Coronalockerungen

Wirte in der Stadt Hecklingen rüsten sich für Wiedereröffnung

Wirte in Hecklingen haben in den vergangenen Tagen alles getan, um gewappnet zu sein. Sie können Gäste wieder draußen ohne Test empfangen. Das Land lockert die strengen Corona-Regeln.

Andrea Storch bereitet den Biergarten im Hof  der Gaststätte "Hotel Stadt Bernburg" für die Gäste vor.
Andrea Storch bereitet den Biergarten im Hof der Gaststätte "Hotel Stadt Bernburg" für die Gäste vor. Foto: Nora Stuhr

Nora Stuhr Hecklingen/Groß Börnecke/Schneidlingen/Cochstedt - Hausgemachter Kartoffelsalat, dazu eine Rostbratwurst vom Grill – für Donnerstag, wenn in der Gaststätte „Hotel Stadt Bernburg“ traditionsgemäß der Grill angefeuert wird, sollen Gäste ihre Speisen nicht mehr mit nach Hause nehmen, sondern ohne Test im Biergarten Platz nehmen. Diese Hoffnung hatte der Wirt der Gaststätte Holger Asmussen schon am Montag. Die Nachfrage ist jedenfalls groß. „Wir haben schon Tische reserviert“, berichtet Asmussen. In den letzten Monaten hat er auf Vorbestellung immer an festen Tagen in der Woche bestimmte Gerichte gekocht und zum Mitnehmen angeboten. Jetzt ist er darauf vorbereitet, wieder alle Gerichte seiner Speisekarten wie im vergangenen Sommer anzubieten. Darauf wurde schon in den letzten Tagen hingearbeitet. „Man muss erst einmal wieder umdenken. Bestände sind zu prüfen, Bestellungen zu tätigen“, meint Asmussen.

Mit Spannung erwartete auch die Leiterin vom Stadtschloss-Hotel in Hecklingen Manuela Rose-Kirchner die gestrige Entscheidung der Politiker in Magdeburg zu weiteren Lockerungen. Entschieden wurde, dass ab heute unter anderem die Testpflicht in der Außengastronomie entfällt. Voraussetzung für die Lockerungen ist eine Inzidenz von weniger als 35 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen.

Gäste wollen Verwandte besuchen

Schon am Montag konnte Manuela Rose-Kirchner aber bestätigen, dass das Hotel mittlerweile auch wieder für Privatreisende geöffnet ist. Für Geschäftsleute hatte das Haus auch während des Lockdowns Zimmer zur Übernachtung anbieten können.

Jetzt dürfen auch wieder Touristen kommen. „Wir hatten auch schon viele Anfragen von Privatleuten“, erzählt Manuela Rose-Kirchner. Aus Gesprächen mit den Kunden weiß sie, dass viele jetzt ihre Verwandten in der Nähe besuchen möchten, weil sie sie lange nicht mehr gesehen haben. Allerdings würden sich viele schwer mit der Testpflicht tun. Am Montag durften im Haus nur Leute übernachten, die einen bestätigten negativen Corona-Test, der nicht älter als 24 Stunden ist, vorlegen. Dieser musste zu diesem Zeitpunkt auch alle 48 Stunden erneuert werden.

Mit Blick auf den gestrigen 1. Juni sagte die Leiterin des Hauses, dass sie nicht sagen kann, wie es danach weiter geht. Natürlich ruhen aber auch die Hoffnungen der Stadtschlosschefin darauf, dass Gäste bald wieder so wenig Einschränkungen wie möglich in Kauf nehmen müssen.

Blick nach Cochstedt: Dort hat das Restaurant „Zum Eichengrund“ am Montag eine frische Eislieferung erhalten. „Wir wollen die Saison ab der kommenden Woche wieder eröffnen“, teilt Inhaberin Heike Möwes mit.

Geplant ist, dass dann auch wieder Treffen der Volkssolidarität und des Frauenkommunikationszentrums in den Räumen unter Einhaltungen der Hygienevorschriften stattfinden können. „Wir hoffen, dass es in den nächsten Woche wieder losgeht“, so Heike Möwes.

In Schneidlingen ist die Wirtin der Gaststätte „Zum Auerhahn“ im Moment dabei, alles startklar zu machen. „Ich schaue gerade, was ich noch alles brauche“, freut sich Karola Göbel auf die nahende Wiedereröffnung.

„Ich hoffe, dass morgen festgelegt wird, dass die Außengastronomie ohne Tests öffnen darf“, sagte sie am Montag. Für sie steht fest, dass ihre Wirtschaft erst dann wieder öffnet, wenn dies ohne Test für die Kunden möglich ist.

Die Schneidlingerin freut sich, endlich wieder arbeiten zu können. In den vergangenen sieben Monaten waren ihr die Hände gebunden.

Anschaffung für die Bewirtung draußen

„Ich würde mich freuen, wieder was zu machen“, sagt sie. Dank der Corona-Hilfe habe sie die Zeit überstanden, erzählt sie. Das Geschäft sei dadurch abgesichert. Privat habe ihr diese Unterstützung aber keinen finanziellen Zuschuss gebracht. Geld zum Leben falle nicht darunter. Trotzdem hat sie nichts vom Geschäftskonto genommen.

„Ich muss gucken, wie es läuft. Draußen soll noch eine Überdachung angeschafft werden“, schildert Karola Göbel ihre Pläne. Sie hat sich auf einen Partyservice spezialisiert. Nach Feierabend zählen vor allem Handwerker zu den Stammgästen der Gaststätte.

In Groß Börnecke hatte das Hotel „Bördequell“ das Glück, auch während des Lockdowns geöffnet zu sein. „Bei uns lief es die ganze Zeit. Wir sind auf Monteure spezialisiert und hatten zum Glück keine Einschränkungen“, sagt Geschäftsführer Lars Krüger.

Auch einige Läden im Dorf freuen sich auf Kunden. In das Geschäft von Yvonne Kramer Herbst in der Mittelstraße soll bald wieder Lebern einziehen. Sie möchte in Kürze wieder einen Passbilder-Service anbieten.

„Die Öffnungszeiten richte ich an den Gegebenheiten aus“, kündigte sie an, dass sie für ihre Kunden weiterhin da ist. Seit Dezember ruhte auch ihr Geschäft.