Stendal l Seit Jahren ist Matthias Neumann bei den Internationalen Hansetagen dabei. Nicht nur, weil er Stendal im Altmärkischen Hansebund vertritt und an dessen Stand präsent ist, sondern auch als Mitglied der Hanse-Kommission. Die wird jeweils für fünf Jahre gewählt – und Stendal ist dort Vertreter und stimmberechtigt für insgesamt 19 ostdeutsche Hansestädte, darunter Frankfurt/Oder, Brandenburg und Halle. Darum weiß Matthias Neumann aus Erfahrung: „Jede Gastgeberstadt setzt i-Tüpfelchen.“ Mit Blick auf den 38. Internationalen Hansetag vom 21. bis 24. Juni fügt er hinzu: „Und Rostock wird ganz viele davon setzen.“

Eines ist eine internationale Hanse-Ausstellung. Sie soll die Verbindungen der Hansestädte in Handel, Kultur und politischen Verknüpfungen widerspiegeln und damit die Vielfalt der Hanse in ihrer Geschichte und die Perspektiven des Internationalen Hansetages aufzeigen. Darum wurden die Mitglieder der Hanse der Neuzeit eingeladen, sich mit einem Kunstwerk zu beteiligen und so die Verbindung zu ihr darzustellen. Die Rostocker steuern auch Geld bei, um lokale Künstler zu unterstützen.

Symbol der Verbundenheit

Eröffnet wird die Ausstellung am 23. Juni im Beisein der Delegationen der ausstellenden Hansestädte. Die Schau soll aber nicht nur in Rostock gezeigt werden, sondern später auf Wanderschaft gehen in andere Hansestädte und zu den Internationalen Hansetagen der kommenden Jahre.

Bilder

Zu den etwa 60 Kunstobjekten wird eines aus der Altmark gehören. „Es ist ein echtes Gemeinschaftsobjekt des Altmärkischen Hansebundes, jede Hansestadt hat mit einer Idee dazu beigetragen“, freut sich Matthias Neumann, denn beteiligt sind Künstler und Unternehmen aus der gesamten Altmark.

Und was ist es nun? Eine Hansestatue, bestehend aus zwei Teilen. Der obere ist der „Hansesplitter“. Er stammt aus der Reihe „Hansesplitter“ des Künstlers Michael Hitschold aus Wallstawe bei Salzwedel. Die von ihm entwickelte Idee der „Hansesplitter“ beschreibt zeitgenössische Plastiken, in diesem Fall eine aus Stahl. Der Grundgedanke: Beim Zerfall, beim Auseinanderbrechen der mittelalterlichen Hanse sind ganz viele kleine Splitter entstanden. Hitschold sieht in seinen „Hansesplittern“ ein Symbol der weltweiten Verbundenheit – darum wünscht er sie sich als Kunstobjekt in allen alten Hansestädten als Nachweis der Mitgliedschaft und als Erkennungsmerkmal, Teil der Hansefamilie zu sein.

„Der Splitter ist aus der Kugel, die für die gesamte Hanse steht, herausgerissen worden. Er steht dafür, Teil eines Ganzen zu sein“, erklärt es Matthias Neumann mit seinen Worten. Und ein Splitter aus dieser Hanse-Kugel seien eben auch die Hansestädte der Altmark.

Deren Vertreter im Altmärkischen Hansebund sehen in dem Kunstwerk aber noch etwas anderes: ein Schiff mit einem Segel, eine Hansekogge. Passend, denn sie ist ein zentrales Element im Logo des Altmark-Hansebundes.

Holzsäule aus Mahagoni

„Aber allein wirkt der Splitter nicht, richtig komplett ist er nur in Verbindung mit einer schönen Säule“, sagt Matthias Neumann. Es wird eine achteckige sein aus Mahagoniholz, versehen mit den Wappenschildern und Namen der acht Mitgliedsstädte im Altmärkischen Hansebund: Stendal, Salzwedel, Osterburg, Gardelegen, Tangermünde, Werben, Seehausen und Havelberg.

Und auch in der Säule zeigt sich die Gemeinschaftsarbeit: Die Idee dazu kam von den Osterburgern, den Grundentwurf für die Säule steuerte der Designer Lutz Gaede aus Uchtspringe bei, der Stendaler Michael Trösken hat die Wappenschilder angefertigt. Die Wappenplatten und die Buchstaben für die Städtenamen wurden von JS Lasertechnik Stendal hergestellt. Michael Schnelle aus Werben fertigte in seiner Holzmanufaktur die Hansesäule an. Abgerundet wird das Ganze mit einem emaillierten Hansebund-Logo, das allerdings im Schwarzwald herstellt wird. Die Idee dazu kam wiederum aus Seehausen. Splitter plus Säule werden zusammen etwa 1,40 Meter hoch sein.

„Wir freuen uns, als altmärkische Hansestädte einen Teil zur Dauer- und auch Wanderausstellung beitragen zu können“, sagt Matthias Neumann und fügt hinzu: „Wir sind überzeugt davon, dass unser Ausstellungsobjekt in Rostock viele Blicke auf sich ziehen wird.“