Kulturelles

Mittelalter-Spektakel lockt hunderte Fans

Das Mittelalter-Spektakel auf der Wasserburg zog am Wochenende hunderte Fans aus ganz Sachsen-Anhalt in seinen Bann. Die Besucher reisten sogar aus der Altmark in Egeln an. Der Veranstalter war mit dem Zuspruch sehr zufrieden und will Anfang April 2022 wieder kommen.

Von René Kiel 19.07.2021, 04:15
Auch die Kinder, wie hier der kleine Finn,  konnten ihre Fechtkünste mit den großen  Rittern unter Beweis stellen und machten dabei keine schlechte Figur.
Auch die Kinder, wie hier der kleine Finn, konnten ihre Fechtkünste mit den großen Rittern unter Beweis stellen und machten dabei keine schlechte Figur. Fotos: René Kiel

Egeln - Die Mittelalterfans strömten an beiden Tagen in Scharen auf die historische Burganlage, wo es einen Mittelaltermarkt und ein buntes Programm gab, bei dem wohl jeder, dem solche Veranstaltungen gefallen, auf seine Kosten kam.

Die Feuer- und Fakirshow mit Rudolfo aus Berlin, die Kämpfe um Ruhm und Ehre mit den Rittern vom Bullengraben, in die auch die mutigen kleinen Besucher einbezogen wurden, die Spielluden von Donner & Doria, mittelalterliche Klänge von Ohrenpeyn sowie das Puppentheater kamen bei den kleinen und großen Gästen sehr gut an.

Darüber hinaus präsentierten sich auf der Burg etliche Handwerker und Händler. Da konnte man dem fast vergessenen Kerzenzieher, dem Schleifer, dem Porträtmaler, dem Münzgießer und anderen über die Schultern schauen. Die Händler wiederum buhlten um die Gunst der Kunden für ihre selbst gefertigten Waren. Zwischen den Ständen stiegen verführerische Düfte aus Garküchen und Tavernen auf. Sie luden mit Ritterbier und Met, Kuchen und Zuckerwerk sowie Baumkuchen, Braten und Fladen, Knoblauchbrot oder erlesenen Früchten zum Verweilen und Schlemmen ein.

„Der Standort Egeln war schon immer traumhaft. Burganlagen sind einfach das Schöne für die Darstellung von historischen Veranstaltungen“, sagte Eberhard Heieck, Chef der Coex Veranstaltungs GmbH & Co. KG aus Chemnitz, die das Mittelalter-Spektakel am Wochenende erneut nach Egeln brachte. Und das nicht zum ersten Mal. „Wir waren schon mal hier“, sagte Heieck. Eigentlich wollte er immer weniger Veranstaltungen machen. „Doch durch Corona sowie durch die Händler und Handwerker bin ich getrieben worden wieder Termine zu machen“, sage Heieck. Aus diesem Grund hatte er im Egelner Rathaus angerufen und stieß mit seinem Angebot bei Bürgermeister Reinhard Luckner (UWGE) auf offene Ohren.

Aufgrund der sehr guten Resonanz am vergangenen Wochenende verständigten sich beide Seiten darauf, das Ganze im Frühjahr des kommenden Jahres noch einmal zu wiederholen. Im Gespräch sind der 2. und der 3. April 2022, sagte Museumsleiter Uwe Lachmuth der Volksstimme. „Da würden wir mitmachen“, sagte der Bürgermeister und fügte hinzu: „Die Stadt Egeln ist froh, dass Eberhard Heieck wieder Kontakt zu uns aufgenommen hat. Wir hatten schon einmal eine solche Veranstaltung. Jetzt sind wir froh, dass wieder neues Leben in die Beziehung zwischen uns reinkommt und das Mittelalter-Spektakel durchgeführt wird.“ Das sei ein Gewinn für die Stadt und die Bürger, um ihnen etwas zu bieten. „Die Einheimischen brauchen auch Abwechslung“, stimmte Eberhard Heieck dem Stadtoberhaupt zu. „Das sieht man auch jetzt schon. Um 11 Uhr hat es begonnen und es ist schon Leben auf der Burg trotz des schlechten Wetters“, so Luckner Sonnabendmittag.

Auf die Corona-Pandemie eingehend, sagte Heieck, er habe dem Ordnungsamt der Verbandsgemeinde zum Glück helfen können, indem er 30 Händler weggenommen und in die Nähe von Hoyerswerda geschickt hat, wo eine weitere Veranstaltung stattfand. „Ansonsten hätten wir hier Stände ohne Ende gehabt“, berichtete Heieck. Ihm bescheinigte Luckner, dass alle Hygienevorschriften eingehalten wurden.