Stendal l Der Geruch von frisch gerösteten Mandeln liegt in der Luft. Aus den Glühweinbechern dampft es und hunderte Menschen wuseln durch die Innenstadt Stendals. Der Weihnachtsmarkt der Hansestadt ist ein festlicher Höhepunkt am Ende des Jahres. Stand jetzt soll der Weihnachtsmarkt auch 2020 stattfinden, so Stadtsprecher Armin Fischbach. Ein Konzept hat sich die Stadt dafür schon überlegt.

„Derzeit gehen wir fest vom Stattfinden unseres Weihnachtsmarktes vom 10. bis 13. Dezember 2020 aus und treiben die Planungen voran“, teilt Fischbach auf Volksstimme-Anfrage mit. Von dem bekannten Aufbau der Stände werde dieses Jahr abgesehen. Der Markt soll entzerrt werden, damit die nötigen coronabedingten Abstände eingehalten werden können. Die Buden sollen in größeren Abständen um das Rathaus und die Marienkirche platziert werden. Auch auf dem Winckelmannplatz wird mehr Raum zur Verfügung stehen, denn eine beliebte Attraktion wird es dieses Jahr nicht geben. Die Eisbahn fällt aus.

Eisbahn in Stendal fällt aus

„Klar war von vornherein, dass die maximale Besucherzahl zurückgefahren werden muss und besondere Veranstaltungen, wie etwa die Eisdisko dieses Jahr nicht hätten stattfinden können“, so Fischbach. Am Dienstag fiel die Entscheidung zur Eisbahn. „Der so gewonnene Raum auf dem Winckelmannplatz erlaubt uns, den skizzierten Aufbau zu realisieren“, erklärt Fischbach.

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Der Stendaler Weihnachtsmarkt ist einer der wenigen in der Region, der noch nicht abgesagt wurde. Kleinere Kommunen wie Tangermünde oder Kläden haben ihre Märkte bereits abgesagt. Für den Biedermeier Christmarkt in Werben wird noch an einem Konzept gearbeitet, so die Stadt auf ihrer Webseite. Auch die Stadt Osterburg plant noch mit der Ausrichtung ihres Weihnachtsmarktes vom 27. bis 29. November.

Stendaler Rathaus wird geräumt

In Stendal müssen sich dieses Jahr nicht nur die Buden umplatzieren. Auch die Kunsthandwerker, die sonst im Rathaus zu finden sind, ziehen um. Die coronabedingten Abstände könnten in den verwinkelten Gängen nicht eingehalten werden, so Fischbach. „Stattdessen wird eine große Pagode im Freien aufgestellt, in der die Handwerksstände trocken untergebracht werden“, erklärt der Stadtsprecher die Alternative. Es werde aber weniger Handwerksstände geben, weil die Künstler, die üblicherweise aus Tschechien anreisen, ihr Land aktuell nicht verlassen dürfen.

Armin Fischbach betont aber, dass der Weihnachtsmarkt je nach Entwicklung der Corona-Pandemie jederzeit noch ausfallen könnte. Die Stadt würde dank entsprechender Rücktritts-Klauseln bei den Händlerverträgen immerhin keinen finanziellen Schaden davontragen. „Es wäre ein Fall von höherer Gewalt“, so Fischbach. Erteilt das Gesundheitsamt des Landkreises die entsprechende Anweisung, muss die Stadt den Markt absagen.