Camper-Urlaub

Bäume gefällt: Erste Arbeiten für modernen Caravan-Stellplatz am Stendaler Uchtewall sind erfolgt

Am kleinen Parkplatz am Stendaler Uchtewall sind Bäume und Sträucher beschnitten und direkt an der Straße sogar komplett beseitigt worden. Diese Arbeiten gehören zur Vorbereitung des geplanten Caravan-Stellplatzes, der in der zweiten Jahreshälfte entstehen soll.

Von Donald Lyko
Foto: Donald Lyko

Stendal. Bis die Wohnmobile den Uchtewall als offiziellen Caravan-Stellplatz der Hansestadt Stendal anfahren können, ziehen noch einige Monate ins Land. Denn bisher steht nur der neue Standort fest, nachdem vor rund einem Jahr die Debatte darüber neu gestartet worden war. Im Jahr 2018 hatte sich der Stadtrat nach einem Variantenvergleich für den Schützenplatz entschieden, seit Jahren die Adresse für Wohnmobil-Reisende. Schon damals war der Uchtewall wegen seiner guten Lage in Stadtsee-Nachbarschaft, dennoch nicht allzu weit von der Innenstadt entfernt, geprüft worden, hatte aber keine Mehrheit gefunden. Dafür der Schützenplatz, umgesetzt wurde das Vorhaben aber nicht.

Tiergarten und Stadtsee in direkter Nähe

Darum ging die Diskussion im März vorigen Jahres in eine neue Runde. In der hat sich der Uchtewall durchgesetzt. Dort, wo es aktuell einen kleinen Parkplatz gibt, den vor allem Tiergarten-Besucher nutzen, soll ein attraktiver Caravan-Stellplatz entstehen. Der Weg bis dahin ist aber noch ein längerer. Denn wie gesagt, bisher steht nur der Standort fest.

Dennoch laufen bereits einige Vorarbeiten. So wurden die Bäume und Sträucher, die den Parkplatz von der Fahrbahn getrennt haben, komplett entfernt. Andere Gewächse wurden beschnitten. Stadtsprecher Armin Fischbach bestätigte auf Nachfrage, dass dies tatsächlich in Vorbereitung des Caravan-Stellplatzes erfolgt sei, „um den Platz für weitere Schritte vorzubereiten“.

„Ein Ingenieurbüro ist mit der Entwurfsplanung beauftragt“, so Fischbach weiter. In der zweiten Jahreshälfte soll mit der Umsetzung des Vorhabens begonnen werden. „Die konkreten Details sowie Modalitäten zur Bewirtschaftung stehen bislang noch nicht fest, weshalb hierzu derzeit noch keine Aussage abgegeben werden kann“, sagte der Stadtsprecher.

Die Diskussion über einen Standortwechsel war erneut aufgekommen, weil sich der Ausbau am Schützenplatz nicht so umsetzen ließ wie geplant. Statt der ursprünglich zirka 235.000 Euro Gesamtkosten war eine Summe von zirka 600.000 Euro im Gespräch, zudem hätten die zwölf vorgesehenen Stellplätze nicht so einfach geschaffen werden können wie gedacht. Und darum ging vor einem Jahr die erneute Standortsuche los, im Gespräch waren auch ein Teil des Altoa-Geländes an der Schillerstraße und ein Teil der Kleingartenfläche am Bruchweg.

Im September kam von der Stadtverwaltung der Vorschlag Uchtewall. Die erwarteten Kosten werden mit zirka 278.000 Euro beziffert. Zu den offenen Fragen gehört die nach der Bewirtschaftung. Möglich wären Parkautomaten. Für den Nutzer bedeuten sie einen geringen Aufwand und eine einfache Handhabung und für den Betreiber eine einfache Abrechnung. Allerdings besteht auch ein personeller Aufwand zur Kontrolle der Parkscheine, zudem wäre der Verbrauch nicht reguliert (Pauschalpreis statt Mengenberechnung).

Urlaub auf vier Rädern wird immer beliebter

Eine andere Variante wäre eine verbrauchsabhängige Steuerung, mit der der Verbrauch kontrolliert und ein Missbrauch bei der Ver- und Entsorgung vermieden werden kann. Allerdings wäre bei dieser Variante die Bedienung etwas komplizierter und der technische Aufwand höher, weil alle Ver- und Entsorgungseinrichtungen (Strom, Trinkwasser, Schmutzwasser) separate Zählvorrichtungen bekommen und die Gebühren getrennt entrichtet werden müssten.

Mit einem attraktiven Caravan-Stellplatz könnte Stendal touristisch punkten. Denn Wohnmobil-Urlaub liegt im Trend – seit Jahren schon, in der Coronazeit noch einmal verstärkt. Denn weil Fernreisen nicht möglich sind, haben viele den Urlaub auf vier Rädern entdeckt und damit Deutschland als interessantes Urlaubsland. Nach ADAC-Angaben hat es im vorigen Jahr ein Plus von 44,8 Prozent bei den Neuzulassungen für Wohnwagen und Wohnmobile gegeben.