Stendal l Aussichtslos ist es für die allermeisten über 80-Jährigen gewesen, mit der Freischaltung der Corona-Hotline von der Kassenärztlichen Vereinigung auch gleich einen Termin für die Schutzimpfung zu bekommen. Es hagelte am gestrigen Montag nicht nur in der Kreisverwaltung in Stendal Beschwerden darüber. Ebenso äußerten Betroffene gegenüber der Volksstimme-Redaktion harsche Kritik. „Der Landrat muss doch was tun“, sagt ein Rentner und schien völlig aufgelöst zu sein, zumal der Stendaler auch noch keinen Info-brief im Postkasten hatte.

Problem nicht weg reden

Diese Briefe sind im Stendaler Rathaus erst am gestrigen Montag „eingetütet“ worden, wie die Pressestelle auf Volksstimme-Nachfrage erklärte. Währenddessen haben die Ü80 in Osterburg, Tangerhütte, Tangermünde oder in Havelberg bereits am Sonnabend über ihre Verwaltungen das Informationsschreiben des Landkreises zur Schutzimpfung gegen Covid-19 erhalten. Doch die Terminvergabe erwies sich auch für sie wie ein Lotteriespiel, woran Landrat Patrick Puhlmann (SPD) nichts ändern kann.

„Von vornherein war klar geregelt: Der Landkreis kümmert sich mit der Ausnahme von Ärzten um die Organisation von Personal und die Einrichtung eines Impfzentrums“, sagt Puhlmann. Geregelt war auch: „Das Land kümmert sich um den Impfstoff und die Anschaffung spezieller Arbeitsmittel. Und die Terminvergabe erfolgt ausschließlich durch die bundesweite Rufnummer 116117 beziehungsweise online.“ So sei die Terminvergabe nicht Sache des Landrats, betont Puhlman. Seitens der Kreisverwaltung sei ein Team aus erfahrenen Leute für das Impfzentrum zusammengestellt worden. „Wir schaffen es derzeit, organisatorisch und reibungslos den uns zur Verfügung gestellten Impfstoff in Pflegeeinrichtung zu verimpfen“, betont Puhlmann.

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Das bestätigen die Verantwortlichen im Impfzentrum wie Dezernent Sebastian Stoll und Friedhelm Cario vom DRK als Leiter. „Dennoch kann ich all die Beschwerden nachvollziehen“, fügt Stoll hinzu. Die Probleme wolle er nicht „weg reden“ und nennt gemeinsam mit Landrat Puhlmann das „unzureichende elektronische Terminvergabesystem“ als Ursache für den großen Frust. „Wir haben der Kassenärztlichen Vereinigung freie Impftermine bis zum 23. Juni gemeldet“, sagt Stoll. Es ist aber zurzeit nicht möglich, länger als drei Wochen im Voraus einen Termin zu bekommen. Das sei ein riesiger Schwachpunkt. Selbst wenn die Impfwilligen erst im Mai einen Termin bekommen hätten, „wären sie zumindest beruhigt“, so Stoll.

Die Kreisverwaltung drängt nun auf eine schnelle Lösung des technischen Problems bei der bundesweiten Terminvergabe, versichert Puhlmann. Die Umsetzung des Impfkonzepts dürfe daran nicht scheitern. Es sieht vor, dass mit der Eröffnung des Stendaler Impfzentrums am 18. Januar in den ersten zwei Wochen pro Tag 36 Personen die Schutzimpfung erhalten. Von Montag bis Freitag wird von 10 bis 15 Uhr geimpft.

Keine Termine gefunden

Ab der 3. Woche, also ab 1. Februar, „nehmen wir eine zweite Impfstrecke in Betrieb und immunisieren pro Tag 72 Personen“, erklärt Leiter Cario. Er sei ebenfalls enttäuscht, dass die Buchung solch große Schwächen aufweist. „Wenn schon alle Termine in Stendal für drei Wochen vergeben sind, dann sollte es auch so kommuniziert werden.“

Wird es nicht, was ein Versuch der Volksstimme unterstreicht. „Es wurden keine Termine gefunden“, antwortet das System.