Tangermünde l Seit mittlerweile gut 20 Jahren gibt es die Idee, Tangermünde und den Ortsteil Miltern durch einen Radweg zu verbinden, der entlang der Landstraße L 30 verläuft. Eine Möglichkeit, mit dem Rad von einem Ort zum anderen zu gelangen, gibt es bereits seit längerer Zeit. Sie führt über den Konventsteig – einen landwirtschaftlichen Weg, der für diesen Zweck auch ausgebaut wurde. Ganz allein sind Radfahrer hier deshalb nicht. Wenn es nicht die landwirtschaftlichen Maschinen sind, so müssen sie auch Autos und Motorrädern Platz machen, die den Weg nutzen.

Die Pläne für den straßenbegleitenden Radweg liegen also schon fast zwei Jahrzehnte in der Schublade. Woran scheiterte es bisher, diese zu realisieren? Es waren Grundstücksfragen, die es nicht möglich gemacht hatten, das Ziel weiter verfolgen zu können.

Verhandlungen über Grundstücke

Wie Manfred Krüger, Regionalbereichsleiter in der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Regionalbereich Nord, jetzt auf Anfrage mitteilte, war versucht worden, „nach Fertigstellung der ersten Planungsphasen, der Vor- und Entwurfsplanung, mittels eines einfachen Verfahrensweges den Grunderwerb zu erlangen“. Denn um den Weg bauen zu können, muss Land angekauft werden, das sich in Privatbesitz befindet. „Da dies scheiterte, wurde die Durchführung eines Baurechtsverfahrens bei der obersten Landesplanungsbehörde, dem LVWA, erforderlich“, so Krüger weiter. Dieses Verfahren nahm viel Zeit in Anspruch. Nach Abschluss im Jahre 2012 „hat die Straßenbauverwaltung auf Basis des bestehenden Baurechts die Grunderwerbsverhandlungen wieder aufgenommen, jedoch nicht mit dem gewünschten Ergebnis“, teilt Krüger mit.

Aufgrund von außerhalb des Verfahrens erhobener Forderungen seien nunmehr die Straßenbauverwaltung und die Stadt Tangermünde übereingekommen, für einen Teilbereich von etwa 300 Metern eine Umplanung vorzunehmen. „Hierfür müssen ergänzende Vermessungen durchgeführt werden, auf deren Grundlage nunmehr in Kürze die Umplanung erfolgt.“

1,9 Kilometer lang

Ziel sei es dann, vorbehaltlich der Baurechtschaffung, des erforderlichen Grunderwerbs sowie der Verfügbarkeit der notwendigen Haushaltsmittel, das Vorhaben in den Jahren 2020 oder 2021 endgültig zu realisieren, nannte der Regionalbereichsleiter das Ziel.

Der Radweg ist insgesamt 1,9 Kilometer lang. Aufgrund der erforderlich werdenden Umplanung und der aktuellen Baupreisentwicklung sei allerdings eine neue Kostenberechnung erforderlich.

Für die Stadt Tangermünde selbst bedeutet die Umplanung, dass die Kommune ein Grundstück erwirbt und die Kosten für einige Meter kombinierten Wirtschafts- und Radweg trägt. Konkret handelt es sich hier um die Zufahrt von der Landstraße L 30 auf den Acker.

Nach Heeren keine Pläne

Während für diesen Bereich der Stadt damit eine Lösung in Sicht ist, gibt es für einen Radweg in Richtung Heeren nach wie vor keine Anzeichen der Planung. Hier handelt es sich um eine Kreisstraße. Der Landkreis Stendal müsste also einen solchen planen und bauen.

Auch die Stadt könnte sich dieser Sache annehmen und einen Radweg bis zur Einfahrt Lorenzsches Feld bauen lassen. Doch dann müsste sie die dazu erforderlichen Grundstücke ankaufen und letztendlich die Kosten für den Bau auf die Anlieger dieses Radweges umlegen, hieß es auf eine Anfrage an die Verwaltung. Da das nicht gewollt ist, wird die Stadt sich des Radweges nicht annehmen und empfiehlt über die Lüderitzer Straße zu radeln.