Stendal l Ein Mitarbeiter des Impfzentrums in Stendal soll Angestellten einer Apotheke in der Stadt Impfdosen besorgt haben. So lautet der Vorwurf eines Hinweises, der die Volksstimme-Redaktion erreicht hat. Dem Schreiben zufolge wurde in der zweiten Januarwoche den Angestellten der Apotheke Impfstoff angeboten. Einige sollen das Angebot angenommen haben. „Betrug“ lautet der Vorwurf.

„Es gab ein Angebot“, bestätigt der Inhaber der Apotheke auf Nachfrage der Volksstimme. „Ich selbst bin nicht geimpft. Ich weiß nur, dass gefragt wurde.“ Ob das Angebot einer Impfung angenommen wurde, konnte der Apotheker nicht bestätigen.

Fast immer Reste übrig

„Bei fast jedem auswärtigen Termin gibt es Restampullen“, sagt der Mitarbeiter des Impfzentrums, dem der Vorwurf gilt. Es gebe abweichende Zahlen bei Impfterminen durch das mobile Impfteam. So seien bei einer Aktion in Seehausen zwei Impfberechtigte in der Nacht vor ihrer geplanten Corona-Schutzimpfung verstorben. Der Impfstoff für die zwei Personen wurde aber schon aufgetaut. Danach muss er innerhalb von sechs Stunden verbraucht werden, sonst verliert dieser Impfstoff seine Wirkung.

„Wir haben auch mal versucht, über 80-Jährige für spontanes Impfen zu gewinnen“, sagt der Mitarbeiter des Impfzentrums. Doch Menschen in diesem Alter seien nicht flexibel genug für so etwas. „Es gab Außentermine, da war es schwierig bis unmöglich, Ersatz zu finden.“ Zu dem Angebot an die Apotheke wollte der Mann sich nicht äußern.

Wie es zu Restdosen kommt

Friedhelm Cario vom Deutschen Roten Kreuz und Leiter des Impfzentrums in Stendal erklärt, wie es zu Restdosen kommt: „Restdosen entstehen durch Leute, die von außerhalb sind und nicht erscheinen oder absagen, weil sie erkrankt sind.“ So zumindest im Impfzentrum. Bei den mobilen Impfteams gebe es keine Restdosen, weil am Morgen bei der Abfahrt genau abgezählt wird und genau feststeht, wer an dem Tag geimpft werden soll.

Falls doch eine Dosis übrig bleibt, versuche das Impfteam „einen Impfberechtigten zu finden, ansonsten wird sie verworfen“, sagt Friedhelm Cario. Und das kam auch schon vor, so der Zentrumsleiter. Denn gerade bei den mobilen Impfteams sei es eine Zeitfrage, den Impfstoff innerhalb der vorgeschriebenen Frist von sechs Stunden zu verbrauchen.