Stadtentwicklung

Bäckermeister haucht dem Tempo-Eck in Stendal wieder Leben ein und belebt das Bahnhofsviertel

Vor zehn Jahren hat der Stendaler Bäckermeister Marco Wetzel die ehemalige Kaufhalle Tempo-Eck erworben. Auf dem Areal entsteht nun nach langer Wartezeit ein dreistöckiger Neubau.

Von Stefan Rühling
Von rechts: Marco Wetzel  , Architekt Peter Habendorf, Diana Wetzel,  Oscar Wetzel, Frank Albert und Bauunternehmer Stephan Blank beim ersten Spatenstich.
Von rechts: Marco Wetzel , Architekt Peter Habendorf, Diana Wetzel, Oscar Wetzel, Frank Albert und Bauunternehmer Stephan Blank beim ersten Spatenstich. Foto: Stefan Rühling

Stendal - Der Startschuss ist gefallen: Am vergangenen Montag hat auf dem Gelände des ehemaligen Tempo-Ecks in der Beethovenstraße/Ecke Goethestraße in der Stendaler Bahnhofsvorstadt der erste Spatenstich für einen Neubau stattgefunden. Marco und Diana Wetzel werden an dem traditionsreichen Standort ein Mehrfamilienhaus inklusive Ladenfläche errichten und mit Wetzels „Tempo-Eck“ eröffnen. Der Name ist ein Wink an die ehemalige Kaufhalle gleichen Namens, die einst an der Stelle des Neubaus stand.

„Endlich geht es los“, zeigt sich Marco Wetzel erfreut über den Start seines neusten Projekts. Nach dem Backhaus am Stadtsee ist dies der zweite Neubau, den der Bäckermeister in der Hansestadt errichtet. Zusammen mit dem Architekten Peter Habendorf und Stephan Blank von der ausführenden Baufirma Lühmann hat der 46-Jährige nun den ersten Spatenstich vollzogen. Bereits in der kommenden Woche sollen die Bauarbeiten dann so richtig beginnen. Dafür wurde das Areal bereits eingezäunt und die Straße gesperrt.

Areal wartete seit 2014 auf Entwicklung

Damit beendet Wetzel auch die andauernden Spekulationen um das Tempo-Eck. Denn bereits vor zehn Jahren hatte er das Grundstück mit dem Ziel erworben, eine neue Filiale seiner Bäckerei zu errichten. So erfolgte im Jahr 2014 zunächst der Abriss der früheren Kaufhalle. Fortan stand das Grundstück leer, nur ein Schild wies auf das Bauvorhaben hin, was angesichts anderer Projekte immer wieder verschoben werden musste.

„Eigentlich wollten wir dann im Vorjahr loslegen, doch leider hat Corona uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erläutert Wetzel, der seine Bäckerei bereits in dritter Generation mit aktuell etwa 40 Mitarbeitern führt.

Im Zuge des Neubaus werden zudem zirka zehn bis zwölf neue Arbeitsplätze geschaffen. Daher ist die Freude jetzt umso größer. „Wir können es kaum erwarten, das neue Tempo-Eck für Gäste zu öffnen und hoffen, dass ein Café-Betrieb bis dahin auch möglich ist.“ Insgesamt sollen 40 Sitzplätze im Innenbereich sowie eine Außenfläche von etwa 55 Quadratmetern entstehen. Das dreistöckige Gebäude wird neben dem Café auch über vier Wohnungen verfügen.

Penthouse-Wohnung im obersten Geschoss

Im ersten Obergeschoss entstehen drei Zwei-Raum-Wohnungen zu 34 beziehungsweise zwei Mal 65 Quadratmetern. Zu jeder Einheit gehört ein Balkon oder eine Terrasse. Im zweiten Obergeschoss entsteht eine offen-gestaltete Penthouse-Wohnung mit etwa 120 Quadratmetern Wohnfläche. Alle Wohneinheiten werden über einen Aufzug erreichbar sein und verfügen über Fußbodenheizung. Zum Objekt gehören auch Parkplätze für die zukünftigen Mieter sowie die Café-Gäste.

Das Tempo-Eck galt nach seiner Eröffnung im September 1963 als modernster Selbstbedienungsladen der Stadt. Nach der Wende verwahrloste das Gebäude zusehends. Jahrelang fand sich niemand mehr, der dort einen Supermarkt betreiben wollte. Vandalen schlugen die Fensterscheiben ein.

Aufgrund des schlechten Zustandes entschied sich Marco Wetzel deshalb, den maroden Bau abzureißen und ihn mit einem Neubau zu ersetzen.

Auf diesem Areal in der Stendaler Bahnhofsvorstadt schließt der Neubau eine Baulücke. Seit dem Abriss 2014 lag die Fläche brach, das ändert sich nun.
Auf diesem Areal in der Stendaler Bahnhofsvorstadt schließt der Neubau eine Baulücke. Seit dem Abriss 2014 lag die Fläche brach, das ändert sich nun.
Foto: Antonius Wollmann