß Börnecker den Grund. Wenn wieder los geschrieben wird, dann richtig. "Mindestens vier Ausgaben sollten zusammenkommen", erklärt Hoffmann. "Damit es sich lohnt." Auf dieses Ziel läuft die Arbeit der Redaktion mit Hoffmann an der Spitze hinaus. Ansatzpunkte und Ideen seien bereits gefunden. Ein Beispiel: Der Börnecker Zwiebelmarkt. In den 1980er Jahren soll er ein Anziehungspunkt für Leute aus nah und fern gewesen sein. Aus Dresden, sogar aus Rostock seien sie angereist, weiß Hoffmann aus eigener Erfahrung zu berichten. "Börnecke war zugeparkt, eine richtige Völkerwanderung" habe stattgefunden, denkt er gern an das Spektakel zurück.

Im Hinblick auf den PreußenKurier schließt er nicht aus, auch vier Hefte über ein Thema herauszugeben, sofern das Material dies hergebe. Und damit einher geht sein Aufruf an die Börnecker, den Heimatfreunden auch künftig so tatkräftig wie bisher mit Informationen weiter zu helfen. Vielleicht habe der ein oder andere noch Material, das nutzen würde: Fotos, Schriften, Bücher, Aufzeichnungen, Zeitungen, Briefe, Postkarten.

"Wir würden auch über Themen berichten, die schon behandelt wurden", ist Hoffmann sicher, dass es sich anbietet, neue Aspekte großer Bereiche aufzugreifen: Von der Feuerwehr über die Schulen bis hin zur Geschichte des Karnevals.

"Uns geht es in erster Linie um die Hintergründe." Wo hat welches Haus wann wo gestanden? Wie sah es aus? Wie hat sich das Ortsbild über Jahrhunderte entwickelt? Fragen wie diese warten für Geschichtsschreiber nach wie vor auf Antworten. Den Einwohnern wollen sie ihre Recherchen nicht vorenthalten.

Hoffmann nennt weitere Beispiele: Etwa hat die alte Molkerei früher einen Schornstein gehabt. Auch prägten Mühlen einst die Dorfansicht, weiß er. Fotos, die im umfangreichen Fundus bereits vorhanden sind, dienen als Beleg.

Der Preußen Kurier ist von 2004 bis 2010 einmal im Monat erschienen. Im vergangenen Jahr gab es vierteljährlich ein Heft mit mehr Seiten. Mindestens vier weitere sollen folgen. Bis das Material dafür nicht sicher ist, ruht die Produktion.

Hinweise für Themen und Material werden unter (0 34 71) 20 60 31 gern angenommen.