Stendal l Zwei Ausstellungen hat das Altmärkische Museum in Stendal zu bieten, doch ansehen kann sie wegen Corona seit Mitte März niemand. Das ändert sich jetzt allmählich – und so kann man, nach Anmeldung wohlgemerkt, wieder durch die Dauerausstellung zur Stendaler Stadtgeschichte und die Sonderausstellung mit Fotografien von Gerhard Faller-Walzer schlendern.

Und ab heute kann man noch etwas: diese beiden Schauen virtuell besuchen. Den digitalen Rundgang in 3-D hat der Stendaler Grafiker und Webdesigner Thomas Laleike erstellt. „Das ist für uns beide Neuland“, kommentierte Gabriele Bark gestern bei einem Pressegespräch, „für mich als Museumsleiterin, die allem Digitalen gegenüber erst mal ein bisschen skeptisch ist, und für ihn, weil er damit zum ersten Mal eine ganz neue Technik umsetzt.“ Doch das Neue hat beide schon sehr begeistert. Die Räume, findet Bark, wirkten viel intensiver. Und für Laleike, der sich als passionierten Fotografen bezeichnet, war es eine beflügelnde Erfahrung zu merken, welche Möglichkeiten sich damit gegenüber dem statischen Medium Foto eröffnen.

Ganz nah an die Bilder

Knapp eine Woche hatte Laleike dafür Zeit, weshalb das Ganze auch noch ausbaufähig ist und peu à peu erweitert werden soll. Für den Anfang ist es nur ein stummer Rundgang, der an fünf Exponaten der Dauerausstellung Halt macht. Man kann sich aber auch frei bewegen und an Vitrinen näher herantreten. Die Foto-Ausstellung von Gerhard Faller-Walzer ist komplett zu sehen, auch hier kann man sehr nah an jedes Bild herantreten.

Digitale Schnitzeljagd

Da zurzeit nur ein sehr eingeschränkter Zugang zum Museum möglich ist, hofft Gabriele Bark, mit diesem digitalen Rundgang „viele Leute auf unser Haus neugierig zu machen“. Und da der Internationale Museumstag am kommenden Sonntag diesmal ohne Veranstaltungen und Sonderführungen eher still und leise vonstatten gehen wird, hat Gabriele Bark das Motto „Museen mit Freude entdecken“ angesichts der aktuellen Umstände flugs ergänzt und lädt also dazu ein, das Altmärkische Museum „mit Freude zu Hause zu entdecken“. Eben virtuell, am Computer, Tablet oder Smartphone.

„Das ist ganz einfach und funktioniert wie Google Streetview“, sagt Thomas Laleike, der sich freut, weitere Ideen mit der Museumsleiterin umzusetzen. Beide denken da zum Beispiel an digitale Schnitzeljagden für Schüler, die ja sonst über Projekte einen Hauptteil der Besucher ausmachen.

Vorteil: Man hat seine Ruhe

Wer an einem solchen virtuellen Museumsrundgang indes noch nicht so richtig Gefallen findet, weil ihm vielleicht das Dielenknarzen fehlt, das Odeur der Dinge oder das Im-Raum-Sein, dem seien diese Vorteile offenbart: Man hat so richtig seine Ruhe, niemand kommentiert und schlaumeiert, keiner läuft einem vor der Nase herum und wer will, kann zu diesem Museumsausflug sogar im Schlafanzug erscheinen.

Und hier kommen Sie direkt zum digitalen Rundgang durchs Altmärkische Museum. Wer selbst und in echt ins Museum gehen möchte, kann dies zurzeit nur nach Anmeldung: telefonisch unter 03931/651700 oder per Mail an museum@stendal.de. Es dürfen sich nur vier Personen gleichzeitig in den Ausstellungsräumen aufhalten.