Erntedank-Gottesdienst in der Petri-Kirche bildete gestern den Abschluss der Interkulturellen Woche

Anregungen zu fairen Chancen

Von Kristin Schröder

Eine ganze Woche lang feierten die Einwohner der Hansestadt Stendals die Vielfalt der Kulturen. Mit einem Erntedank-Gottesdienst wurde gestern in der Kirche St. Petri die Interkulturelle Woche beendet.

Stendal. "Die Regale in unseren Supermärkten sind randvoll mit Gütern aus der ganzen Welt", sagte Daniela Schröder, Pastorin der Gemeinde St. Petri. Doch woher stammen diese Waren? Und unter welchen Bedingungen werden sie produziert? Waren aus Entwicklungsländern fair zu handeln und Lebensmittel auf der Erde fair zu teilen, war das Motto am gestrigen Morgens. "Fairhandeln" und "Fairteilen" also. Der Gottesdienst sollte die Besucher anregen, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen. Hinterfragen war das Stichwort der Woche. Die Interkulturelle Woche sollte die Einwohner Stendals zum Nachdenken und Mitfühlen anregen.

Die Woche begann mit einem Glaubensweg. Teilnehmer erfuhren Wissenswertes den Islam, das Judentum und Naturreligionen. Höhepunkt der Woche war der Begegnungsnachmittag am vergangenen Donnerstag. Mehr als 80 Menschen der verschiedensten Nationalitäten versammelten sich im Rathaus, um über Stendal als "Lebens-(T)raum" zu sprechen. "Stendal soll ein Ort werden, an dem sich Menschen aller Kulturen wohl fühlen", erläuterte Liane Bischoff vom Migranten-Netzwerk.

Zu diesem Anlass sollten Begriffe zusammengetragen werden, ohne die Integration von Migranten gar nicht möglich wäre. So fielen Worte wie Akzeptanz und Asyl, aber auch Angst war ein Thema. Angst vor einem fremden Land, vor einer fremden Sprache.

Es sollten an jenem Tag auch viele Beispiele für gelungene Integration gezeigt werden. So fügte Dr. Aida Beye hinzu, dass Stendal ihre Wahl-Heimat sei und sie sich hier zuhause fühle. "Ich bin sehr dankbar, dass ich in Stendal die Möglichkeit hatte, über mein Leben als Muslimin sprechen zu dürfen", fügte sie hinzu. Denn fremde Religionen und Kulturen zu erleben, sei der Kern von Akzeptanz und friedlichem Miteinander. Sie wollte zeigen, dass der Islam und andere Religionen nichts Bedrohliches sind.

Vor über 30 Jahren entwickelte sich aus dem "Tag des ausländischen Mitbürgers" bundesweit die Interkulturelle Woche. Sie ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Es beteiligten sich bundesweit zahlreiche Gemeinden, Vereine, Vertreter von Kommunen und Einzelpersonen in mehr als 300 Städten mit mehr als 3000 Veranstaltungen.

An der Gestaltung der Woche in Stendal beteiligten sich das Migranten-Netzwerk, AWO, die Kirchen, das DRK, die Volkssolidarität, die Komarow-Schule und der Landkreis.