Johanniter-Krankenhaus

Chefarzt baut in Stendal dringend benötigte Station für Schlaganfälle auf

Das Johanniter-Krankenhaus Stendal schafft mit der Neurologie und Geriatrie eine neue Abteilung. Dr. Cornelius Werner wird sie als Chefarzt aufbauen.

Von Antonius Wollmann

Stendal

Auf den ersten Blick erschließt sich die Entscheidung vielleicht nicht jedem. Warum wechselt ein Arzt vom Uniklinikum Aachen nach Stendal? Also von einem der größten Krankenhäuser des Landes (7000 Mitarbeiter) zu einer im Vergleich doch eher beschaulichen Klinik (800 Mitarbeiter). Die Antwort fällt Dr. Werner nicht schwer: weil er hier als Chefarzt federführend die neu geschaffene Abteilung für Neurologie und Geriatrie aufbauen möchte.

„In Stendal und im gesamten nördlichen Sachsen-Anhalt die medizinische Versorgung zu verbessern, hat mich sehr gereizt“, nennt der gebürtige Dresdener einen der Gründe für seinen Wechsel.

Denn bislang ist die Altmark in Hinblick auf die Behandlung von Schlaganfallpatienten ein weißer Fleck. Eine sogenannte Stroke Unit, also eine Abteilung speziell zur akuten Behandlung dieser tückischen Erkrankung, gibt es hier noch nicht. Was umso schwerer wiegt, weil bei Schlaganfällen jede Minute zählt. Diese Lücke zu schließen wird eine seiner wichtigsten Aufgaben sein.

Auch die Altersstruktur in der Region spielte bei der Entscheidung der Johanniter für die neurologische Station eine wichtige Rolle. Betroffen von Nervenleiden wie Demenz oder Parkinson sind überwiegend ältere Menschen. Dass Cornelius Werner ein ausgewiesener Experte auch für Altersmedizin (Geriatrie) ist, passt da umso besser. Bei der Konzeption der neuen Station herrschte Einigkeit, die beiden Bereiche eng zu verzahnen. „Da eint uns ein gemeinsamer Geist“, sagt der neue Chefarzt. Ein Stück weit nabelt sich das Stendaler Krankenhaus damit von der Uniklinik Magdeburg ab. Dessen Expertise wurde bei Nervenleiden per Videokonferenz regelmäßig eingeholt.

In den kommenden Monaten soll nun ein schlagkräftiges Team aufgebaut werden. Wie groß das am Ende sein wird, möchte der 45-Jährige noch nicht prognostizieren.

Bei der Entscheidung für Stendal spielten übrigens auch private Gründe eine Rolle. „Meine Frau stammt aus Tangermünde. Die Region ist mir also alles andere als fremd“, sagt Cornelius Werner. Ob er nun in der Nachbarstadt heimisch wird, habe er aber noch nicht entschieden. Momentan wohnt er noch in Stendal, ganz in der Nähe des Krankenhauses. Sich selbst bezeichnet er als äußerst technikaffinen Menschen, der gerne viel Zeit am Computer verbringt. Aber den schönen Künsten sei er genauso wenig abgeneigt: „Ich bin ein regelmäßiger Konzert- und Theaterbesucher.“