Stendal l „Hiermit dürft ihr euch Schule mit Herz nennen“, mit diesen Worten überreicht Lutz Schulz, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Kinderhospizes Mitteldeutschland, die Urkunde an Schulleiterin Silvia Mattner. Grund für die Ehrung am gestrigen Morgen in der Adolf Diesterwegschule waren die 750 Euro Spenden, die die Klassenstufen im letzten Dezember gesammelt hatten.

Eine ganze Woche lang haben Schülerinnen und Schüler von der fünften bis zur zehnten Jahrgangsstufe Pizza, Waffeln, Brezeln und alles, was das hungrige Schüler- und Lehrerherz begehrt, verkauft. Schon zum zweiten Mal sollte das gesammelte Geld an das Kinderhospiz Mitteldeutschland gespendet werden. Das entschlossen die Schüler selbst. „Es war schön zu sehen, dass viele der Schüler so engagiert waren“, freut sich Schulsozialarbeiterin Anna Richter über die eigenständige Organisation der Spendenaktion.

Verpätete Auszeichnung von Kinderhospiz

Eigentlich sollte der aus allen Klassensprechern bestehende Schulrat die Auszeichnung schon vor den Sommerferien erhalten. Nach coronabedingter Verzögerung und verspäteter Ankunft von Lutz Schulz sollten die Klassenvertreter endlich die grüne Plakette in den Händen halten. Davor jedoch durften die Schüler Fragen zum Hospiz stellen. Immerhin ist es kein leichtes Thema, mit dem sich die Adolf Diesterwegschule befasst hat. Lutz Schulz erklärt verständlich, aber ehrlich: „Wir nehmen Kinder in unserem Hospiz auf, die nicht mehr gesund werden, aber die Ärzte noch nicht sagen können, wann sie versterben.“ Die Schüler der fünften bis zehnten Klassen nahmen es gefasst. Sie hatten das Thema Hospiz bereits mit den Klassenlehrern besprochen, als es an die Planung der Spendenwoche ging.

Das Geld ist unter anderem in den Umbau des Kinder- und Jugendhospizes in Tambach-Dietharz, Thüringen, geflossen. Im Spätherbst solle dieser fertig gestellt sein. Aktuell können dort elf Kinder betreut werden. Um auch in diesem Jahr wieder mitzuhelfen, die jährlich vom Hospiz benötigten 1,4 Millionen Euro Spenden zu sammeln, hat Anna Richter den Schülern die Frage mit auf den Weg gegeben: „Wie können wir in dieser besonderen Zeit Spenden sammeln?“