Stendal l Ein Kommen und Gehen in der Stadtbibliothek Stendal. Mehr als 120 Besucher waren es, die den ersten Öffnungstag in der Corona-Pandemie nutzten, um Lesestoff zurückzubringen oder sich mit neuem einzudecken. „Es war stressig, aber wir waren gut vorbereitet“, sagt Brigitte Schnellhardt, die Leiterin der am Montag unter Auflagen wiedereröffneten Stadtbibliothek.

Vereinssport im Freien

Ab Dienstag kann das Altmärkische Museums wieder besucht werden, ebenso möglich ist die Aufnahme des Trainingsbetriebs auf Sportplätzen. Das Prozedere sei den Vereinen bekannt, sagt Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) und erläutert: „Sie stellen einen Antrag, wann mit wie vielen Sportlern trainiert werden soll, und legen einen Hygieneplan vor.“

Als Trägerin der Sportstätte sei die Stadtverwaltung für die Genehmigungen zuständig; sie prüfe zuvor, ob die Vorgaben der 5. Virenschutzverordnung des Landes eingehalten werden, so der Oberbürgermeister. In dieser Hinsicht, macht Schotz im Gespräch mit der Volksstimme deutlich, will die Verwaltung kein Risiko eingehen. Deshalb bleiben die Sporthallen zu, ebenso das Rathaus.

Lockerung ab Juni

Für das Rathaus hat Stendals Verwaltung festgelegt, dass es „bis zum 31. Mai für den Publikumsverkehr geschlossen ist“, sagt der Oberbürgermeister. So lange würden die Einschränkungen für den Bürgerservice, die schon zu Beginn der Corona-Pandemie Mitte März eingeführt wurden, weiter gelten. „Und erstaunlicher Weise sind die Bürger ganz gut damit zurechtgekommen. Sie haben für die Sprechzeit im Amt vorab einen Termin vereinbart, sich über Anliegen mit Mitarbeitern per Email, Telefon oder gar schriftlich ausgetauscht“, sagt Schmotz.

Mundschutzpflicht im Rathaus

Im Juni dann sollen Behördengänge für Bürger schrittweise wieder zugelassen werden. Zunächst vor allem im Einwohnermeldeamt, in der Wohngeldstelle und im Bauamt. Die Öffnungszeiten sollen so koordiniert werden, „dass nicht zu viele Besucher auf einmal ins Verwaltungsgebäude strömen, zumal unsere Wartebereiche begrenzt sind“, sagt Schmotz. Trotz Lockerung gelte auch im Rathaus: „Abstandhalten und Mundschutzpflicht.“ Zumindest auf den Fluren, denn in den Amtsstuben sollen der Mitarbeiter und Besucher durch eine Plexiglasscheibe geschützt sein.

Auch wenn vielen das Tragen einer Maske und das ständige Händewaschen lästig vorkomme, „ist die Vorsorge das kleinere Übel“, sagt Schmotz. Die Gefahr einer Corona-Infektion sei allgegenwärtig, auch Mitarbeiter im Stendaler Rathaus sind an Covid19 erkrankt.

Sieben Millionen Miese

Die Arbeit in den einzelnen Ämtern insgesamt ist in der Corona-Pandemie unter den Abstandsregeln, Schutz- und Hygienevorschriften fortgesetzt worden. Berücksichtigt wird, dass Mitarbeiter ihre Kinder zuhause betreuen. Wer zu Risikogruppen gehört, kann im Homeoffice tätig sein. Der OB auch? Schmotz, der auf die 70 zugeht, lächelt und sagt: „Der Kapitän muss auf der Brücke stehen.“

Bei der Seefahrt bleibend, vergleicht der Oberbürgermeister die Lage im Rathaus mit „einem ruhigen Fahrwasser“. Ohne die durch Corona zu erwartenden Turbulenzen zu verhehlen: „Uns brechen Einnahmen von Theater, Musik- und Volkshochschule weg, auch werden Einbußen bei Steuereinnahmen zu verzeichnen sein.“ Schmotz rechne damit, „dass die Stadt Stendal zum Jahresende bei sieben Millionen Euro Verlust landen könnte“.