Stendal l Die Poststraße kann immer noch nicht voll befahren werden. Nachdem die Stadtwerke in der Fernwärmeleitung ein Loch festgestellt hatten, wurde die Straße gesperrt. Mit großem Technikeinsatz war die undichte Stelle lokalisiert worden, ist mittlerweile geschweißt. Das Leck ist repariert“, erklärte Stadtwerke-Sprecher Rolf Gille auf Nachfrage der Volksstimme.

Allerdings klafft immer noch ein großes Loch in der Straße, die bereits Anfang dieser Woche wieder freigegeben werden sollte. „Es gab archäologische Funde, die erst dokumentiert werden müssen, bevor wir weiterarbeiten können“, informierte Gille. Einen konkreten Zeitrahmen für die Fortsetzung der Arbeiten gebe es nicht.

Funde schon in 30 Zentimetern Tiefe

„Ja, es gibt etwas, es handelt sich allerdings nicht um einen Riesenfund“, bremste Bärbel Hornemann von der unteren Denkmalschutzbehörde allzu hohe Erwartungen. Dort sei man im Bereich der Knüppeldämme. Knüppeldämme waren bis zum 16. Jahrhundert mit Rundhölzern oder Bohlen befestigte Wege, mit denen ein Sumpfgebiet oder auch andere schwer befahr- oder begehbare Areale erschlossen wurden. „Wir sind in einer Tiefe, in der es unberührte mittelalterliche Schichten gibt“, sagte Hornemann. Das sei von Straße zu Straße unterschiedlich, in der Poststraße lägen sie etwa bei 1,20 Metern. Allerdings habe es in Stendal schon Funde gegeben, die wesentlich dichter unter der Oberfläche entdeckt worden seien. „Deshalb greift bei uns schon ab 30 Zentimeter die Archäologie“, erläuterte sie. Firmen seien dazu verpflichtet, Entdeckungen zu melden.

Und auch wenn es sich bei den Entdeckungen nicht um einen Riesenfund wie beispielsweise die Überreste eines mittelalterlichen Kaufhauses unter dem Marktplatz vor drei Jahren handelt, seien sie doch sehr wertvoll und müssten dokumentiert werden. „Je mehr Daten wir erfasst haben, desto genauer kann ein Bild des mittelalterlichen Stendal gezeichnet werden“, fasste Hornemann zusammen.

Dokumentation dauert nicht lange

Wann genau diese Dokumentationsarbeiten erfolgen werden, war am Donnerstag noch nicht aus dem Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege in Halle zu erfahren. Der Zeitaufwand werde laut Bärbel Hornemann allerdings nur gering sein – „ein paar Stunden“. Dann könne damit begonnen werden, das Loch zu schließen und die Fahrbahnschicht wieder aufzutragen. Wohl in der kommenden Woche werde die Straße fertig.