Lüderitz l Beim Autobahnbau scheint es langsam zu flutschen, nachdem es Jahrelang hakte. Größere Sorgen bereitet die Verantwortlichen ganz offensichtlich nur noch der Übergang über die Elbe bei Wittenberge. Dort hat das Land Brandenburg große Probleme, um die Planung voran zubekommen.

„Ich hoffe, dass in Brandenburg am Ende auch der politische Sachverstand walten wird, wie dies bei uns der Fall war“, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Montag (27.8.2018) in Lüderitz beim ersten Spatenstich für den Autobahnbau des Abschnittes zwischen Dolle und Lüderitz. In der Koalition in Sachsen-Anhalt habe man den Ausgleich zwischen Wirtschafts- und Umweltinteressen gefunden.

Haseloff fordert politische Vernunft

Der Ministerpräsident wies darauf hin, dass die Autobahn auch aufgrund der Maßnahmen im Hinblick auf den Naturschutz besonders teuer werde. Pro Kilometer müssen im Schnitt mehr als zehn Millionen Euro aufgebracht werden. Für die rund 97 Kilometer innerhalb des Landes sind 850 Millionen Euro veranschlagt.

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Haseloff gab sich auch zuversichtlich, was den Bau der Querspange B 190n anlangt. Beim Spatenstich in Lüderitz setzten sich vor allem Vertreter aus der Wirtschaft dafür ein, dass diese Verbindung zwischen A 14 und A 39 entlang an Seehausen und Salzwedel auch noch gebaut wird. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte in Lüderitz davon gesprochen, dass die Kassen derzeit so voll seien, wie nie zuvor. Der Bau der A 14, der zu ganz großen Teilen vom Bund bezahlt wird, ist gesichert.

Erster Spatenstich für A14 in Altmark

Lüderitz (bb) l In Lüderitz erfolgte am 27. August 2018 der erste Spatenstich für den sechsten Abschnitt der A 14. Damit ist der Autobahnbau, der sich über Jahre verzögert hat, in der Altmark angekommen. Zu dem historischen Ereignis war der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) aus Berlin angereist. Das rund 15 Kilomter lange Teilstück zwischen Dolle und Lüderitz soll Ende 2022 fertig sein und kostet nach derzeitigem Stand 124,5 Millionen Euro.

  • Erster Spatenstich für die A14 in Lüderitz, mit dabei der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Foto: Sebastian Wienecke

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  • Die Spaten bekamen eine Gravur mit dem historischen Datum: 27.08.2018. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Die Spaten bekamen eine Gravur mit dem historischen Datum: 27.08.2018. Foto: Bernd-Volker Brahms

  • Viel Staub wurde aufgewirbelt: Altmärkischer Sand wurde beim ersten Spatenstich von den Politikern gelupft. Foto: Bernd-Volker Brahms

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  • Ein großes Interesse von Medien aber auch von Bewohnern der Region gab es an der improvisierten Baustelle. Foto: Bernd-Volker Brahms

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  • Mit der A14 soll es noch nicht alles gewesen gewesen sein. Befürworter der B190n brachten sich in Stellung. Foto: Bernd-Volker Brahms

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  • Vertreter aus der Wirtschaft bekundeten ihre Unterstütuzung für die A14 und forderten den Bau der Querspange 190n. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Vertreter aus der Wirtschaft bekundeten ihre Unterstütuzung für die A14 und forderten d...

  • Auch Bundesminister Andreas Scheuer (CSU, Mitte) und Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU, 2.v.r.) und Verkehrsminister Thomas Webel (CDU, 2.v.l.) reihten sich bei den A14-Befürwortern und 190n-Forderern ein. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Auch Bundesminister Andreas Scheuer (CSU, Mitte) und Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU,...

  • Viele Interessierte lauschten den Worten der Minister und des Ministerpräsidenten. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Viele Interessierte lauschten den Worten der Minister und des Ministerpräsidenten. Foto: Ber...

  • Auch ein Spaten mit der Forderuzng nach der B190n war dabei und forderte, die Angelegenheit zu Chefsache zu machen. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Auch ein Spaten mit der Forderuzng nach der B190n war dabei und forderte, die Angelegenheit zu Ch...

  • Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kostete von der Autobahn-Torte, die er von Burkhard Krüger von der Bürgerinitiative Basta

    Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kostete von der Autobahn-Torte, die er von Burkhard ...

  • Nach der Spatenstich-Arbeit ging es ins Festzelt. Es gab Wasser, Kaffee und auch Erbsensuppe mit Würstchen und andere Häppchen. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Nach der Spatenstich-Arbeit ging es ins Festzelt. Es gab Wasser, Kaffee und auch Erbsensuppe mit ...

  • Autobahn für Deutschland: Auf der Bühne standen die Spaten fein säuberlich aufgereiht da. Der Bundesminister ließ derweilen auf sich warten. Foto: Bernd-Volker Brahms

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  • Ganz gut ist die Schneise bei Lüderitz zu erkennen, wo die Autobahn entlangführen wird und wo 2022 Autos fahren sollen. Foto: Sebastian Wienecke

    Ganz gut ist die Schneise bei Lüderitz zu erkennen, wo die Autobahn entlangführen wird ...

  • Auch die lokalen Aktuere aus der Einheitsgemeinde Tangerhütte vollzogen ihren eigenen Spatenstich. Mit dabei Einheitsgemeindebürgermeister Andreas Brohm und die Lüderitzer Ortsbürgermeisterin Edith Braun (Mitte). Foto: Bernd-Volker Brahms.

    Auch die lokalen Aktuere aus der Einheitsgemeinde Tangerhütte vollzogen ihren eigenen Spaten...

„Was die B 190n angeht, da bin ich skeptisch“, sagte Stefan Wolf, der Vorsitzende der Wirtschaftsjunioren Altmark. Im Bundesverkehrswegeplan sei die Querspange erst für 2030 vermerkt. „Da muss schneller was passieren“, sagte Wolf.

Jetzt rücken Archäologen an

Aber auch der Beginn der Bauarbeiten an der nun offiziell in Lüderitz freigegeben Baustelle wird sich noch etwas hinziehen. Zunächst werden die Archäologen das Kommando übernehmen. „Wie lange die arbeiten, ist immer schwer vorherzusagen. Das hängt natürlich davon ab, ob und was sie finden“, sagte A 14-Projektleiter Steffen Kauert. Er gehe davon aus, dass im kommenden Jahr begonnen werden könne. Er ist darüber hinaus auch zuversichtlich, dass 2019 auch die beiden Teilstücke Lüderitz-Uenglingen und Uenglingen-Osterburg in Angriff genommen werden könne. Dann wird auf einer Länge von knapp 55 Kilometern gleichzeitig gebaut.

Unterdessen sind die Arbeiten am Abschnitt zwischen Colbitz und Dolle im Zeitplan, wie Kauert berichtet. Autofahrer, die die B 189 entlang kommen sehen in der Nähe von Colbitz zwei großen Brückenbaustellen und große gerodete Waldflächen.

Ein Brückenbauwerk liegt wie in einer tiefen Wanne. Warum eigentlich? „Die B 189 befindet sich dort auf einem Hügel“, sagt Autobahn-Baumeister Steffen Kauert. Das Niveau der Autobahn und auch der parallel verlaufenden B 189 wird dort um sieben Meter tiefer gelegt.

Scheuer will wiederkommen

Im Übrigen hat der Bundesverkehrsminister Scheuer versprochen, dass er 2022 wieder in die Altmark kommen werde, wenn das Teilstück zwischen Dolle und Lüderitz für den Verkehr freigegeben werden soll. Vor dem Versprechen legte der Minister eine kleine Denkpause ein und sagte dann: „Dazwischen liegt zwar noch eine Bundestagswahl, aber ich denke, es wird klappen.“ Er hatte damit die Lacher auf seiner Seite. Dies war auch der Fall, als er sich auf der Bühne zu Ministerpräsident Haseloff umdrehte und mit Blick auf die vielen Millionen Euro vom Bund sagte: „Du bekommst gleich Gelegenheit, uns ordentlich zu danken.“

Für die kommenden vier Jahre dürfen nun die Bauarbeiter ihren Part erledigen.