Stendal l Bis 2028 soll die sogenannte Amerikalinie zwischen Stendal und Uelzen komplett zweispurig ausgebaut sein. Das Teilstück Hohenwulsch-Brunau-Packebusch soll in diesem Jahr fertiggestellt und zum Fahrplanwechsel in Betrieb genommen werden. Im kommenden Jahr beginnt dann der Ausbau des Bereiches zwischen Rademin und Salzwedel, die Fertigstellung ist für 2019 geplant.

Die Teilstrecken zwischen Stendal und Hohenwulsch sowie zwischen Uelzen und Salzwedel befinden sich derzeit in der sogenannten Vorentwurfsplanung. Die Deutsche Bahn ist in eine Informations-offensive gegangen und will allen Interessierten entlang der Strecke bei insgesamt zehn Veranstaltungen Rede und Antwort stehen. Der Auftakt wurde am gestrigen Montag in Stendaler Rathaus gemacht, am heutigen Dienstag folgen Wahrburg und dann weitere Veranstaltungen im Altmarkkreis Salzwedel sowie den niedersächsischen Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Uelzen.

Dämpfer nach Gespräch mit Bahn

„Wir sind noch in einer sehr frühen Phase, 2025 soll mit dem Bau begonnen werden, die Strecke 2028 durchgehend zweigleisig befahrbar sein“, sagte Projektleiter Andreas Hartwig im Gespräch mit der Volksstimme. Besonders sei der Abschnitt zwischen Stendal und Steinfeld, da der anders als der Rest der Linie nicht von Anfang an zweigleisig geplant worden sei. Das sogenannte Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 3, die Verbindung zwischen Stendal und Uelzen war 1999 fertiggestellt worden. Hartwig ist durchaus auch bewusst, dass vor allem das Thema Lärmschutz im Bereich Wahrburg eine große Rolle spielt. „Dämpfer für Wahrburger Lärmschutz“, hatte die Volksstimme im April dieses Jahres getitelt, nachdem ein Vertreter der Bahn in einem Gespräch mit Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) und Ortsbürgermeisterin Carola Radtke von Bestandsschutz gesprochen hatte, was die Auslegung offenließ, dass es eben keine Lärmschutzwände geben werde.

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Gutachten wird erstellt

„Welche Lärmschutzmaßnahmen ergriffen werden müssen, steht noch überhaupt nicht fest“, stellte Andreas Hartwig klar. Es gebe klare gesetzliche Grundlagen, welche Maßnahmen bei welcher Lärmbelästigung ergriffen werden müssten. Es gebe sogenannte aktive Maßnahmen wie Lärmschutzwände oder -wälle und passive, zu denen beispielsweise Lärmschutzfenster gehören. „Ein Gutachter wird jetzt beauftragt“, kündigte er an. Daher könnten derzeit auch noch keine Aussagen getroffen werden, welche Maßnahmen im Wahrburger Bereich notwendig sind. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass Lärmschutzmaßnahmen nicht vom Tisch sind. „Es ist uns bewusst, dass Lärm Stress bedeutet und auch krank machen kann“, sagte Hartwig, „wir nehmen das ernst.“