Stendal l Wer noch einmal tief in die Vergangenheit eintauchen möchte, dem sei ein Besuch in der alten Turnhalle der Komarow-Schule in Stadtteil Stadtsee dringend ans Herz gelegt. Verändert hat sich in der Sportstätte nämlich seit geraumer Zeit nichts. Errichtetet wurde sie noch zu DDR-Zeiten, seitdem ist im Prinzip nichts grundlegendes mehr passiert. Wie alt die Medizinbälle sind, die dort noch lagern, kann wahrscheinlich niemand so richtig beantworten. Dass sie noch aus der Phase der Fertigstellung stammen erscheint gar nicht mal so unwahrscheinlich.

Neubau kommt auf jeden Fall

Dasselbe trifft auf die übrigen Sportgeräte zu. Zumindest scheinen die alten Barren bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel zu haben. So schön der museale Charakter der Sporthalle einerseits ist, sind die Schattenseiten doch unverkennbar. Vor allem die sanitären Einrichtungen präsentieren sich in einem erbarmungswürdigen Zustand und sind niemandem mehr zuzumuten. Wegen baulicher Mängel findet ohnehin seit geraumer Zeit kein Sportunterricht mehr dort statt.

Deshalb war es kein Wunder, dass der Stadtrat schon vor rund einem Jahr den Abriss beschloss. Eine Sanierung war keine Option mehr. Zuvor hatte die Stadt geprüft, ob sich eine Instandsetzung des alten Gebäudes lohnen würde. Das Ergebnis fiel eindeutig aus. Zu schlecht ist der Zustand, zu viel Geld müsste man in die Hand nehmen um das aus der Zeit gefallene Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen. Nun brechen die letzten Tage der Sporthalle an. „Mitte Juli beginnen voraussichtlich die Abrissarbeiten“, sagte Philipp Krüger, Pressesprecher der Stadt Stendal. An gleicher Stelle entsteht ein Neubau. Wann dies konkret der Fall sein wird, kann der Pressesprecher noch nicht beantworten. Klar ist nur, dass ein wenig Geduld gefragt ist. „Vor der Sommerpause 2021 ist nicht mit einer Fertigstellung zu rechnen“, gibt er Auskunft.

Suche nach Ausweichquartieren läuft

Zur Ausgestaltung der neuen Sportstätte kann der Stadtsprecher ebenfalls nur vage Angaben machen, weil die Vergabe der Planung erst noch bevorsteht. Allein die Größe steht bereits fest: Es wird eine Einfeldhalle gebaut. Genutzt wird diese dann für den Vereins-und Schulsport. Gebaut wird wohl in Massivbauweise. Welche Vereine dort einziehen werden, muss allerdings noch geklärt werden.

Aufgehoben wurden mittlerweile auch die Nutzungsveträge mit den neun Vereinen, die derzeit noch neben der Komarow-Schule beheimatet sind. Ab dem 1. Juli dürfen sie die Halle nicht mehr betreten. Wo die betroffenen Sportler bis zur Fertigstellung des Neubaus unterkommen, kann die Stadtverwaltung derzeit noch nicht sagen.

Zumindest ist das Problem bekannt und in Bearbeitung. Entschieden ist jedoch noch nichts. „Die Möglichkeiten für eine übergangsweise Unterbringung der betroffenen Vereine befinden sich noch in der Prüfung“, teilt Philipp Krüger mit.

Klarheit besteht hingegen in finanzieller Hinsicht. Die Kosten für Abriss und Neubau belaufen sich insgesamt auf rund 1,7 Millionen Euro. Die Stadt greift für das Projekt auf zwei Förderprogramme des Bundes zurück. Gelder aus dem Programm „Stadtumbau Ost“ fließen in den Rückbau. Der Neubau wird vom Programm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ gefördert. Zehn Prozent der Investitionssumme schießt die Stadt dazu.