Tangermünde/Stendal l Momente der Todesangst haben Mitarbeiter und Kunden einer Tankstelle und eines Discounters am Mittwochnachmittag in Tangermünde erlebt: Ein voll maskierter, ganz in Schwarz gekleideter Mann hat zunächst die Gulf-Station an der Stendaler Straße und nur etwa zehn Minuten später die Netto-Filiale an der Kirschallee überfallen.

Wie die Polizeiinspektion Stendal am Mittwochabend mitteilte, habe der Täter gegen 13.15 Uhr die Kassiererin der Tankstelle mit einer Machete sowie einer Schusswaffe bedroht und die Herausgabe von Geld und Zigaretten gefordert. Dabei, so Polizeisprecherin Beatrix Mertens gegenüber der Volksstimme, habe der Mann einen dreistelligen Betrag erbeutet. Anschließend sei er auf einem Fahrrad in zunächst unbekannte Richtung geflüchtet.

„Was, wenn der rumschießt?“

Kaum war die Fahndung gestartet, ging bei der Polizei ein zweiter Alarm ein: Diesmal war der Discounter an der Kirschallee betroffen. Eine Kundin wollte gerade ihren Einkauf bezahlen, als der Maskierte auch hier Geld forderte. „Was, wenn der anfängt, rumzuschießen?“, habe sie in jenem Moment gedacht, schilderte die Frau der Volksstimme; sie habe um ihr Leben gefürchtet. Auf ihr bereits gezücktes Portemonnaie hatte der Mann es aber offenbar nicht abgesehen – er wollte nur den Inhalt der Kasse.

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Zugriff nach Viertelstunde

Wie viel ihm die Kassiererin schließlich aushändigte, konnte Polizeisprecherin Mertens gestern Abend nicht mitteilen. Allerdings war die sofort eingeleitete Fahndung schnell erfolgreich: Bereits gegen 13.30 Uhr habe eine Streifenwagen-Besatzung im Bereich der Straße Notpforte einen Radfahrer entdeckt, auf den die Täterbeschreibung zutraf.

Beschuldigter ist polizeibekannt

Bei ihm handelt es sich um einen polizeibekannten 20-jährigen Mann aus Tangermünde. Nach seiner Festnahme sei er zunächst vernommen worden. Ob er einem Haftrichter vorgeführt wird, war am Mittwochabend zunächst nicht klar. Allerdings muss sich der 20-Jährige im Falle eines Schuldspruchs auf eine mehrjährige Haftstrafe einstellen: Die Polizei ermittelt gegen ihn wegen schweren Raubes; darauf stehen laut Strafgesetzbuch mindestens drei Jahre Gefängnis. Allerdings könnte er auch noch unter das mildere Jugendstrafrecht fallen.